"Wenn du für Fleiß mit Schmerz bestraft wirst, lässt die Motivation irgendwann zu wünschen übrig."
Selbst der Alltag war mit Einschränkungen verbunden. "Der anstrengendste Tag der letzten Wochen war der Sonntag am Fußballplatz, wo ich meinem Buben zugeschaut habe", erzählt der Tiroler bei einem Medientermin seiner Skifirma Atomic. Langes Stehen oder Sitzen sind auch aktuell noch wenig förderlich.
"Wenn du für Fleiß mit Schmerz bestraft wirst, lässt die Motivation irgendwann zu wünschen übrig", gibt Feller zu.
Er habe im Sommer Tage gehabt, "an denen ich mir gedacht habe: Warum tust du dir den Sch… eigentlich an?"
Ein positiver Abschluss
Feller gibt die Antwort darauf selbst: "Ich möchte einen positiven Abschluss meiner Karriere und Spaß an dem Sport haben, der mir in meinem Leben so viel gegeben hat."
Das Ziel des Slalom-Kugel-Gewinners von 2023/24 ist es, Pi mal Daumen noch zwei Jahre professionell Ski zu fahren.
"Das bin ich dem Sport auch schuldig. Der hat mir über mein ganzes Leben so viel gegeben, dass ich das nicht so abschließe, wie die letzten zwei Jahre waren. Es hat sehr oft nicht viel Spaß gemacht. Das Ziel ist jetzt, dass der Spaß im Vordergrund steht – natürlich mit dem nötigen Ehrgeiz und der nötigen Professionalität. Dann werden auch die richtigen Ergebnisse rausschauen."
Kitzbühel und Schladming
Dabei bleibt der nunmehrige Slalom-Spezialist aber realistisch: "Ich gehe nicht mit der Erwartung in die Saison, dass ich um eine Kugel mitfahre."
Statt Kristall hat Feller eher einen "back-to-back"-Sieg in Kitzbühel und einen Triumph in Schladming sowie die WM im Visier.
Vor wenigen Tagen ist Feller wieder ins Schneetraining eingestiegen, spätestens Ende kommender Woche soll es erstmals zum Stangen-Training gehen.
Ob der ÖSV-Star in Levi (15. November), Gurgl (22.) oder erst in Val d'Isere (13. Dezember) die WM-Saison eröffnet, ist offen. Fest steht nur: "Ich werde definitiv nicht mit Schmerzen am Start stehen."
Dass er letztlich wieder mit einem Lächeln am Start stehen und seine Laufbahn irgendwann mit einem positiven Gefühl beenden kann, davon ist der leidgeprüfte Feller überzeugt.
"Ich habe in meiner Karriere schon so viel geschafft, ich weiß: Ich kann das auch noch schaffen."