In den ersten Spielen rettete die Capitals noch das überragende erste PP-Unit, das inzwischen auch schon abgekühlt ist (dafür traf das zweite). Doch mit mehr als 50 Prozent ist das Überzahlspiel weiterhin die größte Stärke der Caps. Acht von 14 Treffern entsprangen Powerplays, das Vorhaben, die Torquote bei 5-gegen-5 gegenüber der letzten Saison zu verbessern, konnte noch nicht in die Tat umgesetzt werden.
Immerhin meldeten sich mit Ramon Schnetzer und Konstantin Komarek zwei Langzeit-Verletzte zurück, fast ohne Vorbereitung wird ihr Weg zur Hochform noch längern dauern. Komarek zeigte in seinem ersten Spiel gute Pässe, unter anderem zu Scott Kosmachuks Powerplay-Treffer.
Er muss die zweite Linie zu einer stärkeren Waffe als bisher machen, von den hinteren Reihen kommt offensiv bis jetzt gar nichts. Leon Wallner, bei der WM noch eine erfreuliche Überraschung, centert mittlerweile die vierte Linie.
Gegen Mailand besorgniserrgend: die Defensivarbeit im eigenen Drittel, wo Gegner oft unbehelligt zum Abschluss kamen sowie ein sehr passives PK.
Die Ungarn wehrten sich in Wien so gut es ging, mit Tim Campbell (am Wochenende dann wieder zurück), Mike Cyr, Max Gerlach, Istvan Bartalis und Peter Vincze fehlten gleich fünf Stützen. Vor allem im Angriff spielten Linie 3 und 4 jeweils zu hoch.
Ganz anders dagegen Milano: Bis auf den schon länger verletzten Wade Allison sind alle Mann an Bord, das Team präsentiert sich als gute Einheit, kann aber auch immer in gleicher Besetzung antreten. Bereits zehn Spieler trafen. Ganz stark: Defender Alex Grant, der viel Offensive kreieren kann.
FTC-Budapest – Red Bull Salzburg (27. September, 3:6)
Zwei Treffer ins leere Tor täuschten ergebnistechnisch: Das Spiel stand lange Zeit auf der Kippe, ehe die Roten Bullen ihren ersten Dreipunkter der Saison einfahren konnten.
Die Misserfolge der ersten Spieltage kamen aber nicht von ungefähr: Auch in Budapest spielten sie auf das Niveau des Gegners herab. Wo früher Wellenbewegungen mit fünf Mann zu sehen waren, sind die Abstände zwischen den einzelnen Cracks heute groß, Einzelaktionen müssen stattdessen herhalten.
Von den neuen Legionären zeigt Adam Brooks gute Passqualitäten, wirkt aber zeitweise ziemlich zerbrechlich. Defender Jayden Lee ist ein undersized D, der aber überhaupt noch keinen offensiven Impulse einbringt. Am ehesten noch auffällig: Der glänzende Eisläufer Wyatt Kalynuk. Oldie Dennis Robertson hält den Laden noch einigermaßen zusammen, muss auch dementsprechend viel ran.
Können sich die Roten Bullen vom schwachen Saisonstart - wäre nicht das erste Mal - erholen? Irgendwie wirkt das Team derzeit schwerfällig, läuferisch längst nicht mehr so explosiv wie zu besten Zeiten. Dazu kommt: No-Name-Legionäre wie Lee oder Nick Poisson könnten ebensolche bleiben.
Ferencvaros hat mit ähnlichen Problemen wie in der letzten Saison zu kämpfen – inadäquate Torhüterleistungen (Kristof Nagy fiel nach einem Shutout gegen Mlano gleich wieder zurück), die auch zehn Legionärs-Skater aus dem unteren Preissegment nicht auffangen können.
Der einzige ungarische Crack, der sich seit Ligaeintritt nach oben entwicklete, ist Winger Ferenc Laskawy. Er bringt eine gewisse Power in die Toplinie mit, verfügt aber selbst kaum über Abschlussqualitäten.
Backup-Goalies
Bis auf Pustertal und FTC (jeweils drei) haben alle Teams schon vier oder fünf Spiele bestritten.
Nur Innsbruck, die Pioneers und Fehervar (Beni Halasz spielte knapp vier Minuten), gaben ihren Backups noch keine Chance, sich zu bewähren. Bei Pustertal sollte Colin Furlong diese Woche eigentlich drankommen.
Interessant, wie Florian Vorauer und Nicolas Wieser die Absenzen ihrer verletzten Kollegen Sebastian Dahm und Maxime Lagace für sich nutzen können, wobei in Graz schon eine Nachverpflichtung angekündigt wurde.
Mit 26 (Vorauer) und 29 (Wieser) Jahren sollte spätestens jetzt herausgefunden werden, ob sie das Zeug zu einer Nummer 1 haben oder bis ans Ende ihrer Tage Backups bleiben...