Zwei Ausfälle, ein Verletzter

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Zwei Ausfälle, ein Verletzter

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Obwohl Alexis Pinturault, Victor Muffat-Jeandet und Thomas Mermillod Blondin in der Alpinen Kombination von Kitzbühel den ersten französischen Dreifachsieg seit 46 Jahren feierten, drehte sich alles um zwei andere Läufer.

Marcel Hirscher und Aksel Lund Svindal. Nach dem Super-G fragten sich viele, ob dem Norweger 1,90 Sekunden Vorsprung für den schweren Slalom reichen. Diese Frage sollte jedoch nicht beantwortet werden.

Hirscher glänzte zwar mit einer wahren Slalom-Show und knallte eine klare Bestzeit in den Schnee, fädelte dabei jedoch ein. Svindal machte es ihm nach und fädelte nach wenigen Sekunden ebenfalls ein.

Hirscher gibt Einfädler zu

Bereits als Hirscher im Ziel ankam, zuckte er mit den Schultern. Er wusste, dass etwas passiert war. Ob es tatsächlich ein Einfädler oder nur ein Schlag der Stange war, konnte er während seiner Fahrt nicht einschätzen: "Ich hatte einen Hänger. Aber ich war mir nicht sicher, ob ich nur mit der Spitze angefahren bin."

Nach dem Video-Studium war ihm klar, dass er das Tor nicht regulär passierte: "Da braucht man nicht weiterreden, man sieht es im Video sehr gut. Leider!"

Dass sein toller Lauf für den Kombi-Sieg gereicht hätte, ist nur ein schwacher Trost. "Scheiße, aber das Skifahren war nicht so schlecht, es hat sehr viel Spaß gemacht. Und es war eine gute Probe für Sonntag."

"Enttäuschung ist groß"

Mit seinem Super-G war er vollends zufrieden: "Es ist überraschend. Da runter so schnell zu sein, ist überwältigend. Unten runter habe ich wie angekündigt Reserven gelassen, denn das musst du abfahrtsmäßig schon gefahren sein. Dennoch bin ich zufrieden, dass es so gelaufen ist."

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Posted by Marcel Hirscher on Freitag, 22. Januar 2016

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum sah es nach der Kombi bei LAOLA1 ähnlich: "Es ist schade, Marcel wäre vorne gewesen. Aber das passiert. Auf der anderen Seite konnte er den Slalom-Hang für Sonntag kennenlernen und hat die Präparierung gespürt. Das könnte für Sonntag helfen."

"Freilich ist die Enttäuschung bei ihm groß. Er hat sich im Super-G die schwere Piste heruntergeworfen und fädelt im Slalom ganz knapp ein. Das ist schade", beschrieb er die Gefühlslage des vierfachen Gesamtweltcupsiegers.

Svindals Ausfall kann man im Kampf um den Gesamtweltcup als "Schadensbegrenzung" bezeichnen. Pum: "Das stimmt. Für ihn war es heute auch schwer. Genau wie bei Marcel kann das passieren."

Muss Svindal Abfahrt auslassen?

Während Hirscher nach seinem Einfädler noch weiter fuhr, verlor Svindal einen Ski und legte einen Sturz hin. Zwar stand er gleich danach auf und fuhr eigenständig ins Ziel, dennoch könnte er eine Blessur davongetragen haben.

Das Kitzbühel-Wochenende beginnt mit einem Spektakel. Der Super G sorgt für Spannung und spektakuläre Bilder:
Über den Sieg jubelt der Top-Favorit: Aksel Lund Svindal feiert seinen zweiten Kitzbühel-Sieg - und seinen siebenten Saisonsieg! © GEPA
Hannes Reichelt schafft als Dritter den Sprung aufs Podest. © GEPA
Andrew Weibrecht (USA) jubelt über Rang zwei. © GEPA
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Laut norwegischem Betreuer habe der 33-Jährige Schmerzen im linken Bein. Knöchel, Wade, Knie und Oberschenkel sollen lädiert sein. Zwar gibt es keine offizielle Diagnose, norwegische Medien gehen von einer Oberschenkel-Zerrung aus.

Der Super-G-Sieger hinkte im Ziel-Bereich und musste sofort zur Behandlung ins Hotel. Laut norwegischen Medienberichten steht hinter seinem Antreten in der Abfahrt am Samstag ein Fragezeichen.

Svindal: "Leicht eingerissen"

Trainer Christian Mitter beschwichtigt jedoch: "Wir müssen die Untersuchung abwarten. Ich denke aber nicht, dass der Start morgen gefährdet ist. Er ist alleine runtergefahren."

"Ich habe mir beim Einfädler einen leichten Muskelfaserriss zugezogen. Es ist etwas steif. Der Physio denkt, dass es für morgen okay ist", klärt Svindal nach der Super-G-Siegerehrung auf.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Verletzung nicht doch als schlimmer entpuppt. Denn eine derartige (Vor)-Entscheidung im Gesamtweltcup wünscht sich niemand.

 

Aus Kitzbühel berichtet Matthias Nemetz

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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