Muss Grabner nach Las Vegas?

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Vegas, Baby? Rangers zittern um Michael Grabner

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"Bye Week" für die New York Rangers – die fünf trainings- und spielfreien Tage dauern für die Blueshirts bis Donnerstag an. Zeit vielleicht für GM Jeff Gorton, wieder einmal an den NHL Expansion Draft zu denken. Denn da droht ihm der Verlust seines besten Torschützen Michael Grabner.

Mit 19 Toren (8 Assist) in 43 Spielen fand der Villacher seine fast schon verloren geglaubten Abschluss-Qualitäten wieder. Das macht sein Jahresgehalt von 1,65 Mio. Dollar zu einem absoluten Bargain für die Rangers. Normalerweise könnte sich Gorton darüber freuen, dass er Grabner auch in der nächsten Saison zum selben Gehalt unter Vertrag hat.

Doch der kommende Sommer ist nicht wie alle anderen: Am 21. Juni findet der Expansion Draft statt, bei der Liga-Neuling Las Vegas sein neues Team zusammenstellen kann. Bereits im vergangenen Sommer war bei allen Trades und Signings dieser Draft natürlich im Hinterkopf der GMs, das zweite Vertragsjahr von Grabner gab den Rangers einen Spieler, den sie im darauf folgenden Sommer getrost wieder verlieren konnten.

Doch das Breakout-Jahr des Villachers macht die Sache jetzt natürlich weit schwieriger und die Rangers haben kaum Alternativen, dieses Schicksal abzuwenden.

Die Expansion-Draft-Regeln:

Ein Blick auf die Regeln für des Expansion Drafts und die Auswirkungen auf die Rangers:

  • Las Vegas muss von jedem Team einen Spieler auswählen.

  • Davon müssen mindestens 20 Spieler auch für die Saison 2017/18 unter Vertrag stehen.

  • Die vorgegebene Aufteilung: Mindestens drei Torhüter, neun Verteidiger und 14 Stürmer.

Für die abgebenden Teams im Allgemeinen und die Rangers im Speziellen:

Sie können entweder acht Skater und einen Goalie oder sieben Stürmer, drei Verteidiger und einen Goalie beschützen. Anzunehmen, dass fast alle Teams die zweite Variante wählen. Das heißt, die Rangers können nur zehn Feldspieler beschützen, der Rest ist frei, allerdings mit gewichtigen Ausnahmen:

  • Keine Spieler mit "No-Movement Clauses": Da haben die Rangers mit Goalie Henrik Lundqvist, den Defendern Dan Girardi, den sie gerne loswerden würden, und Marc Staal sowie Angreifer Rick Nash gleich vier dieser Gattung, die automatisch auf die "Protected List" wandern.

  • Keine Spieler, die im ersten oder zweiten Vertragsjahr stehen: Das gilt bei den Blueshirts für die Stürmer Jimmy Vesey und Pavel Buchnevich.

  • Mindestens zwei Stürmer, die für die Saison 2017/18 unter Vertrag stehen, in der aktuellen Saison 40 Spiele oder 2016/17 sowie letzte Saison insgesamt 70 Spiele (inklusive Playoffs) absolviert haben, müssen angeboten werden: Das schließt Spieler wie Jesper Fast, Oscar Lindberg und Brandon Pirri aus, deren Verträge im Sommer enden. Das gleiche gilt auch für Matt Puempel, dem heuer auch noch 14 Spiele fehlen, um diese Voraussetzungen überhaupt zu erfüllen. Auch Mika Zibanejad steht nur für die laufende Saison unter Vertrag, trotz seiner derzeitigen Verletzung sollte eine Verlängerung aber kein Problem sein. Allerdings würde er sicher automatisch auf die "Protected List" wandern. Mit Josh Jooris verloren die Rangers einen weiteren Stürmer dieser Kategorie vor Wochen per Waivers an Arizona.

Wen werden die Rangers beschützen?

Welche sieben Forwards werden die Rangers also für den Expansion Draft beschützen?

Rick Nash als Muss aufgrund seiner No-Movement-Clause. Dazu werden erwartet: Derek Stepan, Mike Zibanejad, Chris Kreider und Jimmy Hayes. Sehr wahrscheinlich: Mats Zuccarello und J. T. Miller, obwohl der mit Coach Alain Vigneault ab und zu aneinanderkracht.

Das wären die sieben Stürmer, die die Rangers brauchen, Michael Grabner wäre damit ungeschützt und für die Vegas Golden Knights zu haben. Wie gesagt, dieses Szenario war auch zu Beginn der Saison ein durchaus logisches, jetzt könnte aber doch ein Umdenken einsetzen, vor allem, wenn Grabner weiter on fire bleibt.

Stand heute weisen die Rangers neben sieben Spielern, die zu beschützen wären (Nash, Stepan, Kreider, Hayes, Zuccarello, Miller, Grabner) keinen einzigen Stürmer auf, der den Golden Knights anzubieten wäre!

Die Alternativen für Gorton:

  • Der Versuch, Rick Nash zu überreden, seine No-Movement-Clause aufzugeben – gäbe es aber wirklich so viele Abnehmer für ihn und seine knapp 16 Millionen Gehalt für zwei Vertragsjahre? Die Rangers wären happy darüber, aber warum sollte sich Nash darauf einlassen?

  • Der GM könnte den 33-jährigen Rollenspieler Tanner Glass vom Farmteam Hartford hinaufholen, ihm die benötigten neun Spiele geben und ihn mit einem Vertrag für die nächste Saison ausstatten. Eine Lösung, die auf dem Papier möglich, sportlich aber natürlich absurd wäre. Glass weist eigentlich kein NHL-Niveau auf, schon gar nicht für eine weitere Saison.
  • Ein Trade: Gorton könnte eines seiner Jungtalente, die von dem Expansion Draft ausgenommen sind, gegen einen Spieler tauschen, den er dann ungeschützt lassen kann. Da müsste er aber einen Trade-Partner finden, der nicht die gleichen Probleme wie er hat.

  • Michael Grabner selbst zu traden, nach dem Motto "Bevor ich ihn so verliere, versilbere ich ihn lieber". Sehr unwahrscheinlich, schließlich ist der Villacher ein Schlüsselspieler für ein Team, das in den Playoffs sehr weit kommen kann und Gorton käme dann ja weiter in die Bredouille, weil er zu wenig Angreifer hat, die er Las Vegas anbieten kann.

Nebengeschäft mit Las Vegas?

Die wahrscheinlichste Variante: Neben dem logischen Zibanejad bekommen Fast, Lindberg oder Puempel Qualifying Offers – das genügt für solche "Restricted Agents, Group II" schon, es muss dann zu gar keinem Vertragsabschluss kommen. Das Ganze muss allerdings bis zum 17. Juni passieren, wenn die Teams ihre "Protected Lists" für die Expansion Draft einreichen müssen. Puempel ist aber derzeit mit einer Gehirnerschütterung außer Gefecht und könnte so gar nicht auf die notwendigen 14 Spiele kommen, wäre also hier keine Variante.

Sollte das nicht der Fall sein, hätten die Rangers einen Stürmer zu wenig, den sie Las Vegas anbieten könnten, was Konsequenzen nach sich ziehen würde.

Der Verlust von Fast oder Lindberg wäre wohl leichter zu verkraften als jener von Grabner. Umgekehrt haben diese Spieler für die Golden Knights sicher keine hohe Priorität, zumindest im Vergleich mit Grabner. Vielleicht bietet ja Gorton seinem Amtskollegen in Vegas, George McPhee, ein Nebengeschäft an, z. B. "Nimmst du Lindberg statt Grabner, bekommst du einen Zweitrunden-Pick für die Drafts" oder eines unserer Jungtalente (unter Vertrag oder gedrafted). Die Phrase "Future Considerations" wird bei solchen Nebendeals um den Draft-Tag herum öfters zu lesen sein.

Sollte Gorton also Grabner, der vor der Saison allerortens als "Expansion-Draft-Futter" angesehen wurde, wirklich unbedingt halten wollen, gibt es für ihn also noch einiges zu tun.

Der Villacher hingegen kann mit seinem Spiel und den beeindruuckenden Stats nur weiter Werbung in eigener Sache machen. Der 29-jährige Stürmer wird darauf hoffen, dass er den Sprung auf die "Protected List" schafft oder er freundet sich mit einem einjährigen Abstecher nach Las Vegas an. Es soll Schlimmeres geben ...

LAOLA Meins

Bernd Freimüller

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