AlpsHL: Die "Schattenliga" unter der Lupe

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Frühjahr 2012: Mit Dornbirn und Innsbruck treten zwei neue österreichische Teams in die EBEL ein.

Frühjahr 2012: Die Liga verkündet die Gründung der "EBYSL", einer grenzüberschreitenden U20-Juniorenliga, der ein Jahr später auch die ebenfalls internationale "EBJL" (U18) folgt.  

Frühjahr 2015: Die EBEL verkündet die Gründung der "Alps Hockey League" – einer internationalen Liga, an der die Teilnehmer aus der vorhergehenden INL bzw. Serie A zusammengefasst werden.

Warum die Gegenüberstellung dieser Daten? Weil dieselben Argumente, die bei Gründung der EBYSL angeführt wurden – die bessere Heranführung der jungen Spieler an das Senioren-Niveau – in letzter Zeit für die Alps Hockey League (mir kommt die hochgestochene und abgekupferte Abkürzung AHL nur sehr schwer aus den Fingern) verwendet wurden.

Kein Wunder: Die Legionärs-Zahlen bei den acht österreichischen EBEL-Teams stiegen seit 2012 weiter an, Innsbruck und Dornbirn etwa toppen die Liga mit jeweils 13 Akteuren aus dem Ausland.

Da kann schwer angeführt werden, dass die EBYSL ihren Zweck erfüllte. Zwar kann sich das Nationalteam durchaus über einen Zuwachs an jungen Kräften erfreuen, das hat aber eher mit der Hingabe von Nationalcoach Roger Bader an die beiden starken Jahrgänge 1996 und 1997 zu tun.

Nun soll also die "Schattenliga" Alps Hockey League die Lücke zwischen Junioren- und Senioren-Eishockey schließen – daher ein Blick auf die Meisterschaft, die ich bei meinen Besuchen in Klagenfurt, Feldkirch und Dornbirn genauer unter die Lupe nahm.

Die Teilnehmer

17 statt 16 Teams an der Zahl, zum letztjährigen Teilnehmerfeld stieß HK SZ Olimpija Ljubljana hinzu. Ich führe den unhandlichen Namen deswegen detailliert an, da diese Organisation nichts mit der heuer aus der EBEL ausgeschlossenen Olimpija Ljubljana zu tun hat.

Gleiche Halle, größtenteils gleiche Spieler, ja – aber Cracks, die dort ausstehende Gehälter der letzten Jahre einklagen wollen, können sich den Weg sparen. Der Nachfolgeklub wurde einfach so durchgewunken, die Schulden des Vorgängers bleiben mit Billigung der EBEL einfach auf der Strecke.

Der Modus

Im letzten Jahr gab es wie in der EBEL eine Zwischenrunde, sodass nach dem bekannten Waldorf-Prinzip jeder Chancen auf die Playoffs hatte. Heuer qualifizieren sich nur die besten acht Teams für die Endrunde. Dafür wurde die Liga in drei Regionalgruppen unterteilt, sodass sich die Kassiere in Vorarlberg bzw. Italien über zusätzliche Derbys zur Weihnachtszeit freuen dürfen.

Die Punkteregel

Gibt es auch in dieser Liga, wenn auch in modifizierter Form: Der Kader-Höchstwert beträgt 36 Punkte, die Bewertung ist die gleiche wie in der EBEL. Zwei Unterschiede: Den italienischen Klubs wurde vom Verband eine Beschränkung auf vier Legionäre auferlegt.

"Junge" Legionäre (1996 oder jünger) werden mit zwei bzw. einem Punkt bewertet. Der Grund dafür: RB Salzburg hätte sonst alle in der Akademie ausgebildeten Nicht-Österreicher nach Erreichen des Seniorenalters aussondern müssen. Heuer machte sich aber auch Kitzbühel diesen Paragraphen zunutze und läuft mit acht Legionären auf.

Die Problematiken

Die Premieren-Saison machte es schon klar: Die Alps Hockey League ist eine Sammelstelle von Teams verschiedenster Ambitionen und Spielstärken.

Die Top-Italiener: Ritten, Bruneck und Asiago – letztere vor allem auf Italos bauend – sind auf diesem Niveau auf und neben dem Eis Spitzenvereine.

Nach EBEL-Maßstäben ist das hoch über Bozen gelegene Ritten (musikantenstadlhaft "Rittner Buam" bezeichnet) zwar ein Greißlerladen, doch die Arbeit von Präsident Thomas Rottensteiner ringt sogar der lokalen Konkurrenz nur lobende Worte ab. Aufgrund der sehr biederen Halle ist aber eine EBEL-Zukunft unvorstellbar. In Bruneck dagegen soll die schon lange geplante neue Arena – die aktuelle Spielstätte verfügt über keinen einzigen Sitzplatz – doch noch in diesem Jahrzehnt Wirklichkeit werden.

Der Rest der Italiener: Kämpft mehr oder minder von Saison zu Saison ums Überleben, vor allem Gröden und Fassa sind Wackelkandidaten.

Doch irgendwie stoppeln die Vereine aus einheimischen Spielern und Billig-Legionären immer wieder Teams zusammen, die - wie heuer Sterzing unter Ex-Graz-Coach Ivo Jan – durchaus auch überraschen können. Während die EBEL-Staffs immer mehr anwachsen, muss bei Teams wie Neumarkt oder Cortina schon einmal der sportliche Leiter auch eine defekte Bande reparieren – das alles hat durchaus Charme...

Tadellose Einstellung und gute Qualität in Slowenien

Die beiden Slowenen: Jesenice (HDD ist ebenfalls ein Nachfolgeklub des bankrotten HK) und Ljubljana teilen sich die einheimischen Cracks auf, die im Ausland keine Teams finden. Jesenice leistet sich zwei Legionäre, ansonsten reichen die wie immer tadellose Einstellung und gute Qualität der slowenischen Spieler für Spitzenplätze und weiterhin große Rivalität untereinander.

Die österreichischen Teams: Auch hier finden sich große Unterschiede. Teams wie Feldkirch, Lustenau und Zell am See spielen, um zu siegen und die Hallen so voll wie möglich zu bekommen. Zell erhält ab und an Leihgaben aus Linz (Coach Didi Werfring war dort lange Nachwuchsleiter), aber nicht im selben Ausmaß wie Kitzbühel Spieler aus Innsbruck bekommt. Ich war überrascht, dass etwa die Haie-Kaderspieler Lukas Bär und Fabian Nussbaumer sehr viel Eiszeit bekamen. Dominique Saringer hingegen wurde innerhalb weniger Wochen vom sechsten Innsbrucker Defender zum siebten in Kitz degradiert!

Kitzbühel ist irgendwie das Bindeglied zu den Farmteams Bregenzerwald, RB Salzburg II und KAC II. Doch auch diese sind ziemlich verschieden gestrickt:

Bregenzerwald spielt in Dornbirn und teilt sich als Quasi-Farmteam eine große Anzahl von Kader-Spielern mit den Bulldogs, die auch für deren Entlohnung aufkommen. Cracks wie Thomas Vallant, Raphael Wolf oder Dominic Haberl kommen in beiden Teams zum Einsatz, sodass sie in einer Woche meist auf drei Spiele kommen. Das kann man mitunter auch kontrovers diskutieren, aber jedenfalls erfreulich, dass zuletzt sogar ganz junge Cracks wie Julian Metzler oder Felix Zipperle (beide im Jahr 2000 geboren) mit von der Partie waren.

Red Bull setzt auf internationalen Spielverkehr

Die Roten Bullen bilden gleich für zwei Teams – Salzburg und München – aus und sind das letzte Glied in der Alters-Pyramide der Akademie. Neben den Ligaspielen fliegt das Team – wie am letzten Wochenende – auch zu Spielen gegen finnische Juniorenteams. Der nationale und internationale Spielverkehr produzierte unter anderem Cracks wie Daniel Jakubitzka und Daniel Wachter bzw. Jakob Mayenschein und Maxi Daubner, die trotz überzeugender Leistungen den Sprung zum Stammspieler allerdings noch nicht ganz geschafft haben.

Die Karriere von Michael Grabner begann - wie könnte es für einen Villacher anders sein - beim VSV (im Bild gegen den jetzigen Linz-Manager Christian Perthaler).

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Schon vor seiner Übersee-Zeit kam er 2003/04 auf insgesamt 18 Einsätze für die Kampfmannschaft, dabei schoss er zwei Tore und lieferte einen Assist.

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Von 2004 bis 2007 ging es erst in die WHL zu den Spokane Chiefs.

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Mit zwei überzeugenden Saisonen (75 Tore und 31 Assists in 128 Spielen) empfahl er sich für einen frühen Pick im NHL-Draft.

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2006 wurde er von den Vancouver Canucks in der ersten Runde an 14. Stelle gezogen.

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Trotz dieser schockierend positiven Vorschuss-Lorbeeren ging es allerdings erst einmal eine Weile zu den Manitoba Moose, dem AHL-Farmteam der Kanadier.

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2007/08 und 2008/09 wurden seine ersten vollen Profi-Jahre, das gleich in der zweithöchsten Liga Nordamerikas. Auch dort wusste er, mittlerweile nicht mehr ganz so blond, zu überzeugen.

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2009 sollte es endlich soweit sein! Durch eine Verletzung von Daniel Sedin wurde Grabner am 14. Oktober in den NHL-Kader hinaufgezogen.

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Nur eine Woche später, am 21. Oktober, erzielte Grabner im Powerplay gegen die Chicago Blackhawks sein erstes NHL-Tor.

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Am 1. November 2009 verletzte sich Grabner nach neun Spielen beim Aufwärmen, als er beim Fußballspielen umknickte.

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Es folgte eine AHL-Rückkehr zu den Manitoba Moose. Erst am 17. März 2010 wurde er wieder von den Canucks gebraucht, in den verbleibenden elf Regular-Season-Partien zeigte er auch mit einem Hattrick auf.

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In der zweiten Runde der Playoffs war gegen die Chicago Blackhawks Endstation.

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2010 wurde er zu den Florida Panthers getradet, bestritt dort aber nur die Preseason. Kurz vor Anfang der Saison 2010/11 war Grabner am Markt.

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Zwei Tage später schlugen die New York Islanders zu.

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New York sollte schließlich eine langfristige Heimat werden: Insgesamt fünf Saisonen trug Grabner Blau-Orange. Für die Playoffs reichte es jedoch erst im dritten Jahr.

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Gleich 2010/11 wurde seine bis dato produktivste Spielzeit überhaupt: 34 Tore und 18 Assists in 76 Spielen. Damit führte er nicht nur die Torschützen-Liste der Islanders, sondern aller Rookies ligaweit an und wurde für die Calder-Trophy als "Rookie of the Year" nominiert.

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Besonders durch seine Schnelligkeit fiel Grabner auf. Im Jänner 2011 wurde er für die "SuperSkills" nominiert.

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Mit Zeiten von 14,061 und 14,238 Sekunden gewann er den Wettbewerb um den schnellsten Skater der NHL.

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Mit seiner überzeugenden ersten Saison verdiente er sich einen Fünfjahresvertrag bei den Islanders ab 2011, der ihm insgesamt 15 Millionen US-Dollar einbringen sollte.

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2011/12 konnte er an seine Statistiken des Vorjahres nicht ganz anschließen (20 Tore, 12 Assists in 78 Spielen).

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Die Saison 2012/13 begann mit dem NHL-Lockout. Grabner zog es standesgemäß in die Heimat zum VSV zurück.

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Das hierzulande vielbeachtete Gastspiel des Stars endete nach 17 EBEL-Einsätzen (10 Tore, 9 Assists).

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Nach der USA-Rückkehr sollten 2012/13 noch 16 Tore und 5 Assists in 45 NHL-Spielen folgen.

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Als Belohnung gab es die erste Playoff-Teilnahme mit den Isles, die aber in der ersten Runde endete (2:4 gegen die Pittsburgh Penguins).

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Danach ging es allerdings deutlich bergab: 2013/14 waren es nur mehr 12 Tore und 14 Assists in 64 Spielen.

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2014/15 blieb Grabner sowohl bei Toren (8), als auch Assists (5) im einstelligen Bereich, durfte allerdings auch nur mehr 34 Spiele absolvieren.

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Dennoch zogen die Isles in die Playoffs ein, wo wieder in der ersten Runde Sense war (3:4 gegen die Washington Capitals).

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Es sollte Grabners letzte Saison bei den Islanders werden, für das letzte Jahr seines laufenden Vertrags wurde er an die Toronto Maple Leafs abgegeben.

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Im Gegenzug für den Österreicher wanderten Taylor Beck, Carter Verhaeghe, Matt Finn, Tom Nilsson und Torhüter Christopher Gibson an die Ostküste.

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Grabner wurde gleich zum Assistant Captain ernannt. Ein bevorzugter Einsatz im Penaltykilling sorgte für wenig berauschende Statistiken (je 9 Tore und Assists in 80 Partien).

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Obwohl die Leafs Interesse an einer Vertragsverlängerung zeigten, wurde Grabner im Juli 2016 zum Free Agent.

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Eine letztlich glückliche Fügung für Eishockey-Fans in Österreich (und New York), wie sich später herausstellen sollte.

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Grabner übersiedelte wieder nach New York, diesmal allerdings zu den Rangers.

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Bei den "Blueshirts" sollte wider Erwarten der Knoten platzen: Grabner konnte seine Stärken wieder ausspielen und führte zu Beginn seines Engagements zeitweise die NHL-Torschützenliste an.

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Mit letztlich 27 Toren und 13 Assists in 76 Regular-Season-Spielen wurde Grabner zur offensiven Stütze des Teams.

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Dementsprechend stieg die Gunst bei den Fans.

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Erstmals konnte Grabner mit den New York Rangers in die zweite Playoff-Runde vorstoßen.

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Nach einem 4:2 über die Montreal Canadiens war aber gegen die Ottawa Senators (2:4) Schluss.

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Der Österreicher kam in allen 12 Partien zum Einsatz und legte noch einmal vier Tore und zwei Assists auf seine Bilanz drauf.

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Obwohl damit spekuliert wurde, dass Grabner im Zuge des Expansion Drafts nach Las Vegas übersiedeln müsse, blieb ihm ein Gang in die Wüste erspart.

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Stattdessen verdiente er sich erneut einen Einjahres-Vertrag bei den Rangers.

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Die Saison 2017/18 begann mit 13 Toren in 26 Spielen wieder gut.

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Gegen die Pittsburgh Penguins feiert Grabner am 5. Dezember sein 500. Regular-Season-Spiel in der NHL.

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Der Tabelle nach schaut es beim KAC II zappenduster aus – zwei Punkte aus 21 Spielen, Torverhältnis: 26:120! Bei meinem Besuch waren die Kärntner Youngsters sogar gegen die ebenfalls jungen Red Bulls chancenlos.

Es werden hier Spieler der Geburtsjahre 1993 bis 2001 zusammengefasst, das Problem dabei: Die älteren Österreicher bzw. Legionäre sind keine Hilfe, die jüngeren – wie etwa die 2001 geborenen Fabian Hochegger oder Thimo Nickl – sind vor allem körperlich noch zu schwach gegen italienische oder slowenische Teamspieler. Wer von diesen Niederlagen traumatisiert wird, hat im Spitzensport ohnehin nichts verloren, doch zwei oder drei ältere Zugpferde täten dem KAC – wie auch den Capitals II in der ungarisch-rumänischen Erste Liga – sicher gut. Das hängt aber vor allem mit dem folgenden Punkt zusammen:

Die Gehaltsdifferenzen

Von Spitzen-Legionären mit über 40.000 Euro bis zu Ausländern um 15.000 Euro plus Halbtagsjobs – nicht nur bei den Gastarbeitern tut sich eine große Differenz in der Bezahlung auf. Klar, dass Ex-EBEL-Cracks wie Martin Oraze oder Kris Reinthaler eher noch zu den "großen" Teams tendieren: So lustig ist das Erhalten des EBEL-Traums mittels Verstärkung eines Farmteams auch wieder nicht, dass man für 540 Euro im Monat – wenn überhaupt – fast täglich trainieren und zwei Mal die Woche endlos lange Busreisen bestreiten muss.

Da sind in der EBEL ausgesonderte Cracks wie Sven Klimbacher oder Florian Mühlstein wirklich besser beraten, den Sprung ins Berufsleben gleich durchzuführen.

Das Niveau der Liga

Wie in allen Eishockey-Ligen der Welt wird das Spiel schneller, gegenüber der reinen italienischen Liga vor Jahren ist sicher ein Quantensprung festzustellen. Die jüngeren Teams bringen eine Menge Speed in die Liga, doch einige Altspatzen beweisen, dass schnelle Beine alleine durch smartes Spiel und Erfahrung leicht auszuhebeln sind.

Im Gegensatz zur EBEL hat aber jeder Crack vor und nach der Puck-Annahme erheblich mehr Zeit für Entscheidungen, der Druck der Gegenspieler kommt halt etwas später. Doch die Zeiten, als vor allem Legionäre hier drei oder vier Gegenspieler ohne Probleme überlaufen konnten, sind schon lange vorbei.

Auch bei den Refs fand ein Generationenwechsel statt, vor allem die unsäglichen italienischen Heads werden nach und nach aussortiert...

Ist die AlpsHL nun eine Liga zur Talente-Ausbildung?

Ja und nein – natürlich tut es Teams wie Dornbirn oder dem KAC sehr gut, wenn ihre Cracks bei Bedarf von einem - wenn auch niedrigeren Senioren-Niveau - direkt in die EBEL wechseln können. Wie groß der Unterschied vom Junioren-Eishockey zu den Erwachsenen ist, erfahren ja auch gerade die Capitals, deren U20-Meisterteam der Vorsaison in der Ersten Liga meist unter die Räder kommt. Doch dass Viertlinien-Spieler so relativ problemlos ausgetauscht werden können, kann ja nicht der Endzweck sein, dafür braucht man nicht eine Liga nach der anderen zu gründen.

Verzichtet der KAC vielleicht doch zugunsten von Spielern wie Ramon Schnetzer oder Michael Kernberger auf einen vierten Verteidiger-Legionär? Verdrängen in Dornbirn Einheimische wie Philipp Pöschmann oder Simeon Schwinger einmal einen der 13 Legionäre? Ist Kitzbühel für die Innsbruck-Cracks nur ein Umweg oder die letzte Ausfahrt? Und wird die "Schattenliga" AlpsHL zu einer Liga, in der 18- oder 19-Jährige gefördert werden, während Spieler Anfang 20 schon regelmäßig in der EBEL spielen? Oder spielen Funktionäre und Berater 21- bis 23-jährigen Cracks durch diese Liga weiter eine mögliche Zukunft im Profi-Eishockey vor?

Alle diese Fragen werden in den nächsten ein bis zwei Jahren beantwortet, die bezüglich der Ausbildung von EBYSL- zu EBEL-Cracks ist seit 2012 schon ausreichend – und zwar negativ – ausgefallen. Jetzt werden halt die gleichen Argumente für die AlpsHL ausgepackt – eine Liga, die sicher eine Lücke füllt, aber dadurch ihr Dasein nicht ganz rechtfertigen kann.

ÖEHV-Präsident und Erste-Liga-Vertreter Gernot Mittendorfer sollte seinen gründefreudigen Liga-Funktionären jedenfalls genauer auf die Finger schauen. Denn nach EBYSL, EBJL und AlpsHL wird nicht noch eine Liga gegründet werden können, während die Anzahl der Legionäre in der EBEL weiter anwächst...

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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