Bode Miller mit großspuriger Ansage

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Bode Miller ist zurück!

Zwar nicht auf der Weltcup-Piste, aber im Rahmen der Hahnenkamm-Rennens absolviert der US-Amerikaner seinen ersten Medien-Termin seit langem.

Dabei lässt der 39-Jährige gleich mit einer großspurigen Ansage aufhorchen. Auf die Frage, wie er sich morgen auf der Streif schlagen würde, antwortet er: "Ich würde gewinnen."

Grund dafür seinen seine fortschrittlichen Ski der Marke Bomber. Auf diesen Latten sei er schnell wie lange nicht unterwegs.

Der Olympiasieger von 2010 spricht weiters über die genauen Hintergründe des Rechtsstreits mit Head, seine Zukunftspläne und vieles mehr.

BODE MILLER...

… über den „Status quo“ in seinem Streit mit Head: Die Vereinbarung mit Head hatte damals nichts damit zu tun, dass ich nochmals für sie fahre. Sie besagt nur, dass ich zwei Jahre nicht mehr im Weltcup und bei Ski-Weltmeisterschaften starten darf. Ich bekomme kein Geld, darf einfach nicht fahren. Das ist illegal, in Österreich, Deutschland, Kalifornien und Colorado. Es ist verrückt, dass ich mich damit herumschlagen muss. Das Problem ist: Bomber ist ein Start-Up, ein kleines Unternehmen. Wir haben nicht das nötige Geld, Spitzen-Anwälte zu bezahlen. Heutzutage ist es so, dass du mit dem nötigen Geld alles aufhalten kannst. Der Richter in Kalifornien hat mir versichert, dass ich den Fall gewinne, mit Sicherheit. Aber sie konnten es nicht in Kalifornien machen, weil der Hauptsitz von Head in Colorado ist. Zu diesem Zeitpunkt war die Saison fast gelaufen und es ging nichts weiter. Deswegen haben wir entschieden, unser Geld besser einzusetzen. Ich werde aber nur auf Bomber fahren. Ich hatte in den letzten Monaten Tage an denen ich schneller als je zuvor gefahren bin. Ich hätte bei den Olympische Spielen oder in Kitzbühel gewinnen können, wenn ich die nötige Unterstützung bekommen hätte. Die großen Ski-Firmen müssen sich aber um viele Athleten kümmern, es ist nicht möglich jedes Detail bei jedem Fahrer zu verbessern. Das war enttäuschend. Hier ist das möglich, ich habe freie Hand.

… über den genauen Ablauf des Rechtsstreits: Bei der Ski-WM 2015 habe ich mich verletzt und bin zurückgetreten. Ich wollte ohnehin aufhören. Also habe ich Head mitgeteilt, dass ich meine Karriere beende. Das hätte den Vertrag einfach auflösen sollen. Aber im Frühling 2015 war ich mit dem Bomber-Eigentümer Golf spielen. Ich hatte kein Interesse an einer Beteiligung, es war ein Charity-Event. Wir sind aber ins Gespräch gekommen, also habe ich mir die Firma und Fabrik angesehen. Egal wie man es dreht und wendet, mein Vertrag mit Head hätte im nächsten Winter geendet. Die Bosse sind aber ziemlich schnell sauer geworden und wollten, dass ich die Vereinbarung unterschreibe. Ich dachte nicht, dass es wichtig ist, weil ich nicht mehr im Weltcup fahren wollte. Ich wollte es nicht in die Länge ziehen oder zum Gericht gehen, also habe ich unterschrieben. Im Spätsommer und Herbst bin ich die Ski dann gefahren und war sofort begeistert. Nach und nach habe ich gemerkt, dass ich wieder Lust habe. In Beaver Creek 2016 bin ich als Vorläufer gefahren. Bei dieser Fahrt, als ich auf Bomber-Ski mit einer 3D-Kamera in der Hand gefahren bin, habe ich nicht viel zeit verloren. Da hat es mich wieder gejuckt.

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… über seine Beweggründe: In den letzten Jahren meiner Karriere konnte ich nicht damit leben, dass in der Ski-Welt nichts weitergeht. Es war immer so, dass man an manchen Tagen gewinnen konnte und an anderen keine Chance hatte. Und das nur wegen minimalen Umstellungen. Viele Leute haben mich gefragt, welchen Ski sie kaufen sollen. Ich habe gesagt, es ist egal. Es macht keinen Unterschied, sie sind alle gleich aufgebaut und werden in der selben Fabrik hergestellt. Es geht nur darum, dass die Ski leichter herzustellen sind und billiger werden. Es gibt keinen Stolz. Bei Bomber ist das ganz anders. Es ist eine kleine Firma, zehn Mitarbeiter. Sie alle sind Feuer und Flamme. Dort werden die Ski für alle Leute hergestellt, nicht nur für professionelle Athleten. Ich habe ein paar Sachen geändert, kleine Modifikationen durchgeführt. Ich hatte in den letzten Jahren nie die Chance zu sagen, dass ich den besten Ski der Welt fahre. Genau das will ich hier bei Bomber erreichen und ich denke das machen wir. Es geht einzig und alleine darum, den Spaß am Skifahren für alle Leute zu erhöhen. Deswegen bin ich hier. Der Sport braucht Veränderung. Wir wollen nichts verkaufen. Wir bieten Sachen an – wenn es den Leuten passt, sollen sie das Angebot nutzen. Unsere Ski sind Kunstwerke und die besten Ski der Welt. Ich hätte auf Bomber eine Menge Rennen gewinnen können. Deswegen wollte ich zurückkommen, um das zu beweisen. Nur wenn du die Chance siehst, um den Sieg mitzufahren, kommst du zurück. Leider geht es jetzt nicht. Es ist schade, dass Head so viel Geld in die Hand nimmt und es riskiert, schlecht dazustehen, nur um mich zu blockieren. Daran sieht man schon, dass sie Sorgen haben ich könnte schnell sein.

… wie es mit ihm weitergeht: Die Vereinbarung endet nach dieser Saison. Ich werde weiterhin fahren, nur nicht im Weltcup und bei der WM. Ich werde in den USA testen, alles andere hängt in der Luft. Ich werde 40 Jahre alt, das darf man nicht unterschätzen. Ich habe mich von einer Verletzung zurückgekämpft und mich in Form gebracht, das ist in diesem Alter nicht so einfach. Ich wäre bereit gewesen, von Anfang an im Weltcup zu fahren. Es gibt viele Fragezeichen – ich weiß nicht, ob ich nächste Saison zurückkomme. Ich hätte gerne bewiesen, dass ich auf diesen Ski schnell sein kann.

… ob er nächste Saison zurückkommen will: Ich wünschte es wäre so einfach. Generell würde ich „JA“ sagen, aber es gibt tausend Dinge, die mitspielen. Meine Familie, meine Geschäfte, andere Dinge. Ich würde es wirklich gerne machen.

… ob er im Falle eines Comebacks nur Speed-Rennen fahren würde: Ja, ich würde nur Abfahrt und Super-G fahren. Die zweiten Läufe sind einfach so anstrengend. Ich liebe Riesentorlauf und Slalom. Die Slalom-Ski von Bomber waren hervorragend, als ich gekommen bin. Dann habe ich zwei Änderungen durchgeführt und seitdem sind sie unglaublich. Ich bin Slalom-Tore gefahren, das hat alte Erinnerungen zurückgebracht. Aber dieser Zug ist abgefahren.

Matthias Mayer rast im Super G zum Kitzbühel-Sieg. Die besten Bilder vom ersten Hahnenkamm-Rennen:

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Ja, so fährt man aufs Podest! Christof Innerhofer überrascht als Zweiter!

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Das Podest komplettiert Beat Feuz als Dritter.

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… was es mit den „Fulltilt-Boots“auf sich hat, die er unlängst testete: Es war sensationell. Früher wurden diese Schuhe verwendet, aber sie waren zu weich. Auf den Gleitpassagen sind sie aber viel schneller, man konnte nur nicht so gut um die Kurve fahren. Jetzt kann man die Ski viel besser steuern, das war sowieso nie mein Problem. Auf den Flachstücken bringen sie dich aber wirklich weiter.

… ob er im Moment ein Setup für Weltcup-Rennen hätte: Ja, absolut. Ich kann es nicht jeden Tag fahren, weil mir meine Füße wehtun. Aber so schnell war ich im Flachen noch nie. Ich kann viel besser in Position bleiben und komme besser über die Schläge.

… wie er sich im Moment auf der Streif schlagen würde: Ich würde gewinnen. Ich fahre die besten Ski, die es gibt. Bei meinen Abfahrts-Ski habe ich den Radius erhöht, dadurch bin ich viel schneller im Flachen. Da kann man so viel Zeit holen. Die Ski sind genau so, wie ich sie mir vorstelle, sie passen perfekt auf meine Bedürfnisse. Ich weiß, worauf es beim Fahren ankommt – jetzt hätte ich die passenden Ski.

… ob andere Läufer mit Bomber-Ski im Weltcup fahren werden: Wir wollen keine Leute mit Geld anlocken. Für Athleten ist es immer schwer, sich für eine Ski-Firma zu entscheiden. Meistens geht es um das Geld. Aber ich bin davon überzeugt, dass sich einige Fahrer gegen das Geld und für die besten Ski entscheiden. Läufer werden auf uns zukommen und wir werden sie unterstützen.

… wann die Entscheidung über ein Comeback in der nächsten Saison fällt: Ich bin fit und in Form, in diesem Winter werde ich sie halten. Wahrscheinlich werde ich im Frühling ein Camp machen, weil Trainingslager nur auf Winterschnee zählen. Es wird ein längerer Prozess sein. Wenn ich merke, dass es doch nicht klappt, werde ich es lassen. Ich bin der Meinung, dass ich auf diesen Ski gewinnen kann. Wenn ich aber merke, dass es doch nicht so ist und es keinen Sinn macht, werde ich es lassen.

… ob er sein Karriereende verkünden würde, wenn es so sein sollte: Nein. Ihr werdet es merken, weil ich einfach nicht zurückkomme. Vielleicht dauert es ein paar Jahre bis ihr euch denkt, dass ich lange nicht da war. Dann könnt ihr mich fragen und ich werde es euch sagen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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