Roger Bader beneidet ÖFB-Teamchef

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Hätte man aus dem Schweden-Doppel ein Schweden-Tripple gemacht, wer weiß, wie das Endergebnis in diesem dritten Spiel ausgesehen hätte.

Schließlich wandelte man das 2:6 in Linz in ein 3:4 in Wien um.

Zugegebenermaßen eine etwas utopische Überlegung, wie auch Verteidiger Stefan Ulmer meint: "Sie haben ein temporeiches Spiel gehabt, von A bis Z immer mit Speed und sehr viel Skill gespielt, da sind wir oft hinterher gefahren."

Dennoch kann man den beiden Auftritten der Heimischen auch einige positive Dinge abgewinnen.

Bader hätte gerne "YouTube-Omark" gesehen

"Während wir in der ersten Periode in Linz wirklich noch komplett unterlegen waren, waren wir jetzt zwar auch noch unterlegen, aber dennoch konnten wir mitlaufen. Wir haben weniger Fehler gemacht, das macht mich zufrieden", sieht Teamchef Roger Bader eine Entwicklung seines Teams in diesen sechs Dritteln.

Weniger glücklich ist der Schweizer verständlicherweise über das Game-Winning-Goal der Schweden in der letzten Minute, vor allem aus einem ganz speziellen Grund.

"Ich hätte gerne ein Penaltyschießen mit Linus Omark gegen Bernhard Starkbaum gesehen. Ob das dann wieder etwas Neues für YouTube gewesen wäre", meint der Headcoach mit einem Augenzwinkern.


VIDEO: Das hätten Bader und das Wiener Publikum von Omark erwarten dürfen:

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt!)


Doch was kann man jetzt konkret aus den zwei Spielen gegen diese Top-Nation mitnehmen?

Bader ist auf Koller neidisch

"Man profitiert gegen solche Gegner vom Tempo. Da ist der Effekt, dass man am Anfang vielleicht überfordert ist und das mit der Zeit adaptiert. Darum plädiere ich auch dafür, möglichst häufig gegen solche Gegner zu spielen", spielt der 52-Jährige vor allem auf den Lerneffekt an.

Ein Lerneffekt, der vor allem ob der erneut prekären Kadersituation dringend notwendig ist.

"Als ich nach Wien geflogen bin, bin ich im Flugzeug neben dem Herrn Koller gesessen. Da habe ich ihm gesagt: Das ist der Unterschied zwischen dir und mir. Wenn du eine 'Euro' hast, dann hast du deinen Kader und kannst in Laax oder wo auch immer trainieren. Bei mir ist es so, dass bei meiner Vorbereitung die Meisterschaft läuft und ich jeden Spieltag die Situation habe, dass möglicherweise einer ausfällt", blickt Bader etwas neidisch zu seinem Schweizer Landsmann Marcel Koller.

In der Tat muss der ÖEHV-Coach wieder ordentlich durchrotieren, weil arrivierte Kräfte aus den verschiedensten Gründen keine Zeit haben.

Von Fixabsagen bis zu Wackelkandidaten

Von Finalteilnehmer Klagenfurt werden, egal, wann die Finalserie gegen die Capitals endet, mit Sicherheit die Geier-Zwillinge und Thomas Koch fehlen.

Auch Verteidiger Bernd Wolf, der mit Langenthal gegen Ambri Piotta in der Schweiz um den Aufstieg in die Nationalliga A spielt, und die NHL-Legionäre dürften kein Thema sein.

Bangen heißt es noch bei den beiden Malmö-Akteuren Konstantin Komarek und Lukas Haudum, die im Halbfinale in der "Best-of-seven"-Serie gegen HV71 mit 1:2 hinten liegen.

Doch diese Unsicherheit ist für die Eishockey-Teamchefs des Landes vor einer Weltmeisterschaft bei Gott kein Neuland. Bader lässt sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen, auch nicht hinsichtlich seiner "Sorgenposition" Center.



"Das ist nicht jene Position, wo wir einen Überfluss haben. Aber Rauchenwald hat es ganz gut gemacht, Schiechl wird weiter dabei sein. Auch Obrist kann scoren, hat gute Beine und ist läuferisch gut. Hundertpfund haben wir noch in Reserve, vielleicht Komarek. Haudum könnte Mittelstürmer spielen und auch Baltram", gibt der Head Coach seine Optionen preis.

"Man muss sich wieder kennenlernen"

Egal, wer diese Position schlussendlich einnehmen wird: Für alle gilt, die Erfahrungen der Schweden-Spiele mitzunehmen und sich in der finalen Phase der Vorbereitung voller Fokus auf Kiew einzuschwören.

"Die Verteidiger-Paare und Sturmpartner haben sich einspielen können. Man sieht sich ja drei Mal im Jahr, vielleicht sogar nur einmal oder gar nie", nimmt Ulmer vor allem das Finden einer gemeinsamen Verständigungsbasis aus dem Schweden-Doppel mit.

Denn: "Man muss sich wieder kennenlernen, am Eis herantasten, wie man zusammenspielen muss. Das war der erste Schritt in die richtige Richtung."

Der zweite Schritt soll in Phase zwei der WM-Vorbereitung passieren, die das Team nach Innsbruck führt, wo es am 17.04. gegen Italien (LIVE am LAOLA1.tv) geht. Bereits einen Tag davor trifft man in Neumarkt auf die A-Nation.

"Wir müssen weiter an unserem System arbeiten, dass jeder weiß, was der andere macht. Daran werden wir jetzt in Innsbruck arbeiten, sodass wir das gegen Italien dann besser aufs Eis übertragen können", gibt Verteidiger Dominique Heinrich die Marschrichtung vor.

Die letzten zwei Phasen der WM-Vorbereitung

Doch bevor es dazu kommt, gibt es für die Nationalteam-Cracks erst einmal eine kleine Verschnaufpause.

"Wir werden jetzt ein freies Wochenende haben. Am Montag rücken die meisten wieder in Innsbruck ein", erläutert Bader den weiteren Fahrplan vor der WM in Kiew.

"Wir haben dort zwei Phasen. Bis Mittwochabend werden wir noch einmal zwei, drei Tage richtig intensiv trainieren. Ab Donnerstag sind die Trainings dann eher kürzer, da liegt der Fokus dann schon auf den Testspielen gegen Italien."

Dort will man sich hinsichtlich der mannschaftlichen Geschlossenheit noch den Feinschliff holen, und außerdem die letzte Selektion des WM-Kaders vornehmen.

Ein Kader, der in Kiew den erhofften Aufstieg schaffen und aus dem 3:4 in Wien bei einer möglichen A-WM 2018 einen Sieg über die Tre Kronor machen soll.

Textquelle: © LAOLA1.at

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