Wer hat das Zeug zur Medaille?

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Die ÖSV-Biathleten im WM-Check

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Mit der am Donnerstag beginnenden Heim-Weltmeisterschaft in Hochfilzen steht für Österreichs Biathleten der Saisonhöhepunkt schlechthin auf dem Programm.

Als Ziel gibt die ÖSV-Führung natürlich den Gewinn einer Medaille aus.

"Die Erwartungshaltung ist hoch, aber wir fahren dorthin, um eine Medaille zu gewinnen", stellt der sportliche Leiter Markus Gandler klar. Cheftrainer Reinhard Gösweiner schließt sich an: "Eine Medaille wäre super, eine WM ist aber kein Wunschkonzert. Wir haben bei den Herren trotzdem das Potenzial, in jedem Rennen eine zu gewinnen."

Wer ist imstande diese zu holen und wer ist für eine Überraschung gut? LAOLA1 beleuchtet gemeinsam mit Cheftrainer Reinhard Gösweiner Österreichs WM-Starter.

Den Anfang machen die Damen, bei denen sich neben Lisa Hauser fünf Athletinnen um die restlichen Startplätze matchen.

Lisa Hauser

Die Tirolerin ist die unumstrittene Nummer eins bei den Damen und hat auch als einzige einen Fixplatz in Hochfilzen sicher. Die 23-Jährige hat in dieser Saison bereits acht Top-Ten-Plätze zu Buche stehen, wobei sie im Single-Mixed-Bewerb an der Seite von Simon Eder mit Rang zwei in Östersund bereits Podest-Luft schnuppern durfte. Im Gesamtweltcup liegt Hauser aktuell auf Rang 13. "Lisa hat über die gesamte Saison hinweg starke Leistungen gezeigt, sie kann auch bei der WM Großes leisten. Es ist bis zur Medaille alles möglich", meint Gösweiner.

Katharina Innerhofer

Die 26-Jährige startete mit einem vierten und achten Platz im IBU-Cup in Beitostölen in die Saison, im Weltcup hat sie einen 9. Platz in der Staffel in Ruhpolding als bestes Ergebnis stehen. Zuletzt verpasste die Salzburgerin bei der EM an der Seite von David Komatz nur knapp eine Medaille in der Single-Mixed-Staffel. "Kathi ist in letzter Zeit wirklich stark gelaufen, am Schießstand ist sie im Stehendanschlag aber nicht zu 100 Prozent stabil. Wir hoffen, dass sie das in den letzten Trainings noch verbessern kann, dann ist ein Aufwärtstrend möglich", urteilt Gösweiner.

Dunja Zdouc

Die Kärntnerin zeigte bei der letzten Weltcup-Station vor der WM in Antholz mit Rang 28 im Einzel auf und war auch Teil des Damen-Quartetts, das sowohl in Südtirol als auch in Ruhpolding den 9. Rang erreichte. Gösweiner: "Sie kann in jedem Bewerb starke Leistungen bringen. In den Staffeln in Ruhpolding und Antholz hat sie eine gute Performance abgeliefert." Trotz ihrer guten Leistungen wird Zdouc nicht für die Mixed-Staffel zum Auftakt am Donnerstag aufgestellt, was bei der 23-Jährigen auf Unverständnis stößt.

Fabienne Hartweger

Auch die Schladmingerin war in Antholz und Ruhpolding Teil der Staffel, ihr bestes Einzel-Ergebnis im Weltcup in dieser Saison ist ein 22. Platz im Einzelbewerb in Östersund (SWE). Im IBU-Cup gelang der 24-Jährigen in Martell zudem ein Sieg. "Fabienne ist bei den letzten Wettkämpfen im Weltcup zwar nicht so stark gewesen, aber ich glaube, sie kann wesentlich mehr. In den Staffeln ist sie stark gelaufen", weiß Gösweiner. Die Trainer schenken Hartweger das Vertrauen und nominieren sie neben Hauser als zweite Dame für die Mixed-Staffel beim Auftakt-Bewerb am Donnerstag.

Christina Rieder

Die 23-Jährige war Teil der Mixed-Staffel, die in Östersund mit Rang 11 in die Saison startete. Auch in Pokljuka (15.) und Antholz (9.) war Rieder Teil des ÖSV-Quartetts. Als bestes Einzel-Ergebnis hat die Salzburgerin einen 28. Platz in der Verfolgung zu Buche stehen. Bei der EM landete sie in der Mixed-Staffel auf dem 7. Rang. "Christina ist am Schießstand enorm stark und hat bisher ein paar ganz starke Rennen abgeliefert. Sie ist für die WM auf alle Fälle ein Thema, vor allem in den Bewerben, in denen das Schießen wichtig ist, also zum Beispiel dem Einzelwettkampf", erläutert Gösweiner.

Julia Schwaiger

Die 21-Jährige kam im Weltcup in dieser Saison nur beim Auftakt in Östersund sowie in Nove Mesto zum Einsatz. Abgesehen von Rang 11 mit der Mixed-Staffel gelang ihr in Östersund ein 28. Platz im Einzel. "Julia war im Jänner leider krank. Sie hat deshalb zuletzt noch IBU-Wettkämpfe bestritten, um zu sehen, wie fit sie ist. Bei ihr ist die Form schwierig einzuschätzen", sagt Gösweiner in Hinblick auf die WM.

Im Gegensatz zu den Damen sind bei den Herren die Plätze an Julian Eberhard, Dominik Landertinger, Simon Eder und Daniel Mesotitsch so gut wie vergeben. Sven Grossegger, David Komatz und Lorenz Wäger müssen sich wohl mit der Ersatz-Rolle zufrieden geben.

"Sven, David und Lorenz sind etwa gleich einzustufen. Die Einzel-Rennen im Weltcup waren noch nicht so stark, im IBU-Cup sind sie Durchschnitt. Sie haben relativ gleiche Platzierungen. Wir werden sehen, ob bei der WM jemand einen Einsatz bekommt", sagt Gösweiner zu dem Trio.

Julian Eberhard

Geht es nach der Statistik, ist der 30-Jährige Österreichs heißestes Eisen bei der Heim-WM. Der Saalfeldener sorgte im Sprint in Oberhof für den bisher einzigen ÖSV-Sieg in dieser Saison, in Ruhpolding gelang ihm ebenfalls im Sprint mit Rang zwei abermals der Sprung aufs Podest. "Julian kann sicher eine Medaille holen, wenn er im Schießen sauber durchkommt. Aber dazu muss alles zusammenpassen, es wird sicher nicht einfach. Die größten Chancen hat er auf alle Fälle im Sprint, das ist seine Parade-Disziplin. Mit seiner Laufleistung kann er den einen oder anderen Fehler kompensieren und das ist im Sprint am leichtesten. Aber Julian hat auch in den anderen Bewerben gezeigt, dass er bei viermal Schießen gute Ergebnisse bringen kann", sagt Gösweiner.

Dominik Landertinger

Der 28-Jährige wurde Mitte September von einem Bandscheibenvorfall zurückgeworfen und musste sich Stück für Stück wieder in die Weltspitze zurückkämpfen. In Ruhpolding fuhr er mit den Rängen 9 (Sprint) und 6 (Verfolgung) seine besten Ergebnisse in diesem Winter ein. "Dominik ist gesundheitlich voll fit. Im Jänner ist es beim Laufen steil bergauf gegangen, im Schießen gibt es im Stehendanschlag nach wie vor kleine Probleme, die es auszumerzen gilt. Daran werden wir bis zur WM jeden Tag arbeiten. Er hat im Jänner schon starke Leistungen gezeigt und daher glaube ich, dass er bei der WM leistungstechnisch dort sein kann, wo er letztes Jahr war. Das sollte auch das Ziel sein", meint Gösweiner über den WM-Silbermedaillen-Gewinner im Einzel von 2016.

Simon Eder

Der Salzburger startete mit Rang zwei in der Single-Mixed-Staffel an der Seite von Lisa Hauser in Östersund erfolgreich in die Saison. Danach schaffte es der 33-Jährige - abgesehen von Rang 6 mit der Staffel in Pokljuka - aber nicht mehr in die Top Ten, ein 11. Platz im Sprint ist sein bisher bestes Saison-Ergebnis. Anfang Jänner bremste Eder dann ein Grippe aus, weshalb der WM-Bronzemedaillen-Gewinner im Einzel von 2016 sowohl in Ruhpolding als auch in Antholz passen musste. Gösweiner: "Simon konnte sich gut auf die WM vorbereiten, das ist wichtig, weil ihm die letzten Wettkämpfe fehlen. Aber er hat die Routine, sodass er auch ohne vorhergehende Wettkämpfe in die WM einsteigen und Top-Leistungen bringen kann. Vor allem kennt er Hochfilzen in- und auswendig. Ich bin positiv gestimmt, dass er dort anknüpfen kann, wo er letztes Jahr bei der WM war."

Daniel Mesotitsch

Der 40-Jährige präsentiert sich in dieser Saison äußerst konstant, nicht nur in der Staffel ist auf den Routinier aus Kärnten Verlass. In der Verfolgung in Ruhpolding erzielte Mesotitsch mit Rang 9 sein bestes Saisonergebnis. "Meso ist schon die gesamte Saison über verblüffend. Er ist ein stabiler Platzläufer und es gab nur ganz wenige Rennen, wo es einmal nicht so gut gelaufen ist. Er kann sicher Top-Resultate abliefern und ein wichtiger Mann in der Staffel sein", traut Gösweiner dem "Oldie" im Team einiges zu.

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Textquelle: © LAOLA1.at

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