Salzburg-KAC: Eine meisterliche Rivalität

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Es ist mehr als nur ein einfaches Halbfinal-Duell!

Wenn Red Bull Salzburg den KAC ab Mittwoch (19:45 Uhr im LAOLA1-Ticker) zum Tänzchen bittet, prallen Tradition, hohe Erwartungshaltung und österreichische Premium-Marken aufeinander.

Wenig prägte das Eishockey auf nationaler Ebene in der letzten Dekade derart, wie dieses Duell.

"Ich habe beide Seiten gesehen, war fünf Jahre bei Salzburg und jede Serie gegen den KAC war eine Schlacht. Und jetzt seitdem ich in Klagenfurt bin, war es die letzten Jahre immer ein Riesen-Gemetzel gegen Salzburg", spricht KAC-Routinier Thomas Koch bei LAOLA1 über seine persönlichen Erfahrungen dieser mittlerweile ausgewachsenen Rivalität.

Der Dauerbrenner unter den Playoff-Duellen

Genau jener Thomas Koch, der mit seinem Overtime-Tor in der Saison 2010/11 die Bullen in Spiel sieben gegen die Rotjacken zum Titel schoss und damit für einen der denkwürdigsten Momente in der Playoff-Historie dieser beiden Teams sorgte.

Diese ist mittlerweile übrigens richtig lange.

"Die letzten acht Jahre, seit ich die EBEL verfolge, gab es sieben Mal das Duell Red Bull gegen KAC. In den Playoffs kann man also sagen, dass das eine Rivalität ist", liegt Salzburg-Stürmer Raphael Herburger mit seiner Schätzung bezüglich der Anzahl der Aufeinandertreffen genau richtig.

Der 28-Jährige ist ebenso wie Koch einer von nur fünf Akteuren – Harand, Bischofberger und Brucker sind die anderen drei –, der seine Schuhe bereits für den jeweiligen Konkurrenten geschnürt hat.

"Es ist immer etwas Besonderes"

"Es ist bestimmt ein ganz besonderes Duell für mich. Ich habe fünf schöne Jahre in Klagenfurt gehabt und zwei Titel geholt", schwärmt der nunmehrige Red-Bull-Crack noch von seinen Erfolgszeiten am Wörthersee.

Und auch sein Gegenüber Thomas Koch erinnert sich gerne an die Zeiten bei seinem ehemaligen Verein zurück.

"Wenn man gegen den Ex-Klub spielt, ist es immer etwas Besonderes, vor allem, weil ich ein paar von den Spielern und die ganze Organisation noch kenne. Jede Serie gegen sie ist noch etwas besonderer als alle anderen."

Könnte diese emotionale Bindung aber gar ein Hemmschuh sein?

Nein! Zumindest, wenn es nach Herburger geht, denn "jetzt zählt nur die Gegenwart. Es zählt das Hier und Jetzt, und genau so wollen wir dann auch auftreten."

Startschwierigkeiten für Herburger

Nach einem dreijährigen Gastspiel in der Schweiz beim EHC Biel verschlug es den gebürtigen Vorarlberger diese Spielzeit an die Salzach, an der er sich nach Startschwierigkeiten nun schon richtig gut eingelebt hat.

"Der Beginn war schlecht, die ersten zwei Monate nichts, das hat man sich wahrscheinlich anders vorgestellt. Aber im Großen und Ganzen hat das mannschaftliche Ziel Priorität, das ist das Erste, an das man denkt - und das liegt noch vor uns."

Auf dem Weg dorthin muss nun aber zunächst einmal die Hürde KAC genommen werden. Und diese wird angesichts des sensationellen Laufs des Teams von Headcoach Mike Pellegrims keine niedrige sein.


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(Der Artikel wird unter dem Video fortgesetzt)


Der "große Brocken" Salzburg

Zehn Partien in Folge mussten die Klagenfurter das Eis nicht mehr als Verlierer verlassen. Vizemeister Znojmo wurde im Viertelfinale mit einem Sweep in eindrucksvoller Manier in den Urlaub geschickt.

"Wenn man zehn Mal hintereinander gewinnt, ist es natürlich immer gut für das Selbstvertrauen und das Gefühl", spielt Koch auf die Welle des Erfolges an, die seine Mannschaft und er momentan reiten.

Dennoch ist Vorsicht geboten: "Selbstvertrauen gehört immer dazu und es ist gut, wenn man es hat. Aber wir wissen natürlich ganz genau, was für ein großer Brocken mit Salzburg auf uns wartet."

Ein "Brocken", der seit sieben Playoff-Serien schon nicht mehr weiß, wie sich Verlieren und Ausscheiden anfühlen.

Disziplin als oberste Prämisse

"Was gegen Salzburg immer wichtig ist, ist die Disziplin. Es gibt harte Zweikämpfe, und ab und zu muss man dann halt einmal einen Schlag einstecken für die Mannschaft. Sprich: Wegbleiben von der Strafbank! Weil Salzburg im Powerplay einfach zu gefährlich ist", betont Thomas Koch die Relevanz der Selbstbeherrschung im Halbfinal-Fight.

Zwar liegt Salzburg in der Powerplay-Wertung mit einer Erfolgsquote von 16,9 Prozent ligaweit nur an achter Stelle, aber Leute von der Klasse eines John Hughes, Thomas Raffl, Ryan Duncan, Dominique Heinrich etc. sind in numerischer Überlegenheit jederzeit für einen Treffer gut.

Auch beim KAC sticht das Überzahlspiel nicht positiv hervor, liegen die Rotjacken mit nur 14,1 Prozent verwandelter Powerplays schließlich gar nur an vorletzter Stelle in dieser Kategorie.

Konstanz als große Stärke

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Raphael Herburger und Co. etwas ganz anderes als das große Plus der Mannschaft der Stunde auserkoren haben.

"Wir haben schon darüber geredet, wie der KAC auftreten wird, und was sie bis jetzt gemacht haben. Ihre Stärke ist auf jeden Fall die Konstanz mit vier Linien", führt der ÖEHV-Teamstürmer aus, der aber noch im selben Atemzug meint, dass "das wiederum auch genau unsere Stärke ist."

Damit trifft er den Nagel auf den Kopf.

Wer den Ausfall eines Teamspielers – Andreas Kristler nach Spiel drei gegen Graz – in der 4. Linie (!) mit einem weiteren Teamspieler – Alexander Cijan nahm den Platz neben Schiechl und Hochkofler ein – kompensieren kann, hat wahrlich wenig Sorgen.

Herburger macht den Fans Guster

Doch auch die Klagenfurter brauchen sich in dieser Hinsicht nicht zu verstecken.

Thomas Hundertpfund, der die vierte Sturmreihe mit wechselnden Partnern centert, avancierte in Partie zwei beim 3:2-Sieg gegen Znojmo mit einem Doppelpack zum Matchwinner.

Ein Umstand, der für die beiden Viertelfinal-Gegner Graz und eben Znojmo aufgrund ihrer fehlenden Kadertiefe undenkbar gewesen wäre.

Auch aufgrund dessen erwarten die beiden ehemaligen Teamkollegen eine enge und packende Serie.

"Sie sind zurzeit sehr gut drauf und es wird bestimmt eine heiße und wahrscheinlich auch eine lange, knappe Serie. Daher glaube ich, dass es für die Fans ein richtiger Leckerbissen wird", macht Herburger allen Eishockeybegeisterten Gusto auf den Halbfinal-Schlager.

Knappe Serie zu erwarten

Diese Annahme stützen sowohl die direkten Aufeinandertreffen der heurigen Saison, als auch die Playoff-Serien der letzten Jahre.

Vier der sechs Saison-Duelle wurden entweder erst in der Overtime oder im Shootout entschieden – und vier der sechs Playoff-Serien seit 2009 gingen über die volle Distanz.

Doch Statistiken interessieren die Cracks vor allem in der Postseason bekanntlich relativ wenig."Alles was, unter der Saison war, ist zum Vergessen. Jetzt fängt alles wieder bei Null an", stellt Thomas Koch daher klar, der in dieser Spielzeit bereits sieben Treffer gegen die Bullen verzeichnen konnte.

Und tatsächlich wird die bevorstehende Serie zwischen Salzburg und dem KAC neue Geschichten schreiben.

Aber eben nur in einem weiteren Kapitel der Historie einer Rivalität, die mehr ist, als nur ein einfaches Halbfinal-Duell.


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Textquelle: © LAOLA1.at

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