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Flop-WM Planica? "Wir machen das Beste daraus"

Flop-WM Planica? "Wir machen das Beste daraus" Foto: © GEPA

Großer Sport, volle Tribünen, gutes Wetter und Partystimmung – so hatten sich die Verantwortlichen die Nordische Ski-Weltmeisterschaft in Planica vorgestellt.

Die Realität sieht vor den letzten Bewerbstagen etwas anders aus. Sportlich liefern die Athleten und Athletinnen zwar ab, auch das Wetter spielt an den meisten Tagen mit - nur der erwartete Zuschaueransturm bleibt aus.

Selbst von den sonst so zahlreich erscheinenden Norwegern, die vor allem in den Langlaufbewerben das lautstärkste Fanlager bilden, haben nur wenige die Reise nach Slowenien angetreten. Vor Ort geben die Besucher ihre Meinung zur Weltmeisterschaft kund:

Langlaufen top, Springen und Kombi flop

"Man kann es nicht mit den letzten Weltmeisterschaften vergleichen", meint etwa ein norwegischer Zuschauer, der seine Landsleute seit knapp 20 Jahren bei jeglichen Großevents anfeuert. "Die Stimmung war zum Beispiel in Oberstdorf einfach viel besser." Auch 2019 in Seefeld sei deutlich mehr Begeisterung zu spüren gewesen.

Dabei stechen die Langläufer noch heraus. Während sich diese nämlich über zahlreiche Unterstützung von den Rängen freuen dürfen, geht es in der Nordischen Kombinaton und im Skispringen meist viel ruhiger zu.

"Die Langlauf-Bewerbe sind spannend, die Strecke ist anspruchsvoll und die Stimmung an der Loipe ist super. Aber das ist für uns natürlich leicht zu bewerten", lacht der Fan. Die Norweger dominieren bei den Männern wie erwartet nach Belieben und fuhren im Freistil- sowie dem Skiathlon-Bewerb gar einen Vierfachsieg ein.

Bei den Frauen behielt bis jetzt der Nachbar aus Schweden die Oberhand. Schwedische Fans sind an der Loipe zwar deutlich weniger zu sehen, feuern auf den Tribünen aber Hand in Hand mit den Norwegern ihre Stars an. "Klar wären wir gerne in größerer Zahl hier, aber so feiern wir eben mit den anderen Nationen zusammen", meint eine Schwedin, die mit blau-gelb bemaltem Gesicht und schwenkender Nationalflagge vollen Einsatz zeigt.

Lange Anreise verärgert Besucher

Die Skandinavier bewerten ihren Aufenthalt in Planica also grundsätzlich positiv, nur die erschwerliche Anreise zum Gelände stoßt der Schwedin auf:

"Man wird mit dem Shuttle weit unten rausgelassen und muss dann über einen Kilometer bergauf zu Fuß weiter, bis man endlich da ist", ärgert sie sich. Laut den Organisatoren sei eine bessere Lösung aufgrund des Platzmangels bei der Anlage nicht möglich gewesen.

Nimmt das Skifliegen der WM die Besucher weg?
Foto: ©GEPA

Nach der Langlauf-Staffel der Frauen über 4 x 5 km am Donnerstag ist die "Festival Arena" im Zentrum des Areals dann doch gut gefüllt. Allen voran die Norweger feiern den Sieg ihres Teams, doch der Schein trügt: Schon nach einem Kalt- oder Heißgetränk machen sich die meisten Besucher wieder auf den Heimweg und das Gelände leert sich.

"Wir werden die möglichen Gründe noch analysieren, aber mehrere kleine Probleme sind uns schon klargeworden", äußerte sich Enzo Smrekar, der Präsident des slowenischen Skiverbandes, vor wenigen Tagen.

Unter anderem macht er auch die relativ schwachen Leistungen der österreichischen und deutschen Athleten und Athletinnen im Vorfeld der Weltmeisterschaft für das geringe Zuschauerinteresse verantwortlich. Zudem würden viele Fans ihr Geld lieber für das anstehende Skiflug-Spektakel im April sparen.

Präsident hofft auf versöhnlichen Abschluss

Die größten Kritikpunkte betreffen allerdings die Preise. Stehplätze im Stadion sind erst um 60 bis 84 Euro zu bekommen. Für einen Sitzplatz sind an den meisten Wettkampftagen 99 Euro zu berappen. VIP-Tagestickets kosten sogar bis zu 400 Euro.

"Wir müssen die Kritik annehmen, die Menschen verstehen und auf sie hören", gibt Smrekar Fehler zu. Bei den abschließenden Sprungbewerben hofft er vor allem auf die heimischen Fans: "Ich glaube nicht, dass es für die Slowenen nur um die Preise geht. Bei den letzten Wettkämpfen erwarten wir viele slowenische Besucher."

Auch diejenigen, die die Weltmeisterschaft vor Ort verfolgen, wollen sich die gute Laune nicht verderben lassen. "Natürlich ärgern mich die Preise, die sind teilweise schon übertrieben. Aber im Endeffekt geht es um den Sport und wir haben trotzdem Spaß", meint ein junger Mann, der mit einer kleinen Gruppe die weite Reise aus Estland auf sich genommen hat.

Deren größte Medaillenhoffnung Kristjan Ilves startet zwar erst am Freitag in der Kombination, doch auch am Tag davor will man sich den Langlaufbewerb nicht entgehen lassen: "Wir haben für die ganze Woche gezahlt, also feuern wir heute eben die anderen Nationen an", meint er mit einem Schmunzeln.

"Wir machen das Beste daraus", entgegnet auch einer der wenigen Österreicher, der am highlight-armen Donnerstag den Weg über die Grenze nahm. "Morgen und am Samstag wird es noch einmal richtig laut, da bin ich mir sicher."

Man kann nur hoffen, dass sich dieser Optimismus bewahrheitet.


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