Reichelt: "Die Dichte im Speed ist ein Wahnsinn"

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Mit dem Sieg in der letzten Abfahrt vor der WM in St. Moritz fährt sich Hannes Reichelt in die Favoritenrolle.

"Eigentlich ist mir das ziemlich wurscht. Ich bin nur froh, dass die Form passt", meint der Salzburger nach seinem Sieg in Garmisch-Partenkirchen.

Wie schwer ein Sieg ist, erlebte er beim Zittern nach seiner Bestzeit mit Nummer 1 mit: "Ich bin im Ziel gestanden und habe mir gedacht: Der kann gewinnen. Der nächste kann gewinnen. Die Dichte im Speed ist ein Wahnsinn."

Frage: Sie haben sich bewusst für die Startnummer eins entschieden, warum?

Reichelt: "Da runter ist es so schwierig. Es schaut bei jedem Läufer ziemlich spektakulär aus, aber das hilft mir am Start nicht. Da ist es mir lieber, ich sehe keinen und fahre lieber als Erster runter. Ich wusste aber auch, dass es von Läufer zu Läufer noch unruhiger wird. Gestern war ich überrascht von der Geschwindigkeit, heute habe ich gewusst, es wird nicht mehr schneller. Am Kramersprung ist gut gearbeitet worden, man darf ja nicht nur schimpfen, sondern auch loben. Das hat gepasst. Es hat nach wie vor spektakulär ausgeschaut, für uns war es von der Sicherheit aber wesentlich besser."

Frage: Nach den groben Fehlern in Kitzbühel (9.) und gestern in Garmisch (4.) haben Sie gesagt, Sie hoffen auf die perfekte Fahrt. Jetzt ist sie schon vor der WM passiert ...

Reichelt: "... man kann ja perfekte Fahrten auch aneinanderreihen. Heute war das Ziel, mal ohne Fehler runterzukommen. In Kitzbühel habe ich einen groben Schnitzer gemacht, gestern das Gleiche. Da habe ich mich über mich selbst geärgert, dass ich so dumm bin. Heute habe ich bei der Kurve mal nicht alles riskiert. Als ich sie gut rübergebracht habe, war ich ein bisserl lockerer. Es war eine Fahrt ohne Schnitzer. Ich bin froh, dass ich auch noch den Speed hatte, weil es kann ja sein, dass du dann zu viel taktierst. Das ist mir Gott sei Dank heute nicht passiert, es hat genau gepasst. Wenn du den Grenzgang zwischen Ski laufenlassen und sicherer Linie findest, kannst du hier schnell sein. Und die Strecke liegt mir."

Frage: Ihre Kollegen bezeichnen Sie als Linienfuchs. War das die Linie, die man hier fahren muss, um zu gewinnen?

Reichelt: "Es gibt schon andere Linien auch, aber da steigt die Gefahr, dass man danebensteht. Es gibt sicher die schnellere Linie, aber ob man das bei den Schlägen immer fahren kann, ist die Frage."

Frage: Seit Ihrem zuvor letzten Sieg am 7. März 2015 in Kvitfjell ist einiges passiert, der Sturz in Kitzbühel vor einem Jahr, die Operation an der Lendenwirbelsäule im vergangenen September mit wochenlanger Trainingspause. Wie wichtig ist dieser Erfolg?

Reichelt: "Da waren schon viele zähe Sachen dabei, aber auch viele schöne. Seit ich in Kitzbühel mit dem groben Schnitzer noch so weit vorne mitfahren habe können, war erstens die Kitzbühel-Sache abgehakelt für mich. Das war sie aber eigentlich nach dem ersten Training schon. Und zweitens wusste ich, der Speed passt. Jetzt hieß es nur noch, das richtige Gefühl zu finden zwischen Angriff und einer sauberen Linie."

Frage: Wieviel Therapie benötigt Ihr Rücken?

Reichelt: "Die Therapeuten sind ganz schön eingespannt, ich habe jeden Abend so 45 Minuten Therapie. Die Kunst ist, nicht zu viel Spannung rauszunehmen, aber doch einiges. Dass ich eben solche Belastungen wie Kitzbühel oder hier auch gut rüberbringe, ohne dass ich Schmerzen habe. Und ich habe keine Schmerzen, weil die Therapie so gut läuft."

Frage: Wenn man die letzte Abfahrt vor der WM gewinnt, gilt man als Favorit. Wie geht es Ihnen damit?

Reichelt: "Eigentlich ist es mir ziemlich wurscht, ich bin nur froh, dass die Form passt. Ich bin heute im Ziel gestanden und habe mir gedacht: Der kann gewinnen. Der nächste kann schon wieder gewinnen. Die Dichte im Speed ist ein Wahnsinn, da können viele gewinnen, wenn sie keine Fehler machen. Das macht die Sache irgendwie interessant, aber auch zäh für dich als Läufer, weil du gegen so viele fahren musst."

Rennnbericht: Reichelt macht das Dutzend voll>>>

Ergebnis der 2. Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen>>>

Marcel Hirscher legt im Riesentorlauf in Garmisch-Partenkirchen nach! Mit Laufbestzeit im Finale sichert er sich seinen 43. Weltcupsieg.

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In der 2. Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen darf das ÖSV-Team jubeln. Verantwortlich dafür ist Hannes Reichelt, der seinen 12,. Weltcupsieg feiert. Die Bilder:

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Die erste Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen ist von vielen Stürzen geprägt. Erik Guay kommt bei seinem Beinahe-Salto glimpflich davon. Mehr Bilder:

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Aleksander Aamodt Kilde kann nach einem harten Torkontakt einen Sturz gerade noch verhindern.

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Nicht so viel Glück hat Steven Nyman: Der US-Amerikaner erleidet bei seinem Abflug eine Knie-Verletzung.

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Valentine Giraud Moine zieht sich Bänderverletzung an beiden Knien zu.

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Andreas Weimann trifft beim Wolves-Sieg in Liverpool

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