Schmidhofer: "Wir bewegen uns alle am Limit"

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Während die Ski-Asse auf die Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo (ab 8.2.) hinfiebern, ist Österreichs Super-G-Weltmeisterin von 2017 zum Zuschauen verdammt.

Über einen Monat ist es her, dass sich Nicole Schmidhofer in der Abfahrt in Val d'Isere einen Verrenkungsbruch des linken Kniegelenks zugezogen hat, der das Zerreißen aller Kniegelenksbänder zur Folge gehabt hat.

"Mir geht es soweit gut, ich bin schmerzfrei", berichtet Schmidhofer bei LAOLA1. "Das wird schon wieder", gibt sich die Frohnatur optimistisch. Aufgeben war trotz der erneut schweren und komplexen Verletzung – Schmidhofer erlitt 2016 einen Kreuzbandriss – bei der 31-Jährigen nie ein Thema.

Im Februar ist die insgesamt dritte Operation geplant, bis dahin steht abgesehen von Physiotherapie nur Passiv-Sport auf dem Programm. "Skifahren, Skispringen, Biathlon – ich schau mir alles an, nur halt vor dem Fernseher", erzählt "Schmidi".

Die Steirerin wird natürlich auch bei der WM, die am 8. Februar beginnt, mit ihren Teamkolleginnen mitfiebern und hofft auf rot-weiß-rote Erfolge.

"Ich habe schon gesagt, sie sollen g‘scheit fahren, zum Feiern bin ich dann wieder bereit am Ende der Saison. Für die Medaillenfeier hätte ich dann Zeit", grinst Schmidhofer. "Das war mein Auftrag und mein Wunsch an die Mädls."

Schmidhofer und Ortlieb: "Wenn es wer zusammenbringt, dann wir zwei"

Der Wunsch wäre auch, dass das ÖSV-Team von weiteren schweren Stürzen verschont bleibt. Neben Schmidhofer kam zuletzt auch für Nina Ortlieb das Saison-Aus, in Crans Montana flog Stephanie Venier zwei Mal unschön ab, blieb aber zum Glück weitestgehend unverletzt.

Vor allem die Verletzung von Ortlieb, die sich einen Kreuzband-, Innenband-, Außenmensikus- und Patellasehenriss zuzog, schockte Schmidhofer.

"Der Sturz von Nina hat mich schon sehr geschreckt. Vor allem die Schwere der Verletzung mit der Patellasehne - das ist schon ziemlich zach und es wird auch ein harter Kampf", weiß die 31-Jährige. "Aber Nina und ich haben schon gesprochen, wir haben gesagt: Wir zwei schaffen das und wir sind nächstes Jahr fix wieder dabei. Wenn es wer zusammenbringt, dann sind wir zwei das, haben wir beschlossen."

Schmidhofer über Stürze: "Es ist oft einfach Pech"

Selber am Start zu stehen ist Schmidhofer ohnehin um einiges lieber als die Rennen vor dem TV zu verfolgen. "Zuschauen ist viel schlimmer", sagt Schmidi.

Aktuell bleibt ihr gezwungenermaßen nur die Zuschauerrolle, da fallen Stürze umso mehr auf. Während Schmidhofer in der Saisonvorbereitung vergleichsweise wenige Verletzungen registrierte, seien es im Winter bisher gefühlt mehr.

"Wir bewegen uns alle am Limit - der eine mehr, der andere weniger."

Schmidhofer über Stürze im Ski-Weltcup

Woran das liegt? "Ich habe keine Ahnung. Wir bewegen uns alle am Limit - der eine mehr, der andere weniger. Ich versuche mich eigentlich nicht ganz am Limit zu bewegen, sondern nur an mein Limit heranzukommen", erklärt Schmidhofer.

"Aber wie man sieht, kann es oft blöd zugehen. Ich habe bei meinem Sturz keinen großartigen Fehler gemacht, aber es ist einfach saublöd gelaufen, dass es mich da vorne draufgestaucht hat und mir dann die Ski zusammengeschlagen hat. In 90 Prozent der Fälle fährt man in so einer Situation die Kurve fertig, aber mir hat es leider die Ski zusammengeschlagen und ich bin abgeflogen. Also es ist oft einfach auch ein bisschen Pech dabei."

Kritik nach Spitals-Auftritt mit Sponsoren: "So war es auch Werbung"

Schmidhofer hadert jedoch nicht mit den Umständen ihres Sturzes sondern blickt nach vorne. Eine große Unterstützung sind ihr dabei ihre Sponsoren.

Dass sie diese nach ihrem Sturz am Krankenbett in Szene gesetzt hat, sorgte medial für Kritik. Die Aufregung kann Schmidhofer nicht nachvollziehen.

"Das habe ich überhaupt nicht verstanden. In so einer Situation bist du einfach nur froh, dass die Sponsoren alle da sind und hinter dir stehen. Wenn es gut läuft sind so viele da und es wollen alle was von dir. Aber wenn du mit so einer schweren Verletzung im Krankenhaus liegst und alle meine Partner  – ob große oder kleine – sagen: 'Das wird schon wieder, mach dir keine Gedanken, wir machen das schon', dann ist das schon eine Erleichterung", sagt Schmidhofer.

Viele würden bei all der Kritik nicht verstanden haben, was dahintersteckt. Hier geht es auch um eine Art finanzielle Absicherung für Sportler, während diese ihren Job, das Skifahren, nicht ausüben können.

"Wenn du ein Rennen fährst, bekommst du Geld von deinen Sponsoren, wenn du keine Rennen fährst, kriegst du dementsprechend auch kein Geld. Ich kann ja weder stempeln gehen noch in Krankenstand."

Schmidhofer über finanzielle Unsicherheit nach Stürzen

"Wir sind ja nicht beim ÖSV angestellt. Wenn du ein Rennen fährst, bekommst du Geld von deinen Sponsoren, wenn du keine Rennen fährst, kriegst du dementsprechend auch kein Geld. Ich kann ja weder stempeln gehen noch in Krankenstand. Ich kriege schon gewisse Leistungen, aber nicht das, was man sonst kriegen würde", erklärt die Steirerin. "Wenn die Sponsoren dann trotzdem sagen, wir regeln das und man über das nicht nachdenken muss, ist es schon sehr angenehm."

Dass ihr Auftritt im Krankenbett für so viel Aufsehen gesorgt hat, sei letztlich sogar positiv gewesen. "So war es auch Werbung. Die Kritik ist ja auch eine Werbung, weil so viele Leute, wie sich darüber aufgeregt haben, hätten sich das normal nie angeschaut, wenn nicht Kritik aufgekommen wäre. Also ich habe das auch sehr positiv aufgefasst", sagt Schmidhofer.

Und es wird auch der Tag kommen, an dem Schmidi ihre Sponsoren wieder auf und neben den Rennstrecken präsentieren kann.

Textquelle: © LAOLA1.at

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