NEWS

Gehirnerschütterung oder nicht? Tennisspielerin übt Kritik an WTA

Die russische Tennisspielerin Tatiana Prozorova durfte wegen einer angeblichen Gehirnerschütterung nicht zum Halbfinale der Singapore Open antreten.

Gehirnerschütterung oder nicht? Tennisspielerin übt Kritik an WTA Foto: © IMAGO / Action Plus

Tatiana Prozorova zeigt sich verärgert, weil eine Entscheidung wegen einer möglichen Gehirnerschütterung ihr Ausscheiden im Halbfinale des WTA-500-Turniers in Singapur bedeutete.

Die russische Tennisspielerin gab an, unfair aus ihrem Halbfinale bei den Singapore Open zurückgezogen worden zu sein, da Bedenken eines Arztes wegen einer Gehirnerschütterung bestanden.

Prozorovas Rückzug schickte die Australierin Talia Gibson – ihre geplante Gegnerin im Halbfinale am Samstag – kampflos ins Endspiel und beendete die Chancen der an Nummer 180 gesetzten Spielerin auf ihren ersten Einzeltitel auf der WTA-Tour.

"System macht Spieler hilflos"

Die Entscheidung, so sagte sie, habe sie "wirklich verärgert", da sie glaubte, sich in einer klinischen Untersuchung durch das medizinische Team der WTA und den Turnierarzt gut präsentiert zu haben.

"Meine Traumwoche fand ein Ende", schrieb die 22-jährige Prozorova auf Instagram und forderte die WTA auf, ihre Regeln zu überdenken. "Ein System, das Spieler absolut hilflos macht."

Prozorova war während ihres Doppel-Viertelfinalspiels am Freitag vom Ball im Gesicht getroffen worden, was die Untersuchung auslöste.

Kritik an Tests

"Der Test war nicht einfach. Angesichts der Tatsache, dass ich in den letzten drei Tagen jeweils über drei Stunden auf dem Platz gestanden hatte", sagte Prozorova. "Ich war müde und hatte Schwierigkeiten mit einigen Übungen wie dem Stehen auf einem Bein mit geschlossenen Augen."

Prozorova, die das Doppel-Match an der Seite ihrer Partnerin Sofya Lansere aufgab, sagte, dies sei der einzige Test gewesen, den sie nicht bestanden habe.

"Mein Team und ich hatten eine lange Diskussion mit den Organisatoren", fuhr sie fort und sagte, der Physiotherapeut habe ihr mitgeteilt, dass sie mindestens sechs Tage Ruhe benötige.

WTA rechtfertigt sich

"Während des gesamten Prozesses übte der Physiotherapeut Druck auf alle Anwesenden aus und behauptete sogar, ich sei nicht in der Lage, Verantwortung für mein eigenes Leben zu übernehmen", sagte Prozorova.

Die WTA teilte mit, dass die Gesundheit und Sicherheit der Spielerinnen ihre "höchste Priorität" habe.

Gemäß dem Gehirnerschütterungsprotokoll der Tour sei "eine Spielerin, bei der eine Gehirnerschütterung diagnostiziert wird, nicht berechtigt, anzutreten und wird als körperlich dazu unfähig eingestuft", teilte die WTA in einer Erklärung mit.

"Gesundheit schützen"

"Die Spielerin darf erst dann wieder am Wettkampf teilnehmen, wenn sie das erforderliche gestufte Rückkehrprotokoll erfolgreich abgeschlossen und die entsprechende medizinische Freigabe erhalten hat", hieß es weiter. "Dieser Prozess dient dem Schutz der Gesundheit und des Wohlergehens der Spielerin und der Reduzierung des Risikos, das mit einer Rückkehr zum Wettkampf vor einer angemessenen Genesung verbunden ist."

Es sei verständlich, dass Spielerinnen weiterhin antreten möchten, so die Erklärung.

"Nach einer Kopfverletzung haben unsere medizinischen Teams jedoch die Verantwortung, die Gesundheit und das Wohlergehen der Spielerinnen zu schützen und die festgelegten Gehirnerschütterungsprotokolle und international anerkannten Richtlinien zu befolgen, wenn sie die Rückkehr einer Spielerin zum Wettkampf festlegen", fügte die WTA hinzu.

Kommentare