EBEL: So schlagen sich die Teams bislang

Aufmacherbild
 

Es ist fast Halbzeit in der aktuellen EBEL-Saison.

Von 40 Grunddurchgangs-Spielen haben die Teams bereits zwischen 17 und 19 Matches gespielt. Die Salzburger führen die Tabelle an, am letzten Platz liegen abgeschlagen die Bulldogs aus Dornbirn.

LAOLA1-Experte Bernd Freimüller nimmt die elf Mannschaften und ihre Personalien einmal genauer unter die Lupe zu nehmen:

Dornbirn Bulldogs

Da gibt es nichts schönzureden: Die Trainerentscheidung für Jussi Tupamäki, die schon lange vor der eigentlichen Bekanntgabe feststand, war eine der schlechtesten der EBEL-Geschichte an die auch der Fehlgriff mit Martin Stloukal als Cheftrainer in der Saison 2014/15 nicht herankommt.

Wie vor zwei Jahren in Bozen muss nun Kai Suikkanen die Scherben eines überforderten Trainer-Vorgängers wegkehren. Wenigstens zeigen sich die Bulldogs unter der Leitung wieder konkurrenzfähig.

Dennoch ist das aktuelle Personal der Dornbirner noch bei Weitem kein Punktegarant: Goalie Rasmus Rinne verletzte sich erneut. Nachfolger Juha Järvenpää gehört nicht gerade zu den athletischen Vertretern seiner Zunft. Der nachverpflichtete Tomi Körkkö ist ein Grinder ohne große Übersicht. Keaton Ellerby ein Defensivverteidiger mit NHL-Vergangenheit, der aber schon Iserlohn kaum weiterhalf.

Nach der Rückkehr des schmerzlich vermissten Evan Trupp (eine der wenigen positiven Erscheinungen) und Ellerbys Anmeldung müssen zwei Spieler weichen. Einer davon wird der ohnehin schon lange mitgeschleppte AlpsHL-Defender Antti Kauppila sein. Der vom KAC gekommene Defender Ramon Schnetzer fand sich zuletzt sogar im Powerplay auf der Platte. Selbst der nachzüglerfreundliche EBEL-Modus dürfte in dieser Saison zu wenig sein.

Innsbrucker Haie

Der in Villach nicht mehr benötigte Christof Kromp machte den dünnen Haie-Kader breiter und konnte das Team auch scorermäßig unterstützen. Goalie C. J. Motte, von dem ich mir mehr erwartet habe, agierte hingegen zu hyper und flatterhaft.

Dass das Goaliedasein in Innsbruck unter Coach Rob Pallin aber nie einen geringen Gegentorschnitt zulässt, musste Scott Darling auch schon feststellen. Als Stanley-Cup-Gewinner mit großen Vorschusslorbeeren empfangen, darf er sich nun dem Geschosshagel der Gegner stellen. Bleibt er gesund und auf das Eishockey fokussiert, sollte er ein Upgrade darstellen.

Die immer noch kleine Personaldecke wird durch den Langzeitausfall von Tyler Spurgeon noch vor der spielintensiven Phase um Weihnachten herum angespannter. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, präsentierten sich die Haie aber meist kampfstark.

Fehervar AV 19

Der starken Vorsaison folgte keine Wiederholung, weshalb die Top-Acht außer Reichweite bleiben dürfte. Mit Felix Girard kam ein neuer Center als Ersatz für Tomas Sille. Der Slowake wartete zu lange auf seinen ungarischen Pass. Girard, in der AHL ein reiner Defensivstürmer, traf schon zweimal. Trotzdem könnte er in der EBEL offensiv noch mehr aufzeigen.

Bei Fehervar erwarte ich weitere Personalwechsel. Einer der Import-Defender wird bereits ligaweit angeboten.

Orli Znojmo

Foto: © GEPA

Die Saison in Znaim war bis jetzt ein stetes Auf und Ab. Zu den Abs gehörten dabei vor allem die häufig verspielte Drei-Tore-Führungen. Michal Kruckovyc und Martin Kosnar verließen den Verein schon im September in die dritte tschechische Liga.

Nachdem sich Center Radim Matus verletzte und dem Klub länger fehlen wird, kam vor zwei Wochen der aus Villach altbekannte Center Rob Flick. Der achte Legionär stellte sich mit einigen Punkten gleich gut ein. Sonst blieb der Kader seit Saisonbeginn unverändert. Für die Adler geht es wohl nur um Bonuspunkte für die Qualifikationsrunde.

Graz 99ers

Foto: © GEPA

Coach Doug Mason darf sich über ausbleibende Unterstützung seiner Führungsetage nicht beklagen: Colton Yellow Horn und Sebastian Collberg verletzten sich in der CHL. Doch quasi am nächsten Tag stand mit Greg Squires und David Aslin schon sehr guter Ersatz parat. Beide Wechsel wurden mittlerweile allerdings wieder rückabgewickelt. Dafür kam mit Charlie Dodero (für den verletzten Matt Garbowsky) ein Defender, der der sehr soften Abwehr etwas Physis gibt.

Allerdings: Bei Garbowskys anstehender Rückkehr muss ein Import weichen. Kandidaten gäbe es genug, die Transfers im Sommer schlugen nicht so ein wie vergangene Saison. Dazu kommt, dass Yellow Horn noch mehr als bisher aus dem Stand agiert, seine Verfassung ist kaum ligawürdig.

Auch Oliver Setzingers Verteidiger-Tätigkeiten lassen aktuell zu Wünschen übrig.. In der letzten Saison noch als Genieblitz Masons gefeiert, inzwischen wieder ein Ding der Vergangenheit.

Die Wiederanmeldung von Garbowsky wird der bereits vierte Tauschvorgang. Viel mehr geht danach nicht mehr. Ob Goalie Christopher Nihlstorp (zuletzt mit Lungenentzündung out) die ganze Saison durchsteht, bleibt auch weiterhin ein großes Fragezeichen.

Villacher SV

Foto: © GEPA

Auch wenn die Truppe von Jyrkki Aho zuletzt in Linz ein schwaches Spiel ablieferte: Die Top-Fünf sind weiter in Reichweite. Brodie Reid, der erst nach Saisonbeginn zur Mannschaft stieß, ist vor allem im Powerplay eine Scoring-Alternative.

Ville Korhonen, der den verletzten Patrick Bjorkstrand ersetzte, war nur ein Übergangs-Legionär vor und nach der Länderspiel-Pause. Bei Bjorkstrand müssen die Adler hoffen, dass seine Schulter bis Ende der Saison hält. Ansonst drängen sich keine Wechsel auf, der Kader ist im Gegensatz zur letzten Saison tiefer besetzt.

Vienna Capitals

Foto: © GEPA

Die Änderungsliste seit Saisonbeginn stellt sich jungfräulich da, der Kader ist seit Sommer unverändert. Alle Legionäre blieben bis jetzt fit. Der langzeitverletzte Dominic Hackl steht vor seinem Comeback, Patrick Peter ist mit einem Kreuzbandriss aber bis Saisonende out.

Nicht nur aufgrund des Ausfalls von Raffi Rotter ist die Offensive ziemlich dünn. Zuletzt konnte der starke Goalie Ryan Zapolski auch nicht mehr alle Fehler seiner Defender ausbessern. Ein baldiger Legionärswechsel würde aufgrund des Abrutschens in der Tabelle nicht überraschen. Das sommerliche Ausbluten bei den einheimischen Kräften kann dagegen nicht so leicht korrigiert werden.

Black Wings Linz

Foto: © GEPA

Wie bei den Caps gab es seit Saisonbeginn keine Wechsel, der größere Kader im Vergleich zu den letzten Saisonen ließ auch Ausfälle wie von Juraj Valach, Dan DaSilva oder Mark McNeill verschmerzen. Die Truppe von Tom Rowe punktete in all ihren sechs letzten Partien.

Valach, McNeill und der immens mobile und spielstarke Defender Josh Roach gewöhnen sich mehr und mehr an die Liga. Nur ein Langzeitausfall oder eine Verletzung des starken Goalies David Kickert könnte zu Rochaden Anlass geben. Die Formkurve zeigt aber nach oben.

KAC

Nur eine Wechsel seit Saisonbeginn und der stellte sich als eher überflüssig dar: Christoph Duller wurde während der Verletzungspause von Steven Strong angemeldet, kam aber nur einmal zum Einsatz. In der Defensive kam der Schwede Petter Hansson aus dem Farmteam, spielte unauffällig und war daher zuletzt kein Thema mehr. Ramon Schnetzer bekam (endlich) die Freigabe für Dornbirn, dafür spielte sich Michael Kernberger ins Team.

Von den 16 Stürmern im Kader fielen und fallen Niki Kraus und Marcel Witting lange aus. Dafür scorte sich Daniel Obersteiner in den Vordergrund. Den Kader etwas auszudünnen, dürfte erst im Sommer wieder ein Thema sein, die Gastspiele im Farmteam (u. a. Strong, Lukas Haudum und Manuel Geier) sind zumindest gewöhnungsbedürftig.

HCB Südtirol

Foto: © GEPA

Sportdirektor Dieter Knoll hat den Markt im Gegensatz zu vielen seiner Amtskollegen auch bei Nichtbedarf im Auge, muss bei Ausfällen daher nicht aus dem Stand agieren. Da sich Brett Flemming bei heldenhaften Shotblocks in Znojmo den Finger brach und auch Ivan Tauferer einige Zeit ausfällt, musste ein neuer Defender her - am besten schnell und mit einem EU-Pass. Der Slowene Luka Vidmar (vor zwei Saisonen bei Fehervar) ist das, was Coaches bei Personalmangel als „another warm body“ bezeichnen.

Bis dahin waren nur interne Rochaden angesagt: Viktor Schweitzers Kaderplatz war der Verletzung von Angelo Miceli zu Saisonbeginn geschuldet. Miceli wurde genau dann wieder fit, als Daniel Catenacci mit einer ähnlichen Knieverletzung ausfiel. Aus Punktegründen muss bei Catenaccis Rückkehr wieder ein Spieler weichen.

Punkteneutral fiel hingen das verspätete Saisondebüt von Backup-Goalie Justin Fazio aus, der lange auf seinen italienischen Pass warten musste. Er gewann gleiche beide Starts in Znojmo, sollte aber auch in anderen Hallen Leland Irving entlasten können.

Red Bull Salzburg

Foto: © GEPA

Langzeittabellenführer, die meisten Tore erzielt, die wenigsten kassiert: In Salzburg ist durch den neuen Coach Matt McIlvane Ruhe eingekehrt. Unter dem 33-jährigen, der am Beginn einer großen Coaching-Karriere steht, sorgt J-P Lamoureux nach gefühlten Ewigkeiten endlich für Goalie-Leistungen, die so manche enge Partie für die Roten Bullen kippen ließen.

Vor allem die geringe Gegentorquote ist in Salzburg ungewohnt und auch notwendig, da das Scoren der dritten und vierten Linie zu wünschen übrig lässt. Ebenfalls verbesserungswürdig: Die Faceoff-Quote. Ob hier Connor Brickley, der den erkrankten Alexander Rauchenwald seit der Länderspielpause ersetzt, für Besserung sorgen kann? Die bis jetzt einzige Neuverpflichtung war in der NHL bzw. AHL eher ein Energie-Winger.

Textquelle: © LAOLA1.at

NHL: Toronto Maple Leafs feuern Trainer Mike Babcock

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare