Medvescak Zagreb versinkt im finanziellen Chaos

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Medvescak Zagreb liebäugelt mit einer Rückkehr in die Erste Bank Eishockey Liga – ein mittlerweile offenes Geheimnis.

Was auf den ersten Blick auch wie ein Upgrade und absoluter Gewinn für die heimische Liga aussieht, verliert bei genauerer Betrachtung aber an Glanz, wie auch LAOLA1-Scout Bernd Freimüller in seiner Analyse der Lage anmerkt.

Nun bringt Zagrebs Präsident Damir Gojanovic neue besorgniserregende Details ans Tageslicht:

In einer Facebook-Fragerunde mit Fans und Interessierten konstatiert der Medvescak-Boss, dass die Kroaten in groben finanziellen Schwierigkeiten stecken würden und eine Lösung derer nicht in Sicht ist.

„Wir haben kein Geld für die EBEL“, bringt der Präsident die schmerzliche Wahrheit auf den Punkt.

Inakzeptable Verhältnisse bei den „Bären“

Es werde zwar ein Antrag für die Teilnahme an der Liga gestellt, allerdings wisse man aufgrund der unsicheren Situation zumindest einmal bis Juli nicht, wie man ein Budget dafür aufstellen solle, und welche Sponsoren ihre Unterstützung zusichern würden.

Bei aller Euphorie ob einer möglichen Rückkehr der Kroaten natürlich inakzeptable Verhältnisse.

„Zagreb war damals eine Bereicherung für die Liga, sie haben eine sehr hohe Zuschaueranzahl und immer wieder kreative Ideen gehabt. Da erinnere ich gerne an die Arena-Games in Pula“, bleiben ÖEHV-Präsident und Erste-Bank-Sponsor-Vertreter Gernot Mittendorfer im Gespräch mit LAOLA1 zwar die positiven Impulse der „Bären“ in Erinnerung.

VIDEO: Vorfreude auf den Österreich Cup in Graz

(Artikel wird nach Video fortgesetzt)

Allerdings muss auch er eingestehen: „Wenn das Geld bei Zagreb nicht vorhanden ist, dann brauchen wir uns keine Gedanken machen. Es gibt in der EBEL Mindestvoraussetzungen, und da wird man natürlich schon sehr genau schauen, dass Vereine, die sich bewerben und mitspielen wollen, diese Voraussetzungen erfüllen.“

Sponsor-Vertrag wird nicht als Druckmittel dienen

Dass er persönlich Druck auf die Liga zur Einhaltung und Verschärfung der Zulassungs- und Teilnahmekriterien ausüben werde, wenn der neue Sponsor-Vertrag mit der Ersten Bank in diesem Sommer ausgehandelt wird („das würde für mich einen Interessenskonflikt darstellen“), schließt er aber ebenso aus, wie eine Teilnahme des AlpsHL-Leader Ritten an der EBEL-Saison 2017/18.

Mittelfristig bestehe aber schon Interesse von mehreren Klubs bezüglich einer Teilnahme, auch aus neuen Ländern, deren Aufnahme allerdings „sehr gut überlegt sein muss“. Außerdem habe das Halten des aktuellen Stammes der Liga Priorität.

„Wenn das Geld bei Zagreb nicht vorhanden ist, dann brauchen wir uns keine Gedanken machen. Es gibt in der EBEL Mindestvoraussetzungen, und da wird man natürlich schon sehr genau schauen, dass Vereine, die sich bewerben und mitspielen wollen, diese Voraussetzungen erfüllen.“

ÖEHV-Präsident und Erste-Bank-Vertreter Gernot Mittendorfer

Zu diesem Stamm gehört auch Olimpija Ljubljana, das heuer einmal mehr massiv mit seinen Gehaltszahlungen in Verzug sind. Ein laufender Spieler-Aderlass und Reputationsschäden für die Liga inklusive.

Von Seiten des ÖEHV-Präsidenten hört man zu dieser Thematik, dass die Slowenen ihren Verpflichtungen innerhalb einer vorgegebenen Frist nachgekommen sind und der weitere Spielbetrieb dadurch gesichert wurde.

An der unbefriedigenden Situation habe dies aber wenig geändert, dadurch „muss man sich natürlich noch einmal mit den Vereinsverantwortlichen zusammensetzen, denn der momentane Zustand entspricht nicht dem Qualitätsanspruch der EBEL.“

Altlasten machen zusätzlich zu schaffen

Diesem kann auch Medvescak Zagreb momentan alles andere als entsprechen, da zusätzlich zur unsicheren Sponsoren-Situation auch die Altlasten der KHL hinzukommen.

 „Wir setzen alles daran, unsere Verträge zu erfüllen und unseren Verpflichtungen nachzukommen, allerdings werden einige dieser Agenden in die nächste Saison übertragen werden müssen. Das ist unvermeidlich“, gibt Präsident Damir Gojanovic einen düsteren Ausblick in die Zukunft.

Eine Rückhol-Aktion der Kroaten sollte bei allen positiven Nebengeräuschen also genauestens überlegt sein, damit man sich kein Ljubljana 2.0 ins Boot holt und erneut ein böses Erwachen erleidet.

Textquelle: © LAOLA1.at

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