Darauf gilt es bei der A-WM in Riga zu achten

Darauf gilt es bei der A-WM in Riga zu achten Foto: © getty
 

Die IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft 2021 steht vor der Tür!

Von 21. Mai bis 6. Juni (Alle Spiele im LIVE-Ticker) rittern 16 Teams um den Weltmeistertitel im lettischen Riga. Nach der Absage der Titelkämpfe im Jahr 2020 - die WM fiel aufgrund der Corona-Pandemie ins Wasser - wollen Kanada und Co. das 2019 erfolgreiche Finnland vom Eishockey-Thron stürzen.

Österreichs Eishockey-Nationalteam ist nach dem bitteren Aus im letzten Gruppenspiel der A-WM 2019 gegen Italien nicht mit von der Partie, dennoch gilt es bei dieser Weltmeisterschaft auf viele Dinge zu achten.

Das Turnier steht zwar weiterhin im Zeichen von Covid-19, aber gerade deshalb könnte diese WM nicht spannender sein, müssen doch ein Großteil der Teams auf NHL-Stars verzichten. Dennoch gibt es zahlreiche interessante Namen zu beobachten, unter anderem zwei Cracks, die um den Nummer-1-Spot im kommenden NHL-Draft rittern.

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller schaut hinter die Kulissen und bringt die wichtigsten Fakten dieser Weltmeisterschaft ans Tageslicht:

Von Minsk nach Riga

Nachdem die WM in der Schweiz im letzten Mai Corona zum Opfer fiel, wäre heuer Minsk dran gewesen. Nach den Protesten nach der Präsidentschaftswahl im letzten August steigerte sich der Druck auf eine Verlegung, dem die IIHF im Jänner auch nach einigem Hin und Her nachkam.

Riga sprang kurzfristig ein, musste aber neben der Arena Riga innerhalb von Monaten eine Zweithalle aus dem Boden stampfen.

Traurig für die eishockeyverrückten Letten: Trotz gegenteiliger Hoffnungen sind zumindest zu Turnierbeginn keine Zuseher zugelassen.

Von einer Blase in die andere

Natürlich sind die Sicherheitsvorgaben streng, allerdings nicht mehr ganz so krass wie etwa bei der U20-WM: Schon zuhause waren PCR-Tests vorgeschrieben, nach der Ankunft am 16. Mai waren drei Tage Quarantäne im Teamhotel vorgeschrieben. Die Wege vom Hotel in die Hallen und zurück dürfen nur gemeinsam absolviert werden.

Natürlich wird auch während des Turniers weiter getestet. Bei einer späteren Anreise sind auch auf jeden Fall fünf Tage Pause bis zum ersten Spiel vorgesehen. Statt der sonstigen 25 Spieler sind heuer 28 im Kader zugelassen.

Die Auswirkungen von Covid auf die Teams

Verständlicherweise hatten viele Spieler keine Lust auf eine WM unter diesen Umständen, vor allem die NHL-Cracks hatten nach der Saison genug von Hotels, Tests und Quarantänen. Unmittelbare Corona-Folgen verspürten vor allem zwei Teams.

Bozen- und Italien-Coach Greg Ireland
Foto: © GEPA

Bei Deutschland zeigte sich ausgerechnet Salzburg-Coach Matt McIlvane positiv und wurde umgehend abgesondert. Nach seiner Genesung reiste er Mittwoch nach.

Alles Kleinkram gegen Italien, wo ein Teil des Trainerstabs (darunter Bozen-Coach Greg Ireland) und einige Spieler entweder vorläufig daheimbleiben oder das Turnier ganz abschreiben mussten.

Der ohnehin schon reichlich schwache italienische Kader, der nur zwei Testspiele bestreiten konnte, wurde dadurch noch einmal schwächer. Passieren kann den Azzurri allerdings nichts: Nachdem alle anderen Senioren-Turniere abgesagt wurden, ist der Abstieg für heuer ausgesetzt.

Interessante Namen

Große Stars blieben eher zuhause, trotzdem finden sich über die Teams einige interessante Namen verstreut.

Gruppe A:
Russland, Tschechien, Schweden, Weißrussland, Slowakei, Schweiz, Dänemark, Großbritannien.

Gruppe B:
Kanada, Finnland, USA, Deutschland, Lettland, Norwegen, Kasachstan, Italien.

Filip Zadina (Tschechien):
Eine Zukunfts-Scorer-Hoffnung für die Detroit Red Wings, doch die Karriere des 21-jährigen Wingers kommt nicht so recht vom Fleck. Sechs Tore in seiner dritten NHL-Saison sind nicht gerade das, was sich die Red Wings von ihm als Top-10-Pick erwarteten. Trifft der potentielle Scharfschütze bei seiner ersten A-WM?

Henrik Tömmernes (Schweden):
Der 30-jährige ist ein PP-Experte und Scharfschütze von der blauen Linie, sei es in der SHL oder wie seit Jahren in der Schweizer NL. Kapitän eines schwedischen Teams ohne NHL-Stars.

Simon Nemec und Juraj Slafkovsky (beide Slowakei):
Beide 2004 geboren, daher sogar noch ein Jahr von ihrem Draftdate entfernt. Nemec, ein überaus smarter und beweglicher Defender, und Slafkovsky (ein körperlich starker Abschlussspieler) sind nur zwei von mehreren starken 04ern und 05ern der Slowakei, die nach Jahren der Diaspora endlich wieder starke Jahrgänge herauszubringen scheinen. Können beide schon auf WM-Niveau Akzente setzen?

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David Buc (Slowakei):
Natürlich der schwächste Spieler in dieser Auflistung, aber wie von mir schon vor Wochen prophezeit: Coach Craig Ramsey ist in ihn verliebt. Kurios dabei: Zu Beginn der Saison setzte ihn der damalige Bratislava-Capitals-Coach Rostislav Cada in der ICE nicht einmal in seiner Spezialdisziplin, dem Penalty Killing, ein.

Nico Hischier (Schweiz):
Der Nummer-1-Pick des Jahres 2017 stellte sich nach seiner Saison mit den Devils der Schweiz zur Verfügung und wird der Einser-Center sein.

Yegor Sharangovich (Weißrussland):
Vor der Saison fast unbekannt, dann mit 30 Punkten für die New Jersey Devils. Körperlich stark und mit stets laufendem Motor.

Danny Taylor, Francis Pare und Shane Prince (alle Weißrussland):
Drei weitere eingebürgerte Kanadier neben den altbekannten Nick Bailen und Geoff Platt. Kann Taylor mit 35 die Goalie-Schwachstelle der Weißrussen beheben?

Owen Power (Kanada):
In einem jungen Team der jüngste. Der spielstarke College-Defender kann für den anstehenden Draft noch Gutpunkte sammeln und den Kampf um Platz Eins für sich entscheiden.

Marko Anttila (Finnland):
Der Schlüsselspieler beim WM-Titel der Finnen, inzwischen ist der Longinus aber schon 35 Jahre alt.

Matt Beniers (USA):
Wie Power ein College-Spieler, wie er ein Kandidat für den Einser-Spot im nächsten Draft. Wer gewinnt den direkten Vergleich in diesem Turnier?

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Moritz Seider (Deutschland):
Dies sollte das letzte Turnier vor seinem Eintritt in die NHL sein. Eines der größten Defendertalente seit Jahren, zuletzt zum besten Verteidiger der SHL gewählt. Sollte auch im deutschen Team eine absolute Spitzenrolle einnehmen. Steckt viel Eiszeit ohne Probleme weg.

John-Jason Peterka (Deutschland):
Zu Saisonbeginn noch in Salzburg in der ICE tätig, jetzt bereits im WM-Team. Es geht für ihn um einen Vertrag mit den Buffalo Sabres. Explosiv und offensiv talentiert – wird er schon in Riga ein Faktor?

Renars Krastenbergs (Lettland):
er VSV-Legionär erspielte sich nicht nur einen Anschlussvertrag bei den Adlern, sondern auch einen Platz im WM-Aufgebot.

Viktor Svedberg (Kasachstan):
Wie Belarus bürgert auch Kazachstan gerne und formlos ein. Der 2,06 Meter große Defender war vor zwei Jahren noch für Schweden im Einsatz, allerdings nur in Testspielen.

Angelo Miceli (Italien):
Einer von elf Doppelstaatsbürgern im Azzurri-Aufgebot, dessen italienischen Pass einige ICE-Team in der Liga am liebsten zerschnetzeln würden.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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