Benjamin Karl über Ledecka-Gold begeistert

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Richtig begeistert zeigte sich Benjamin Karl nach dem sensationellen Goldgewinn seiner Snowboard-Kollegin Ester Ledecka im Super-G der Ski-Damen vor Anna Veith.

"Ich habe mich so gefreut, als ob ich selber Gold gewonnen hätte", sagt der vierfache Weltmeister aus Niederösterreich in Pyeongchang.

Karl zählt beim Parallel-Slalom am vorletzten Olympia-Tag ebenso zu den Favoriten wie Ledecka bei den Damen. "Ich freue mich so riesig über den Ski-Sieg von Ester, weil es auch für unseren Sport ein Riesenschritt ist. Snowboarden ist jetzt in aller Munde", ist Karl überzeugt.



"Skifahren und Snowboard artverwandt"

Der in Lienz lebende Wilhelmsburger kann die Verwunderung darüber, dass Ledecka sowohl am Board als auch auf Ski Weltklasse ist, nicht ganz nachvollziehen. "Ich sage schon seit Jahren, dass Skifahren und Snowboard artverwandt sind. Ich habe auch immer schon gesagt, wie cool wäre es, wenn wir Boarder mit dem Ski-Weltcup mitreisen könnten und quasi die Vor-Band wären für den Ski-Weltcup. Das wäre meine Idee von einer Symbiose. Wir sind Bruder und Schwester, wir gehören zusammen."

Auch vier Jahre davor in Sotschi habe man das eindrucksvoll sehen können. "Wir waren dort direkt nebeneinander", so Karl. "Die Skifahrer waren bei uns zuschauen und wir bei den Skifahren. Das gehört viel mehr forciert."

Karl kann sich sogar vorstellen, dass dies für den Skiverband ein Thema wäre. "Nämlich dass man dort beides ausüben kann. Dass man Leute in beidem ausbildet und beides forciert."

"Skifahrer sind ein bissl arrogant"

Ledecka würde nämlich beweisen, dass man bei der Ausübung von Snowboard und Ski enorm profitieren könne. "Das darf man jetzt nicht falsch verstehen, wenn ich sage, dass Skifahrer ein bissl arrogant sind, weil sie quasi alles erfunden haben. Aber sie schauen zu wenig in andere Sportarten rein", sagte Karl.

Er hingegen würde sich Skirennen ansehen, um sich die Technik abzuschauen und in seiner Sportart weiterzukommen, betonte der dreifache Gesamtweltcupsieger und Gewinner von 16 Weltcuprennen. "90 Prozent der Techniksachen sind fürs Snowboarden genauso relevant wie fürs Skifahren."

Er würde deshalb in seiner Freizeit oft Ski fahren gehen. "Weil mich das für's Limit im Snowboard weiterbringt. Skifahren ist in gewisser Art und Weise leichter, du kannst mehr machen. Es geht einfach mehr auf Skiern und bringt damit mein Limit im Snowboard auf anderen Standpunkt."

"Großer Benefit vom Skifahren"

Als Beispiel nannte Karl den Kurvenspeed. "Den bringe ich vom Skifahren aufs Board und damit bin ich automatisch beim Snowboarden schneller." Dies sei auch bei Ledecka relevant gewesen. "Sie hat momentan im Snowboard so gut wie keine Gegnerinnen, fährt alles in Grund und Boden. Sie hat sicher großen Benefit vom Skifahren."

Karl hat schon mehrere Tage im Olympia-Gelände trainiert und ist von den Schneeverhältnissen begeistert. "Der Schnee ist so richtig nordamerikanisch trocken, vom Wind ausgeblasen und aggressiv. Wahrscheinlich kann man darauf sogar mit Langlaufski carven, so griffig ist die Piste. Mir taugt sowas."

Textquelle: © LAOLA1/APA

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