Kraft: "Im Moment ist es mir wurscht"

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Stefan Kraft hat mit seinem zweiten WM-Gold in Lahti österreichische Sportgeschichte geschrieben. Als erster Österreicher konnte der Salzburger beide Einzel-Weltmeistertitel holen.

"Dass es noch keiner geschafft hat wie Morgi, Gregor, Kofi, Goldi, Swider, Vettori und ich jetzt schon, ist ein Wahnsinn. Im Moment ist es mir aber eher wurscht, aber auf jeden Fall sehr schön", git Kraft zu.

Angesprochen auf Ski-Star Marcel Hirscher, der zuletzt Doppel-Gold in St. Moritz holte, meint der 23-Jährige: "Zu Marcel habe ich immer gesagt, er ist ein Roboter, jetzt bin ich vielleicht selber schon einer."

Im Interview spricht der Pongauer außerdem über das Glück des Tüchtigen, seine Gedanken bei der Siegerehrung und die Chancen im Teambewerb.

Frage: Herzliche Gratulation! Wissen Sie, dass sie österreichische Sportgeschichte geschrieben haben? Noch nie hat ein Österreicher beide Einzel-Weltmeistertitel geholt.

Stefan Kraft: Ja, das ist natürlich unglaublich. Als ich das gestern gehört habe, habe ich es gar nicht glauben können. Dass es noch keiner geschafft hat wie Morgi, Gregor, Kofi, Goldi, Swider, Vettori und ich jetzt schon, ist ein Wahnsinn. Wichtiger wäre mir das Ganze glaube ich, wenn ich 30 oder 40 Jahre alt bin. Im Moment ist es mir eher wurscht, aber auf jeden Fall sehr schön.

Frage: Sie sind in den Olymp österreichischer Sportgrößen aufgestiegen. Sie haben auch mit dem Marcel Hirscher, der zuletzt Doppel-Gold in St. Moritz geholt hat, gleichgezogen. Was fühlen Sie jetzt?

Kraft: Wahnsinn, dass so etwas wahr wird und dass hier jetzt immer alles aufgegangen ist. Jeder Sprung hat gepasst, ich habe mich am Wettkampftag immer am besten gefühlt. Das ganze Team hat wieder alles richtig gemacht. Gestern waren wir langsam, heute war ich wieder schnell. Genial - und zum Marcel habe ich immer gesagt, er ist ein Roboter, jetzt bin ich vielleicht selber schon einer."

Frage: 1,3 Punkte Vorsprung auf einer Großschanze. War da ein bisserl Glück des Tüchtigen auch dabei?

"Es ist eher Glück, dass mir da wieder genau alles aufgegangen ist."

Kraft: Ja, voll. Aber es ist eher Glück, dass mir da wieder genau alles aufgegangen ist. Dass ich genau da den schönsten Telemark der Saison mache, das ist sicher ein bisserl Glück auf jeden Fall.

Frage: Sie sind als einer der Topfavoriten hergekommen, aber mit einem Doppel-Gold in den Einzeln haben Sie trotzdem nicht rechnen können, oder?

Kraft: Man wünscht sich natürlich, dass man den Lauf mitnehmen kann. Dass ich zweimal ganz oben war, da braucht man Glück, da muss alles zusammenkommen. Das kann ich jetzt selbst nicht genau sagen."

Frage: Und ein Kamil Stoch ist immer noch ohne Medaille.

Kraft: Ja, der hätte sich sicher eine verdient, aber es ist ein so hohes Niveau, ein kleiner Fehler und du bist hinten. Da hätten sich viele eine Medaille verdient. Es ist saubitter, aber ich bin froh, dass es sich für mich ausgegangen ist.

Frage: Jetzt haben Sie hier schon zweimal die österreichische Hymne erklingen lassen. Können Sie erzählen, was es Ihnen und auch für die vielen Fans zu Hause bedeutet?

Kraft: Das ist wunderschön. Da lässt man immer den Wettkampf noch einmal ein bisserl Revue passieren, ist einfach dankbar und denkt an die Leute, die einem da alle geholfen haben. Das geht einem da durch den Kopf, man genießt es und singt mit.

Frage: In der Stunde des Sieges trotzdem die Frage: Es gibt noch einen Bewerb, was ist im Teambewerb noch drinnen?

Kraft: Ja, sehr schwierig. Man kann gewinnen, wir können Vierter werden. Es wird sehr spannend. Die Norweger sind sehr stark, die sind gefährlich, Polen und Deutschland sind megastark. Aber wir natürlich auch.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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