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Halsschutz wird im englischen Eishockey zur Pflicht

Nach dem fürchterlichen Tod von Eishockey-Profi Adam Johnson führt der englische Eishockey-Verband Maßnahmen zum Schutz der Spieler ein.

Halsschutz wird im englischen Eishockey zur Pflicht Foto: © GEPA

Der Schock sitzt in der gesamten Eishockey-Szene nach wie vor tief.

Am Sonntagvormittag verstarb Adam Johnson von den Nottingham Panthers im Alter von 29 Jahren, nachdem der US-Amerikaner tags zuvor bei einer Begegnung seines Klubs bei den Sheffield Steelers auf unglückliche Art und Weise eine schwere Halsverletzung durch die Kufe eines Schlittschuhs erlitten hat.

Die Anteilnahme nach dem tragischen Vorfall ist groß, international löste dieser zugleich eine große Debatte um die Schutzausrüstung von Eishockey-Profis aus.

In der NHL oder auch in vielen Ligen Europas ist ein Halsschutz für Feldspieler nicht verpflichtend, einzig in Schweden ist dieser seit dem tödlichen Unfall von Bengt Akerblom 1996 vorgeschrieben.

Halsschutz wird vorerst nachdrücklich empfohlen, mit Jahreswechsel zur Pflicht

Nach dem Tod von Johnson reagiert auch der englische Eishockey-Verband und beschließt kurz-, mittel- sowie langfristige Maßnahmen zum Schutz der Spieler.

Die EIHA (English Ice Hockey Association) empfiehlt ab sofort nachdrücklich, dass alle Spieler auf allen Ebenen des englischen Eishockeys einen zugelassenen Eishockey-Halsschutz bei allen Aktivitäten auf dem Eis tragen. Diese Empfehlung gilt vorerst bis zum 31. Dezember 2023.

Erst danach wird sie zur Pflicht, da Lieferschwierigkeiten erwartet werden. Allerdings soll die Zeit bis zur verbindlichen Einführung stetig beobachtet werden, somit könnte die verpflichtende Verwendung eines Halsschutzes schon früher greifen.

Gesamtes Schutz-Equipment wird evaluiert

Außerdem werde in den nächsten zwölf Monaten eine gründliche Überprüfung des Equipments durchgeführt, "bei der alle Aspekte der Schutzausrüstung, einschließlich, aber nicht beschränkt auf die Verwendung von Helmen, Mundschutz und Gesichtsschutz, sowie die Anwendung der IIHF-Regeln berücksichtigt werden", heißt es.

Auch klare Leitlinien für die fortlaufende und kontinuierliche Verbesserung der Spielersicherheit und ihrer Pflichten in diesem Bereich werden künftig vorgegeben. Dazu gehört auch, dass alle Klubs nachweisen müssen, dass sie die Sicherheit der Spieler innerhalb ihrer Organisation proaktiv handhaben.

Die EIHA erwartet, dass es auf internationaler Ebene zu einer umfassenden Evaluierung der aktuellen Spieler-Schutzausrüstung kommen wird. Dabei wolle man "eine aktive und konstruktive Rolle" übernehmen.

In der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wird ebenfalls bereits über eine verpflichtende Verwendung eines Halsschutzes diskutiert.


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