So tickt Supertalent Leitner

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Felix Leitner: So tickt das Biathlon-Supertalent

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Heutzutage ist schnell etwas super, außergewöhnlich oder gigantisch.

Medien überschlagen sich mit Superlativen, für erfolgreiche Sportler werden gern immer noch ausgefallenere Bezeichnungen erfunden.

Nur selten werden Sportler, die mit Lob überschüttet werden, diesen Lorbeeren auch langfristig gerecht. Einer jener, die das Potenzial dazu mitbringen, ist Felix Leitner.

Der 19-Jährige zählt zu Österreichs größten Wintersport-Talenten, genauer gesagt ist er die personifizierte Hoffnung im Biathlon.

Felix Leitner: Nachfolger von Landertinger und Eder?

Hört man sich in der Szene um und fragt nach potenziellen Nachfolgern für Simon Eder und Dominik Landertinger, so gibt es niemanden, der am Namen Felix Leitner vorbeikommt.

„Er hat in den letzten Jahren gezeigt, dass er großes Potenzial hat und auf einem sehr guten Weg ist“, erklärt Nachwuchs-Koordinator Markus Michelak im Gespräch mit LAOLA1.

Der Oberösterreicher weiß nur zu genau, wovon er redet, war er doch hautnah dabei, als Leitner bei der am Dienstag zu Ende gegangenen Junioren-Weltmeisterschaft im rumänischen Cheile Gradistei zum großen Medaillenhamster avancierte.

Gold im Einzel, Gold im Sprint und Bronze in der Verfolgung standen letztendlich zu Buche - dreimal Edelmetall in Individualbewerben gelangen sonst niemandem, spätestens jetzt hat er sich im Biathlon bis weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht.

Björndalen, Fourcade und Landertinger als Vorbilder 

Bei aller Lobhudelei von außen behält der Tiroler einen kühlen Kopf. „Es lief echt super“, freut er sich bei LAOLA1. Er hätte jedoch nicht gedacht, dass es noch besser laufen würde als im Vorjahr, als er in Raubichi (Weißrussland) Gold und Silber in der Jugendklasse gewann. Er habe daher seine Erwartungen deutlich übertroffen.

Groß gefeiert wurden die zahlreichen ÖSV-Erfolge - bei den Damen gab es einmal Gold (Susanna Kurzthaler) sowie zweimal Bronze (Julia Schwaiger, Staffel) zu bejubeln - allerdings nicht. „Ein Sekt, mehr nicht“, weiß Leitner, dass man Entbehrungen in Kauf nehmen muss.

Die Tatsache, dass er seine großen Vorbilder Ole Einar Björndalen, Martin Fourcade und Landertinger in puncto Medaillen bei Nachwuchs-Weltmeisterschaften übertrumpft hat, freut den Milser zwar, doch sofort stellt er klar: „Sie haben danach noch sehr viel gewonnen.“ Er selbst muss sich auf höchster Ebene erst noch beweisen.

Der erfolgreichste Österreicher bei Junioren-Titelkämpfen aller Zeiten wirkt geerdet, ein Höhenflug aufgrund seines Erfolgs erscheint unwahrscheinlich. Aus seinem Umfeld ist zu vernehmen, dass er sich voll in den Dienst der Mannschaft stellt und Extrawürste ein Tabu sind. „Man kann nur in den höchsten Tönen von ihm reden“, schwärmt Michelak.

Leitner will trotz des Erfolgs "am Boden bleiben" 

Leitners Selbsteinschätzung unterstreicht das: „Ich will am Boden bleiben und mich nicht verrückt machen lassen. Natürlich freue ich mich aber voll über die guten Leistungen.“

Diese sind ein Resultat jahrelanger harter Arbeit. „Da muss man auch die Truppe in Stams und den Steirer Flo hervorheben“, unterstreicht Michelak. Jener Florian Steirer ist seit acht Jahren Trainer des Toptalents und maßgeblich an der Entwicklung seines Schützlings beteiligt, wie dieser gerne selbst betont: „Ich kann mich blind auf ihn verlassen.“

Dem Zufall wird dabei nichts überlassen. Leitner ist seit jeher hochveranlagt, was seine Fähigkeiten auf den Skiern betrifft. In der Loipe können dem Youngster nur wenige das Wasser reichen, deutlich mehr Luft nach oben ortete er am Schießstand.

Um sich auch hier zu verbessern, wurde das Trockentraining intensiviert. „Da kann es auch vorkommen, dass er das um halb Zehn am Abend noch macht“, unterstreicht Koordinator Michelak den besonderen Willen, den Leitner an den Tag legt. Dafür habe er nun die Früchte geerntet.

"Ich will Weltmeister und Olympiasieger werden"

Damit soll aber längst nicht Schluss sein. Der Milser, der früher Fußball und Volleyball spielte und gerne auch Skispringen ausprobiert hätte („Meine Eltern wollten einen Konkurrenzkampf vermeiden, weil mein Bruder es gemacht hat“), richtet den Fokus bereits wieder nach vorne.

Der IBU-Cup, die zweite Liga im Biathlon, hat es ihm angetan. Vor wenigen Wochen überzeugte er als starker Zehnter, dort will er anschließen. „Wenn mir das nochmal gelingen würde, wäre das schon super“, hält er den Ball flach.

Langfristig gesehen soll es freilich eine Zwischenstation bleiben, um irgendwann auch im Weltcup seine Fußspuren zu hinterlassen und zu reüssieren. Dort hängen die Trauben extrem hoch, doch Leitner ist bereit, nach ihnen zu greifen. „Ich will Weltmeister und Olympiasieger werden“, hält er fest. Sollte ihm das eines Tages gelingen, wären ihm (mediale) Superlative sicher. Dann aber zurecht.

Christoph Nister

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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