Bernd Freimüller erklärt das Olympia-Turnier

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Die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang müssen ohne NHL-Stars auskommen, die das Eishockey-Turnier bereichern.

Wird es ein Schaulaufen der besten Ligen in Europa - oder doch ein Langweiler?

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller nimmt das Olympia-Turnier, das in Gangneung und Kwandong ausgetragen wird, unter die Lupe. Der Wiener erklärt den Modus, stellt die Kader vor und beantwortet auch die Frage, warum die großen Stars beim Event in Südkorea nur zuschauen dürfen.

Wieso sind keine NHLer dabei?

Die Klub-Besitzer wollten ihre Spieler nicht mehr freistellen, für sie war der Werbe-Effekt eines "best-on-best"-Turniers nicht so wichtig, als dass die beste Liga der Welt wieder eine Pause und damit einen komprimierten Spielplan hingenommen hätte.

Die Spielergewerkschaft lehnte auch ein spätes Angebot zur Olympia-Teilnahme ab, sie wollte im Gegenzug den 2020 auslaufenden CBA (=Gesamtarbeitsvertrag der NHL) nicht vorzeitig verlängern. Aussagen von Cracks wie Alexander Ovechkin, der trotzdem nach Südkorea fliegen wollte, erwiesen sich schließlich als heiße Luft. NHLer, aber auch AHLer oder in Europa spielende Cracks unter NHL-Vertrag sind in Pyeongchang nicht zugelassen.

Das Format und die Regeln

Drei Gruppen mit vier Teams, die Gruppen-Sieger sowie der beste Gruppen-Zweite sind bereits für das Viertelfinale qualifiziert. Der Rest spielt in K.o.-Spielen die restlichen Viertelfinal-Plätze aus. Danach geht es ganz normal mit Semifinale und Finale (jeweils ein Spiel) weiter.

Pro Team können 25 Spieler gemeldet werden, 22 davon am Spielbericht. Neu ist erstmals bei einem IIHF-Turnier: Zusätzlich zu den üblichen Video Reviews ist pro Spiel ein "Coach's Challenge" für jedes Team zugelassen. Hier können eventuelle Abseits bzw. Torhüter-Behinderungen angesehen werden. Sollte sich die ursprüngliche Abseits-Entscheidung als richtig erwiesen haben, kassiert das reklamierende Team eine Zwei-Minuten-Strafe! Bei der Torhüter-Behinderung verliert die Mannschaft nur sein Timeout...

Die nordamerikanischen Teams

Ohne NHLer setzen sich die Teams aus Kanada und den USA vor allem aus in Europa spielenden Cracks zusammen, da gibt es ja Auswahl genug. Beide Teams testeten bei einigen Turnieren, vom Deutschland- bis zum Spengler-Cup.

Für Leute wie mich, die viel in Europa unterwegs sind, gibt es hier natürlich fast nur bekannte Namen: Team Kanada setzt – dem Lauf der Zeit gemäß – auf ein kleineres, aber mobiles Team, vor allem in der Defensive sind Puckträger und -mover gefragt.

Chay Genoway, Mat Robinson und Chris Lee waren mangels Körpergröße der Erfolg in Übersee versagt, in der KHL sind sie aber sehr gefragte Leute. Vor allem Lee hatte kaum Meriten in Übersee, spielt aber schon seit acht Jahren in Europa und sieht in seiner vielleicht letzten Saison mit 37 Jahren noch einem Karriere-Höhepunkt entgegen. Eine gute WM mit Kanada im letzten Frühjahr brachte ihm nur ein Zwei-Weg-Angebot der Los Angeles Kings ein, sodass er heuer wieder in Magnitogorsk spielt. Der schussgewaltige Maxim Noreau (SC Bern) wird vor allem im Powerplay gefragt sein.

Auch in der Offensive waren Skills gefragt, einzig Rob Klinkhammer würde ich als Brecher einstufen. Linden Vey wechselte nach einer Super-Saison mit Astana erst vor kurzem nach Zürich, er gehört sicher zu den Spielern, die sich für einen Vertrag in Nordamerika in die Auslage stellen wollen. Neben den Spielern aus der KHL, NL und SHL sind auch drei "reine" AHLer dabei: Defender Cody Goloubef und die Forwards Christian Thomas und Kapitän Chris Kelly.

Im Betreuerstab mit dabei: Der 70-jährige Dave King, der das europäische Eishockey seit Jahrzenten kennt. Ich nehme an, auch seine Anschauung hat sich über die Jahre gewandelt. Denn wie sagte einst ein NHL-GM: "Dave Kings Traum von einem perfekten Spiel? Ein 0:0 ohne Torchancen."

Im Vergleich zum Team Kanada setzt sich das US-Team aus mehr Ligen zusammen. Goalie Brandon Maxwell hat sich etwa nach einem schwächeren Start in der tschechischen Extraliga festgespielt, Chad Kolarik ist ein Offensivbringer in Mannheim, Noah Welch ein solider Defender in Växjö, James Wisniewski schaffte es mit 33 sogar aus der DEL2 nach Südkorea.

Dazu kommen noch einige AHLer (Chris Bourque und John McCarthy) und College-Cracks (Will Borgen, Ryan Donata, Jordan Greenway). Der 39-jährige Kapitän Brian Gionta hat heuer überhaupt kein Klubteam, hielt sich in seiner Heimatstadt Rochester fit.

Einer meiner Lieblingsspieler: Goalie Ryan Zapolski, der es als reiner ECHL-Spieler über die finnische "Liiga" bis in die KHL und jetzt zu Olympia schaffte. Apropos Goalies: Wird Dave Leggio bei einem Breakaway wieder sein Tor aus den Angel heben? In der AHL und DEL führte sein patentierter Move zu Regeländerungen, im IIHF-Regelbuch ist dafür weiter nur ein Penalty Shot vorgesehen.


VIDEO - Dave Leggios "Signature Move":

(Text wird unterhalb fortgesetzt)


"Olympic Athletes from Russia"

So lautet der nach Doping-Skandalen blumige Name für die russischen Athleten bei Olympia, auch im Eishockey fielen kurz vor dem Turnier noch einige Namen aus nicht offiziellen Gründen aus dem Kader. Doch dieser liest sich trotzdem imposant, setzt sich fast nur aus Spielern der Top-KHL-Teams St. Petersburg und CSKA Moskau zusammen. Zu den drei "blockfremden" Cracks gehört aber Sergey Mozyakin aus Magnitogorsk, seit Jahren der Punktgarant in der KHL.

Mit Ilya Kovalchuk und Pavel Datsyuk gibt es zwei ehemalige NHL-Stars zu bewundern, mit Kirill Kaprizov einen zukünftigen – aber wann geht der Wild-Draftpick wirklich rüber? Defender Andrei Zubarev draftete ich damals für Atlanta, er spielte dann auch einige NHL-Spiele, zog aber das einfachere KHL-Geld einem Zwei-Wege-Dasein in Nordamerika vor.

Schon aufgrund der Blockbildung und starken Liga gilt Russland – um das Team beim richtigen Namen zu nennen – als Favorit, aber wie immer bleibt die Frage, ob die Stars ihr eigenes Ego hintanstellen können...

Schweden, Finnland und Tschechien

Alle drei Teams sind mehr oder minder Liga-Auswahlen mit eingestreuten KHL- und NL-Legionären, vor allem Tschechien setzt gleich auf 14 KHL-Cracks.

Martin Erat (Kometa Brno) verfügt hier über fast 900 Spiele an NHL-Erfahrung. Finnland dürfte sich vor allem wieder über das Teamspiel und die Kampfkraft definieren. Die Liiga-Teams müssen in ihren Spielen nächste Woche auf ihre elf Nationalteam-Cracks verzichten, die Ligapause beginnt in Finnland erst am 18. Februar.

Die Winterspiele in PyeongChang müssen ohne aktuelle NHL-Spieler auskommen. Dennoch gehen einige Stars in Südkorea auf das Eis.

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Kanada: Justin Peters - Kölner Haie (DEL) - 83 NHL-Spiele

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Der langjährige Goalie der Carolina Hurricanes konnte sich gegen Cam Ward nicht durchsetzen. Spielte nach seinem Abgang 2014 nur in 15 NHL-Spielen, kam hauptsächlich in der AHL zum Einsatz. Absolvierte in der Saison 2017-18 14 Spiele für Dynamo Riga in der KHL, bevor er nach Deutschland wechselte.

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Ben Scrivens - Salavat Yulaev Ufa (KHL) - 144-NHL-Spiele

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Der ungedraftete Goalie startete seine Karriere bei den Toronto Maple Leafs, wo er als Backup fungierte. Nach Stationen in Los Angeles, Edmonton und Montreal startete der Kanadier 2016 sein Europa-Abenteuer bei Dynamo Minsk aus der KHL. Scrivens hält den Rekord für die meisten parierten Schüsse in einem NHL-Regular-Season-Shutout mit 59.

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Rene Bourque - Djurgårdens IF (SHL) - 752 NHL-Spiele

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Der 36-jährige Flügelspieler, der insgesamt 15 NHL-Saisonen bestritt, geht in seine zweite Großveranstaltung mit "Team Canada". 2010 wurde er mit Kanada 7. bei der WM. Bourques NHL-Karriere endete im August 2017, er unterschrieb beim schwedischen Team Djurgårdens IF.

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Chris Kelly - Belleville Senators (AHL) - 925 NHL-Spiele

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Kelly verbrachte acht seiner 14 NHL-Saisonen bei den Ottawa Senators. In der sechsjährigen Pause ging er für die Boston Bruins auf das Eis, mit denen er 2011 den Stanley Cup gewinnen konnte. Nach einem Sommer, in dem er keinen neuen Vertrag erhalten hatte, kam er beim AHL-Team der Senators unter.

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Rob Klinkhammer - Ak Bars Kazan (KHL) - 193 NHL-Spiele

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Der harte Verteidiger absolvierte die meisten seiner NHL-Einsätze für die Arizona Coyotes. Nach mehreren Stationen in der NHL, darunter Pittsburgh und Edmonton, entschied sich Klinkhammer 2016 zu Dynamo Minsk zu wechseln. Bei seinem Arbeitgeber in Kazan steht er seit der aktuellen Saison unter Vertrag.

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Maxim Lapierre - HC Lugano (NLA) - 694 NHL-Spiele

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Dem körperbetonten Center wird nachgesagt, dass er seine Gegenspieler gekonnt provoziert. Lapierre bestritt 13 NHL-Saisonen, wechselte im September 2015 zu MODO nach Schweden. Nach einem Trainerwechsel zog es ihn im Jänner 2016 in die Schweiz.

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Mason Raymond - SC Bern (NLA) - 607 NHL-Spiele

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Raymond verbrachte neun seiner zehn NHL-Jahre in Kanada. In der Saison 2016/17 kam er für die Anaheim Ducks in vier Spielen zum Einsatz. Nach dem Jahr in Kalifornien zog es den Spengler-Cup-Sieger von 2016 in die Schweizer Hauptstadt.

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Derek Roy - Linköpings HC (SHL) - 787 NHL-Spiele

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Der ehemalige Teamkollege von Thomas Vanek erlebte in Buffalo seine besten Zeiten. Nach einem Trade zu den Dallas Stars kam er nicht mehr in die Gänge. In Vancouver, St. Louis, Nashville und Edmonton wurde der Center ebenfalls nicht glücklich, so startete er 2015 seine Europa-Karriere beim SC Bern. Nach Stationen in der KHL zog es ihn in dieser Spielzeit nach Schweden.

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Wojtek Wolski - Metallurg Magnitogorsk (KHL) - 480 NHL-Spiele

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Der gebürtige Pole kam als Kind in sein neues Heimatland. Der 31-Jährige spielt seit 2013 in der KHL, gewann 2016 den Gagarin Cup mit Metallurg Magnitogorsk. 2016 schien seine Karriere ein jähes Ende zu nehmen: Wolski bricht sich in einem Spiel das Genick. Wolski kam von der Verletzung zurück und spielt seit dieser Saison wieder für "Magnitka".

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Tschechien: Martin Erat - HC Kometa Brno (Tschechien) - 931 NHL-Spiele

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Erat verbrachte 12 Jahre bei den Nashville Predators, bevor er einen Wechsel verlangte. Das Team aus Tennessee machte das Beste draus und tauschte den Tschechen zu den Washington Capitals für den späteren All-Star Filip Forsberg. Nach einem weiteren missglückten Trade wechselte Erat in die KHL. Von dort ging es ein Jahr später in die Heimat zu Kometa Brno.

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Schweiz: Jonas Hiller - EHC Biel (NLA) - 437 NHL-Spiele

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Der Torhüter verbrachte die meiste Zeit seiner NHL-Karriere bei den Anaheim Ducks, welche ihn nach einer erfolgreichen Zeit beim HC Davos verpflichteten. Nach sieben Jahren in Kalifornien zog es ihn nach Calgary, wo er in der ersten seiner beiden Saisonen als Starter fungierte. 2016 zog es den All-Star von 2011 zurück in seine Schweizer Heimat.

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Raphael Diaz - EV Zug (NLA) - 214 NHL-Spiele

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So wie Hiller wurde auch Diaz nicht in die NHL gedraftet. Nach acht Jahren bei EV Zug wurde er mit 25 Jahren von den Montreal Canadiens verpflichtet. Nach einigen Jahren in der NHL verbrachte er die meiste Zeit der Saison 2015/16 in der AHL. Aus diesem Grund unterzeichnete er schon im Dezember 2015 einen Fünfjahresvertrag beim EV Zug.

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Slowakei: Ladislav Nagy - HC Kosice (Slowakei) - 553 NHL-Spiele

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Der 38-jährige Oldie startete 1999 seine NHL-Karriere bei den St. Louis Blues. Nach Stationen in Phoenix, Dallas und Los Angeles ging er 2008 zurück nach Europa in die KHL. Nagy mutierte in seiner Zeit in Europa zum Wandervogel, in zehn Jahren absolvierte er neun Vereinswechsel. Nagy gewann 2002 die Weltmeisterschaft mit dem slowakischen Nationalteam.

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Slowenien: Jan Mursak - Frölunda (SHL) - 46 NHL-Spiele

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Der zweite Slowene, der je in der NHL gespielt hatte, kann, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Anze Kopitar, nicht auf eine lange NHL-Karriere zurückblicken. Während des NHL-Lockouts 2012 schnürte der heute 30-Jährige seine Schuhe für das damalige EBEL-Team Olimpija Ljubljana. Mursak erzielte bei den Olympischen Spielen 2014 ein Empty-Net-Tor gegen Österreich.

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Russland: Slava Voynov - SKA St. Petersburg (KHL) - 254 NHL-Spiele

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Die NHL-Karriere des Verteidigers nahm 2014 ein abruptes Ende. Der zweifache Stanley-Cup-Sieger mit den Kings wurde wegen häuslicher Gewalt an seiner Gattin festgenommen und im Juli 2015 verurteilt. Im September lösten Voynov und die Kings den Vertrag des Russen auf. Voynov kehrte danach freiwillig in seine Heimat zurück, um einer Abschiebung zuvorzukommen.

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Ilya Kovalchuk - SKA St. Petersburg (KHL) - 848 NHL-Spiele

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Im Juli 2010 unterzeichnete der erste Pick des 2001-Draft einen 17-Jahres-Vertrag in der Höhe von 102 Millionen Dollar, um bei den New Jersey Devils zu bleiben, doch die Liga löste den Vertrag auf, da er den Salary Cap umging. Kovalchuck beendete seine NHL-Karriere 2013, indem er "zurücktrat", um einen hochdotierten Vertrag bei SKA St. Petersburg anzunehmen. Kovalchuck ist dreifacher Weltmeister und gewann 2002 Bronze mit Russland. Der mehrfache All-Star ist auch zweifacher Gagarin-Cup-Sieger mit SKA.

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Pavel Datsyuk - SKA St. Petersburg (KHL) - 1110 NHL-Spiele

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Der zweifache Stanley-Cup-Sieger mit den begnadeten Händen spielte während seiner 14-jährigen NHL-Karriere nur für Detroit. Datsyuk erreichte in seiner Zeit in der NHL 1031 Punkte, gewann die Lady Byng Trophy viermal in Folge und die Selke Trophy dreimal en suite. In seiner ersten Saison in Russland konnte Datysuk mit SKA den Gagarin Cup gewinnen.

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Vadim Shipachyov - SKA St. Petersburg (KHL) - 3 NHL-Spiele

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Der KHL-Star wurde mit großen Hoffnungen vom NHL-Neuling aus Las Vegas verpflichtet. Der zweifache Gagarin-Cup-Sieger mit SKA St. Petersburg und dreifache KHL-All-Star wurde kurz vor Saisonbeginn zum Farmteam degradiert. Am 15. Oktober feierte er sein NHL-Debüt und wurde nur vierzehn Tage später suspendiert, weil er nach einer erneuten Degradierung nicht in Chicago vorstellig wurde. Nach der Vertragsauflösung im November kam er wieder bei SKA unter.

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Sergei Mozyakin - Metallurg Magnitogorsk (KHL) - 0 NHL-Spiele

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Mozyakin wurde zwar 2002 von Columbus gedraftet, doch der heute 36-Jährige verbrachte seine Profi-Karriere ausschließlich in Russland. Der Flügelspieler ist dreifacher MVP der KHL und zweifacher Gagarin-Cup-Sieger mit Magnitogorsk. Der sechsfache All-Star erzielte während seiner Profikarriere 492 Tore für ZSKA Moskau, Atlant und "Magnitka" und wurde zweifacher Weltmeister.

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Mikhail Grigorenko - ZSKA Moskau (KHL) - 217 NHL-Spiele

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Der 12. Pick des NHL-Drafts 2012 hat sich nicht lange in der besten Liga der Welt gehalten. Nach fünf Jahren, aufgeteilt auf die Sabres und die Avalanche, landete er in der KHL bei ZSKA Moskau. Grigorenko wurde vor den späteren All-Stars Zemgus Girgensons (14), Andrei Vasileyskiy (19) und Connor Helleybuyck (130), sowie vor Stanley-Cup-Sieger Matt Murray (83) gedraftet.

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USA: Brian Gionta - Free Agent - 1118 NHL-Spiele

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Im Gegensatz zu Grigorenko kann der aktuell vereinslose Gionta auf eine lange Karriere in der NHL zurückblicken. Gionta verbrachte 15 Saisonen in der nordamerikanischen Liga, gewann 2003 den Stanley Cup mit den New Jersey Devils. Der 39-Jährige lehnte mehrere Verträge ab, um an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Gionta wird in PyeongChang als Kapitän fungieren.

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James Wisniewski - Kassel Huskies (DEL2) - 576 NHL-Spiele

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Wisniewski verbrachte 14 Saisonen in der NHL, unter anderem in Chicago, Anaheim und Columbus. Wisniewski trat 2016 den Weg ins Ausland an, ging ans andere Ende der Welt zu Admiral Vladivostok in der KHL. Nach 16 Spielen heuerte er im Dezember 2016 für den Spengler Cup beim HC Lugano an, mit dem er ins Finale einzog. Seit Oktober 2017 spielt er bei den zweitklassigen Kassel Huskies.

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Deutschland: Christian Ehrhoff - Kölner Haie (DEL) - 862 NHL-Spiele

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Ehrhoff wurde von den San Jose Sharks 2001 gedraftet, schaffte 2003 den Sprung in die NHL. Der heute 35-Jährige spielte in seinen 12 NHL-Saisonen außerdem noch für die Vancouver Canucks, die Buffalo Sabres, die Pittsburgh Penguins, die Los Angeles Kings und die Chicago Blackhawks. 2016 gewann er mit Team Europa Silber beim World Cup of Hockey.

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Marcel Goc - Adler Mannheim (DEL) - 699 NHL-Spiele

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Goc wurde ebenfalls 2001 von den San Jose Sharks gedraftet. Der Erstrunden-Pick stieß für die Playoffs 2004 zu den Sharks, absolvierte die Regular-Season beim AHL-Farmteam. Goc blieb bis 2015 in der besten Eishockey-Liga der Welt, bevor es ihn zurück nach Mannheim zog, wo er schon vor seiner NHL-Karriere spielte.

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Finnland: Miro Heiskanen - HIFK (Liiga) - 0 NHL-Spiele

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Der 18-jährige Miro Heiskanen wurde 2017 im NHL-Draft an dritter Position von den Dallas Stars ausgewählt. Der Verteidiger, in den die Texaner große Hoffnungen legen, verbringt bereits seine zweite Profi-Saison in Helsinki. Der U18-Weltmeister von 2016 wird wohl in der nächsten Saison bei den Stars vorstellig werden und seine NHL-Karriere starten.

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Sami Lepistö - Jokerit (KHL) - 186 NHL-Spiele

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Lepistös NHL-Karriere ist seit 2012 zu Ende. Der heute 33-Jährige verbrachte fünf Jahre in der NHL, spielte für die Washington Capitals, Phoenix Coyotes, Columbus Blue Jackets und die Chicago Blackhawks. Nach seinem Gastspiel in der "Windy City" zog es ihn quer durch die KHL. Seit der aktuellen Saison spielt der Verteidiger beim finnischen KHL-Team in Helsinki.

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Schweden: Jhonas Enroth - Dynamo Minsk (KHL) - 154 NHL-Spiele

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Enroth begann seine NHL-Karriere 2009 bei den Buffalo Sabres. Der heute 29-Jährige fungierte bis 2014 als Backup, wurde ein Jahr später nach Dallas verfrachtet. Bei den Stars wanderte Enroth hinter Kari Lehtonen in die zweite Reihe. Weder in Los Angeles noch in Toronto konnte er seine Karriere wiederbeleben, so zog es ihn in der aktuellen Saison nach Weißrussland.

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Joel Lundqvist - Frölunda (SHL) - 159 NHL-Spiele

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Der Zwillingsbruder von Rangers-Goalie Henrik Lunqvist wurde 2000 im Draft von den Dallas Stars gewählt. Im Gegensatz zu seinem Bruder währte die NHL-Karriere von Joel nicht lange, 2009 ging er zurück zu seinem Stammverein Frölunda. Joel ist dreifacher schwedischer Meister und zweifacher Champions-League-Sieger mit dem Team aus Göteborg. Mit Schweden wurde er drei Mal Weltmeister, 2017 stand er als Kapitän gemeinsam mit seinem Bruder Henrik für die "Tre Kronor" auf dem Eis.

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Rasmus Dahlin - Frölunda (SHL) - 0 NHL-Spiele

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Der 17-Jährige ist neben Miro Heiskanen der interessanteste junge Spieler des Turniers. Der 2000 geborene Dahlin ist der designierte erste Pick des kommenden NHL-Drafts. Dahlin spielt aktuell seine zweite Profi-Saison für Frölunda, gewann 2017 die Champions League. Der Verteidiger gewann mit Schweden die Silbermedaille bei den World Juniors im Jänner.

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Viktor Fasth - Växjö (SHL) - 63 NHL-Spiele

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Fasth unterzeichnete 2012 einen Vertrag mit den Anaheim Ducks, musste wegen des Lockouts aber bis Jänner 2013 auf sein Debüt warten. Der Schwede sollte sich in der folgenden Saison früh verletzen, kam in der NHL kaum zu Eiszeit. 2015 ging Fasth zu ZSKA Moskau in die KHL, bevor er vor der aktuellen Saison zu seinem Heimatverein zurückkehrte.

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Linus Omark - Salavat Yulaev Ufa (KHL) - 79 NHL-Spiele

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Omark wurde 2009 zur "YouTube-Sensation", da er in Spielen kreative Torschüsse auspackte und damit teilweise erfolgreich war. Weniger erfolgreich verlief seine NHL-Karriere. 2007 wurde er von den Edmonton Oilers gedrafet. Omark wurde weder in Edmonton noch in Buffalo glücklich und wechselte zurück in die Heimat, nur um der folgenden Saison in der KHL anzuheuern.

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Auch Schweden bedient sich vor allem in der KHL (zwölf Cracks), beide Goalies – Jhonas Enroth (Minsk) und Magnus Hellberg (Kunlun) - könnten sich nach dem Turnier noch verändern, da ihre Teams die Playoffs verpasst haben. Mit Joel Lundqvist – im Sommer noch in der CHL gegen den KAC präsent – führt ein Routinier das Team an.

Slowakei, Schweiz und Deutschland

Beim Team Slovakia kommen überraschend gleich zehn Spieler aus der eigenen Extraliga zum Einsatz, ein Stürmer wie Matus Sukel vom Tabellen-Nachzügler Liptovsky Mikulas muss sich da wie im Traum vorkommen. Talentierte Cracks wie die beiden Nitra-Angreifer Michael Kristof und Matej Paulovic wollen sich bestimmt für ein Auslands-Eengagement ins Schaufenster spielen, für Routiniers wie Tomas Starosta, Tomas Surovy und Ladislav Nagy gilt das eher nicht mehr. Kann das Team mit solchen Cracks aber das Tempo der großen Nationen mitgehen?

Auch Marco Sturm setzte beim deutschen Team auf Routine, bei der komprimierten Vorrunde sah er keine Zeit für Newcomer. Die Frage lautet: Können DEL-Scorer wie Leonhard Pföderl, Patrick Reimer oder Matthias Plachta hier für die nötigen Tore sorgen?

Wie Deutschland präsentiert sich auch die Schweiz als reine Liga-Auswahl, mit der Ausnahme der NHL und vielleicht KHL können es sich die Liga-Stars natürlich auch nirgends finanziell verbessern. Mit Leonardo Genoni, Tobias Stephan und Jonas Hiller verfügt die Schweiz wie Deutschland (Danny aus den Birken, Dennis Endras, Timo Pielmeier) über starke Goalies.

Auf wen schauen die Scouts?

Ich weiß nicht, welche Pro Scouts und GMs die Reise nach Südkorea antreten werden. Aber durch das Ausbleiben der NHLer können sie sich einen guten Einblick über das europäische Eishockey verschaffen und einige ungedraftete Spieler beobachten.

Dazu gehören etwa der flinke Dominik Kahun (Deutschland) oder der sich seit seinen Juniorentagen in Übersee stets steigernde Pius Suter (Schweiz). Ist Artyom Zub, der sich beim Starensemble in St. Petersburg durchgesetzt hat, ein Thema als Tiefenverteidiger? Wird es beim schwedischen Wunderkind Rasmus Dahlin etwas Neues zu sehen geben? Eher nicht, bei ihm geht es nur mehr darum, wer heuer die Lotterie gewinnt und ihn als Nummer eins draften darf.

Aber Olympia ist eine gute Gelegenheit, die eigenen Draftpicks auf europäischem Spitzenniveau zu beobachten. Der 19-jährige Miro Heiskanen (Finnland) gilt als einer der besten Puck-Moving-Defensemen in Europa, Dallas kann sich schon auf ihn freuen. Sein Landsmann Eeli Tolvanen trumpfte heuer für Jokerit Helsinki in der KHL auf, Nashville hofft auf einen potenziellen Goalgetter. Und Minnesota-Vertreter können neben Kaprizov auch Powerforward Greenway gegen starke Konkurrenz beobachten.

Wie ist die EBEL vertreten?

Vor allem natürlich durch das slowenische Team: Luka Gracnar (Salzburg), Miha Verlic (VSV), Mitja Robar (KAC), Luka Vidmar und Ales Music (Fehervar), Ken Ograjensek (Graz) sowie Ziga Pance (Dornbirn).

Kevin Poulin (Kanada/Zagreb) und Stefan Espeland (Norwegen/KAC) spielten noch vor kurzem in unserer Liga. Die EBEL-Cracks sind bis mindestens zu den Qualifikationsspielen am 20. Februar im Einsatz, versäumen daher auch noch ein Spiel nach der Pause. Die Liga selbst pausiert nicht für Olympia, nimmt nur den normalen IIHF-Länderspielbreak wahr, der aber deswegen um eine Woche nach hinten gereiht wurde.

Ebenfalls in Korea dabei: Der in der EBEL agierende US-Head Mark Lemelin...

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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