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Hemetsberger: "Wie ein Irrer Vollgas runterfahren"

Oberösterreicher verpasst Premierensieg in Lake Louise nur hauchdünn. Das Rezept am Weg zum besten Weltcup-Ergebnis:

Hemetsberger: Foto: © GEPA

Nur der beste Abfahrer des Weltcups 2021/22 verhindert den Premierensieg von Daniel Hemetsberger!

Am Ende fehlten dem Oberösterreicher in Lake Louise lediglich 6 Hundertstel auf Sieger Aleksander Aamodt Kilde.

Sieg erst am letzten Abschnitt verpasst

Hemetsberger führte bis zur letzten Zwischenzeit, ehe ihn ein Fehler im Streckenteil "Double Trouble" noch hinter den Norweger zurückfallen ließ.

Vorjahressieger Matthias Mayer büßte ebenfalls im Finish Zeit ein (4./+0,37), Vincent Kriechmayr gleich zu Beginn (11./+1,25), als der Wind ihn beeinträchtigte. Auf Rang 14 landete Otmar Striedinger (+1,69).

"Wie ein Irrer Vollgas"

"Das Wichtigste war, dass ich den Fokus finde und wie ein Irrer Vollgas runterfahre. Das ist das Ziel, dann passt die Körperspannung und das Skifahren ist gut", sagte Hemetsberger, für den es das beste Weltcupergebnis nach Platz drei in der Kitzbühel-Abfahrt im Jänner war.

"Es war eine gute Fahrt, ein guter Tag für mich. Im Moment stimmt das Skifahren, ich bin sehr zufrieden", meinte der Oberösterreicher im ORF TV. Den sechs Hundertstel trauert er nicht nach: "Das ist halt so. Es ist mein bestes Weltcupergebnis - also alles gut."

Ergebnis der Weltcup-Abfahrt in Lake Louise>>>

Mayer findet die Fehler

Der Kärntner Mayer freute sich mit dem Teamkollegen mit und war mit sich selbst auch zufrieden.

"Im Fallaway habe ich einen Innenski gehabt, zum Schluss habe ich auch noch einmal Zeit liegen lassen", analysiert der Sieger von 2021. "Aber ich habe mich gut steigern können vom Training, ich bin ganz zufrieden, das passt schon."

Kriechmayr: "Bin schon selber schuld"

Kriechmayr wollte dem Wind nicht die Schuld zuschieben. "Das gehört leider dazu, Skifahren ist ein Freiluftsport. Der Wind kam von der falschen Seite", so der Weltmeister über den deutlichen Rückstand von 5 Zehntel bei der ersten Zwischenzeit.

"Aber im Mittelteil habe ich auch kein gutes Rennen gemacht. Da bin ich schon selber schuld. Da muss ich mich auf morgen hin um einiges steigern. Ich muss es entschlossener angehen", nahm sich der Oberösterreicher für den Super-G am Sonntag (20.30 Uhr) vor.

Gestartet wurde in der Abfahrt nach der neuen Regel, die Topläufer kamen mit Nummern von 6 bis 15. Kilde machte dabei gleich den Auftakt und war nicht mehr abzufangen.

Kilde: "In Lake Louise war ich nie schnell"

Es war sein 14. Weltcupsieg sowie der erste Stockerlplatz im kanadischen Weltcuport, der nach dieser Saison aber ausgedient haben soll, weil die Kosten für den Veranstalter nicht mehr zu tragen sind.

"Heute habe ich viel riskiert, vom Coaches Corner bis unten. Es war ein enges Rennen und spannend bis zum Ende. In Lake Louise war ich nie schnell, heute habe ich einfach ein gutes Gefühl gehabt", erklärte Kilde.

"Vor Lake Louise ist immer die Frage, ob man dabei ist. Wenn man gewinnt, weiß man, der Speed ist da, jetzt kann alles kommen." Odermatt stellte nach einer "sehr guten Fahrt, es ist fast alles so gegangen, wie ich mir vorgestellt habe" fest: "Zwei waren schneller, ein Österreicher, ein Norweger, das kann passieren."

Sein erstes Rennen seit März 2020 bestritt der lange verletzte Deutsche Thomas Dreßen, der auf Platz acht landete. Nicht mit dabei waren indes aus dem ÖSV Max Franz, der sich Mitte November beim Abfahrtstraining in Copper Mountain komplizierte Brüche an beiden Unterschenkeln zugezogen hatte, sowie der nach Kreuzbandriss im April noch rekonvaleszente Daniel Danklmaier.

Für die Speedherren erfolgte der Saisonstart zu einem ähnlichen Zeitpunkt wie in den vergangenen Jahren. Doch heuer wären bereits unmittelbar nach dem Riesentorlauf-Auftakt in Sölden zwei Abfahrten in Zermatt/Cervinia geplant gewesen. Die waren wegen nicht ausreichender Schneelage aber abgesagt worden.

In Lake Louise hieß es ebenfalls nochmals warten, Freitag war wegen Schneefall und Windes kein Rennen möglich bzw. wollte man nicht riskieren, die Piste für die weiteren Aufgaben zu ruinieren. Daher wurde die Abfahrt auf Kosten eines der zwei Super-G um einen Tag verschoben.

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