Freund Millauer: Gasser wie ein "Baby-Husky"

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Snowboarder Clemens Millauer hat selbst Außenseiterchancen auf eine Olympia-Medaille und einiges zu erzählen. Dennoch kommt er bald auf die Eine zu sprechen: Freestyle-Boarderin Anna Gasser, jedermanns Gold-Favoritin einerseits, seine Freundin andererseits.

"Das hat sie sich ganz verdient. Mit ihrem Ehrgeiz war das vorherzusehen, dass sie einmal so weit kommt", sagt Millauer gegenüber der APA.

Als er sie vor fünf Jahren auf Anraten von Freunden kennenlernte, eilte ihr der Ruf voraus, "so verrückt und so gut" zu sein.

"Keine gibt so Gas wie Anna"

"Ich habe sie im Absolut Park in Flachauwinkl getroffen und mir gedacht: ich habe noch nie eine österreichische Snowboarderin gesehen, die annähernd so Gas gibt wie die Anna."

Sie habe damals schon in einer eigenen Liga gespielt, erinnerte Millauer. Gegenwärtig dominiert Gasser den Big-Air-Weltcup, seit November 2016 hat sie sechs von sieben Contests auf dieser Ebene gewonnen, war einmal knapp Zweite.

Vor etwas mehr als einer Woche holte sie sich den Sieg bei den prestigeträchtigen X-Games in Aspen in dieser Disziplin, im vergangenen März krönte sie sich zur Weltmeisterin und erhielt im Herbst die Auszeichnung als "Sportlerin des Jahres" in Österreich.

VIDEO: Anna Gasser im Porträt

Gassers Spontanität ist mitreißend

Dass man beim vielen Reisen nicht wie die Teamkollegen die Freundin nur am Telefon hat, sondern ganz nah auch hilfreich zu Seite stehend, ist für Millauer ein wichtiger Aspekt in der Beziehung geworden.

"Es ist super, wenn man sich gegenseitig beruhigen und helfen kann, weil jeder die Sachen etwas anders sieht. Ich kann Anna gut helfen mit Tricks und Technik, weil die Jungs doch ein bisserl mehr drehen als die Mädels. Sie hilft mir mental ein bisserl weiter, weil sie natürlich besser weiß, was es heißt, am Podium zu stehen." Als Fünfter und Sechster im Big Air in diesem Winter hat es für ihn knapp noch nicht gereicht.

Auch Gassers Spontanität reißt Millauer mit. Sie erzählt ihm im einen Moment von neuen Trainingsmöglichkeiten und lässt im anderen die Flugbuchungen gleich folgen. "Ich denke mehr nach und überlege oft länger, und sie ist oft sehr spontan, was beim Snowboarden sehr wichtig ist. Denn nur so kommt man zu Sachen und kriegt eben auch perfekte Trainingsbedingungen."

Millauer: "Wie ein Baby-Husky"

Wie jetzt am Kreischberg mit dem Landing Bag. "Wir hatten ein Skidoo zur Verfügung und haben vor den X Games an einem Tag von 10 bis 19 Uhr trainiert. Ich konnte kaum noch heimfahren, weil ich so fix und fertig war. Die Anna hat da so eine Ausdauer und reißt mich bis zum Schluss mit."

Ein Energiebündel durch und durch. "Ganz lieb gemeint kommt sie mir vor wie ein Baby-Husky, der dauernd irgendwie den Drang nach Bewegung hat. Aber das ist es, warum sie so gut ist. Weil sie einfach dauernd trainieren will und dauernd die Plätze sucht, wo man am besten Snowboarden kann. Es gibt nicht viele, die diese Motivation haben."

Man könne sich für ein lustiges Snowboarderleben entscheiden, dann werde man es aber nicht weit bringen. Oder es eben machen wie Anna. "Du brauchst einen richtigen Plan im Kopf und musst konsequent an den Tricks arbeiten, sonst wird du sie im Contest nicht landen", weiß Millauer, der sich vom Feuer seiner Herzensdame gern anstecken lässt.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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