Ein Novum in der EBEL

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EBEL-Analyse: Ein Novum und kein TV-Bild

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Die EBEL ist am vergangenen Wochenende in ihre neue Saison gestartet!

Die ersten Spiele hatten es bereits in sich.  LAOLA1-Scout Bernd Freimüller hat ganz genau hingesehen und analysiert die erste EBEL-Woche:

They are b-a-a-a-ck

Wer sich Sorgen um die EBEL-Tauglichkeit von Brian Lebler und Thomas Raffl nach deren letzter verkorkster Saison machte, wurde schnell beruhigt. Lebler traf beim 3:4 n. V. der Linzer in Wien schon nach 14 Sekunden und legte später nach einem Lattentreffer noch ein weiteres Tor drauf. Raffl wiederum zeigte nicht nur aufgrund seiner zwei Punkte beim 5:2-Auftaktsieg in Znojmo, dass er in seiner eigenen Gewichtsklasse kämpft. Beim 2:0 gegen den KAC hängte sich der Klagenfurter David Fischer – selbst auch kein Winzling – an ihn wie ein Klammeraffe. Fischer kassierte dafür zwar zwei Minuten, doch Raffl schüttelte ihn so missmutig ab wie King Kong die Flieger am Empire State Building. Der Villacher dürfte gegenüber seiner letzten EBEL-Saison vor zwei Jahren noch einmal an Muskelmasse zugelegt haben. 

Es gibt doch noch junge österreichische Defender

Erik Kirchschläger, Dominic Hackl und Peter Hochkofler konnten sich am Wochenende über gute Eiszeit freuen und verdienten sich diese auch. Kirchschläger und Hackl kamen dabei sogar in Unterlegenheit zum Einsatz und waren nicht unbedingt die typischen Verteidiger Nummer sieben. Wie sehr Linz-Coach Rob Daum auf Kirchschläger baut, beweist die Tatsache, dass er in Wien knapp zwei Minuten vor dem Ende noch auf der Platte stand. Der 20-Jährige wirkt überaus selbstbewusst mit der Scheibe, trägt diese unter Druck aus dem eigenen Drittel und sorgt damit für Entlastung. Ab und zu wird er sich damit verbrennen, aber besser so, als er liefert ein 08/15-Spiel. Nicht nur wegen der verletzungsbedingten Ausfälle von Mathieu Roy und Zdenek Kutlak funktionierte Salzburg-Coach Greg Poss Hochkofler zum Verteidiger um. Der gebürtige Südtiroler bringt auf jeden Fall die körperlichen Voraussetzungen dafür mit und hat auch den Ruf als überaus lernwilliger Spieler. Seine beiden Auftaktspiele waren überaus solide, es wird interessant zu sehen, ob er dauerhaft an der blauen Linie bleibt.

Ein Novum in der EBEL

Ganz im Gegensatz zu den oben genannten Beispielen agiert Dornbirn. Im Auftaktspiel gegen Graz bildeten sechs Legionäre die Defensive! Dass neben den gelernten Kräften Schmidt, Magnan, Crawford, Caruso und MacKenzie Neuling Cody Sylvester nach hinten rücken würde, habe ich schon vor Monaten prophezeit. Dieses Legionärsstelldichein – durch Rückenbeschwerden von MacKenzie gegen Innsbruck dann gesprengt – ist nicht nur für die EBEL, sondern meines Wissens auch für ganz Europa ein Novum.



15 Tore und keine TV-Bilder

Zu Beginn der Saison gab es zwischen dem TV-Sender "Sky" und der Liga in einigen Hallen noch keine Klarheit darüber, woher Qualitäts-TV-Material kommen und wer dieses bezahlen sollte. Schließlich gab es doch alle Spiele der ersten beiden Runden in guten Highlight-Videos zu sehen, allerdings mit einer Ausnahme: Das 8:7-Torfestival von Innsbruck gegen Bozen blieb nur den Zusehern in der Halle vorbehalten. Künstlerpech natürlich, die beiden Goalies Andy Chiodo und Marcel Melichercik wird es freuen.

Hat jemand ein Regelbuch übrig?

Wohlgemerkt, Mark Lemelin – die letzten Saisonen als NHL-Trainee tätig – ist sicher ein sehr guter Headreferee. Er erkannte in den Spielen in Wien und Znojmo einige Strafen, die nicht leicht zu sehen waren. Der 35-jährige Amerikaner wirkt dabei auch weit ruhiger als sein Vorgänger Shane Warshaw. Nur: Könnte ihm irgendwer ein IIHF-Regelbuch schenken? Zwar hat die EBEL ihr eigenes Casebook, doch 95 Prozent der Regeln sind immer noch die international gültigen. Bei seinem ersten CHL-Einsatz vergaß Lemelin bei einem Check gegen den Kopf auf die obligatorische 10-Minuten-Strafe. Beim Spiel in Wien dagegen erstaunte er Spieler und Co-Refs, als er nach einem hohen Stock im Angriffsdrittel übers ganze Eis düste und das Face-off dorthin verlegen wollte. Seine Kollegen halfen ihm in beiden Fällen aus, doch er bewies damit, dass ihm die nordamerikanischen Regeln immer noch näher stehen als die hier gültigen.

Neue Saison, neues Glück

Immer wieder interessant zu sehen, wie neue Coaches ihr Personal verwenden. Greg Poss gibt vor allem in Unterzahl sehr vielen Stürmern Eiszeit, darunter auch John Hughes, dessen Spezialressort das eigentlich nicht ist. Doch gerade der US-Amerikaner rundet sein Spiel immer mehr ab und ist längst nicht mehr ein defensives Risiko. Beim KAC setzt Mike Pellegrims auf sieben Defender und vier Angriffslinien, allerdings stand in Salzburg die Linie mit Schettina-Hundertpfund-Bischofberger weniger am Eis als ihre Kollegen. Doch der gebürtige Wiener Kevin Schettina überflügelte in der Vorbereitung einige bekanntere Namen. Dasselbe gilt auch für Defender Christoph Duller, der nach Jahren in Salzburg und Dornbirn wieder in seine Heimatstadt zurückgekehrt ist.  

Weiter Warten auf Time-on-ice

Alle diese Aussagen über vermehrte und reduzierte Einsätze sind weiter nur durch den guten alten "Eye-test" in den Hallen möglich und dadurch keineswegs gesicherte Wahrheit. Denn auf die "Time-on-ice"-Statistik wartete die Öffentlichkeit wieder vergebens. Bei der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz wie im bereits Vorjahr groß angekündigt, konnten Liga und Statistikprovider HockeyData wieder nicht mit den Zahlen aufwarten. Lapidarer Kommentar: "Ein Softwarefehler". Das Warten geht weiter…

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