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NEWS
Ärger über Mixed: "Damen-Skispringen zerstört"
Nicht nur in Österreich fallen die Reaktionen auf die Farce im Mixed-Skispringen empörend aus, auch in Deutschland ärgert man sich über die Ereignisse mit insgesamt fünf Disqualifikationen von Athletinnen.
"Das ist ein Desaster für unsere Sportart", sagte Ex-Springer und -DSV-Bundestrainer Andreas Bauer in einem Interview der "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten".
Die Athletinnen seien vor einem Millionenpublikum regelrecht vorgeführt worden. "So darf sich eine Sportart auf der weltgrößten Bühne des Sports nicht präsentieren. Das war ein Skandal", rügt das heutige Mitglied der Materialkommission und des Sprungkomitees der FIS den Internationalen Skiverband.
Während es auf Seite des ÖSV Daniela Iraschko-Stolz getroffen hat, wurde beim DSV die Olympia-Zweite Katharina Althaus disqualifiziert. Deutschland verpasste deshalb sogar den 2. Durchgang.
Althaus untröstlich
"Wir haben uns so darüber gefreut, dass wir einen zweiten Wettkampf hier bei Olympia haben. Die FIS hat das mit dieser Aktion zerstört. Ich finde, die haben das Damen-Skispringen zerstört", wird Althaus bei "Eurosport" zitiert und meint weiter:
"Unsere Namen stehen jetzt alle da, wir haben einfach die Arschkarte gezogen. Damit macht man Nationen kaputt, Förderungen, und den ganzen Sport unfair."
Dass die polnische Frauen-Kontrolleurin Aga Baczkowska und der für die Männer zuständige Finne Mika Jukkara gemeinsam kontrolliert haben, wirft für den früheren DSV-Bundestrainer Werner Schuster Fragen auf.
Der Österreicher bei "Eurosport": "Der Männer-Kontrolleur hat für seine Sportart eine Linie hereingebracht, die Frauen-Kontrolleurin hat für ihre Sportart eine Linie hereingebracht. Die Schwäche bei diesem Test: Wenn wir fünf verschiedene Leute ein Maßband anlegen lassen, erhalten wir möglicherweise vier verschiedene Werte. Aber man muss auch konstruktiv bleiben und die Frage stellen, wie wir das lösen. Meine Hoffnung ist, dass dieses Springen ein Anlass ist, um noch einmal über die Bücher zu gehen und zu fragen: Wie bekommen wir mehr Transparenz herein? Gleichzeitig aber auch: Wie machen wir Werbung für den Sport? Es wurde eine große Chance vertan. Erstmals ein Mixed-Wettbewerb bei Olympia - und dann fällt man solche Entscheidungen. Das kommt ganz schlecht rüber."