Ausrufe- und Fragezeichen

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LAOLA1-Scout Freimüller analysiert die U20-WM

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Nach den zwei Auftaktsiegen gegen Norwegen und Deutschland musste Österreichs U20-Nationalteam bei der Junioren-B-WM in Bremerhaven den ersten Rückschlag hinnehmen:

Das 3:6 gegen Kasachstan kam allerdings erst in den letzten zehn Minuten zustande, davor verpasste das Team von Roger Bader eine Vorentscheidung. Die Chance auf den Aufstieg lebt aber weiter.

Kühl wie immer diskutierte der Teamchef die Niederlage: „Ich glaube, wir waren lange das bessere Team, allerdings hätten wir die 2:0-Führung nicht so schnell wieder herschenken dürfen. Die vergebene Zwei-Mann-Überlegenheit im letzten Drittel war dann vielleicht der Knackpunkt.“

Das Positive überwiegt

Wie immer bei solchen Turnieren drehen sich Spielverläufe unglaublich schnell: Das angesprochene 5 gegen 3 blieb eben ungenutzt, ein Powerplay der Kasachen war danach schon so gut wie gekillt, ehe ein (haltbarer) Schuss vier Sekunden vor dem Ende doch noch einschlug. Nach dem 5:3 der Kasachen konnte das rot-weiß-rote Team allerdings nicht mehr zusetzen.

Durch die beiden Siege gegen Norwegen und Deutschland überwiegt aber bis jetzt das Positive, vor allem, da uns diese Nationen noch vor kurzer Zeit turmhoch überlegen waren. Wie in Wien siegte unser Team aber gegen beide Gegner und braucht dabei auch kaum Spielglück – sicher ein weiterer Beweis für den Aufwärtstrend im österreichischen Junioreneishockey.

Einige Ausrufe- und Fragezeichen der ersten drei Tage:

+ Teamspeed – alle vier Linien gehen ein hohes Tempo, überbrücken das Mitteldrittel rasch und rotieren im Angriffsdrittel stark. Vor allem die drei Salzburger W‘s mit Wachter-Winkler-Wappis bringen großen Speed mit, ein richtig schlechter Eisläufer findet sich im Team eigentlich nicht.

+ Mit Lukas Haudum ist der Kapitän auch der stärkste Spieler. Wie auf Schienen kann er sich durch das gegnerische Team fräsen und erzeugt in Kombination mit Villachs Christof Kromp eine Unzahl an Chancen.

+ Schussstarke Defender: Mit Lukas Birnbaum, Gerd Kragl und Michael Kernberger traf in jedem Spiel jeweils ein Defender. Überhaupt ist die Crew an der blauen Linie sehr mobil und mit der Scheibe nicht per "Sie", wenn auch körperlich nicht übermäßig stark.

? Physis: Die rot-weiß-roten Cracks haben in den letzten Jahren sicher an Kraft zugelegt, müssen in Spielen wie gegen Kasachstan aber doch an ihre Grenzen und mitunter darüber hinaus gehen. Mehr Erfahrung im Seniorenbereich sollte das noch verbessern. Das Frankreich-Spiel wird zeigen, wie voll die Tanks noch sind, das Team wirkte gegen Kasachstan zu Beginn weit dynamischer als am Ende.

? Torhüter: Jakub Holzer klagte über Rückenschmerzen, so kam Dominic Divis zum zweiten Einsatz hintereinander. Im Gegensatz zum starken Auftritt beim Shutout gegen Deutschland gelang ihm das Spiel gegen die Kasachen allerdings nicht wunschgemäß. Um das Turnier positiv zu beenden, braucht es gegen Frankreich und Weißrussland starke Goalie-Leistungen.

Noch kann das Turnier in beide Richtungen gehen, bei einem Sieg gegen Frankreich (Donnerstag, 13 Uhr) ist allerdings ein Finale am Samstag gegen Weißrussland garantiert.


Textquelle: © LAOLA1.at

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