Vier von sechs Österreichern starten am Montag mit ihrer Auftaktpartie im Einzel-Hauptfeld der US Open.
Darunter Lilli Tagger (17:00 Uhr), Sinja Kraus (17:00 Uhr), Jurij Rodionov (ca. 18:15 Uhr) und Julia Grabher (ca. 21:30 Uhr). Anastasia Potapova und Filip Misolic sind vermutlich erst am Dienstag im Einsatz.
Tagger nicht nur im Einzel im Einsatz
Tagger steht erstmals bei den US Open im Hauptbewerb, wohnt in einem Hotel in Times-Square-Nähe. "Auf den Straßen ist extrem viel los und sie bieten dort auch jede Menge Shows. Das ist schon ziemlich cool", sagte sie im "Kleine Zeitung"-Gespräch.
Beide Duelle mit ihrer Gegnerin Tamara Korpatsch (GER/WTA-47.) hat die Osttirolerin gewonnen. "Ich weiß, wie sie spielt und sie sollte mich jetzt nicht überraschen können. Aber ich darf sie nicht unterschätzen." Tagger spielt auch Doppel, wie bei den French Open in Paris tritt sie mit der erfahrenen Italienerin Sara Errani an.
Die Wienerin Sinja Kraus hat mit Karolina Muchova (CZE/WTA-7.) die wohl schwierigste Erstrunden-Aufgabe des österreichischen Einzel-Sextetts bei den Tennis-US-Open. Die Tschechin kommt als Wimbledon-Finalistin und hat beim aktuellen Turnier am Mittwoch im Mixed an der Seite ihres Landsmanns Jakub Mensik auch schon einen Titel geholt.
Kraus in der Stadt ihrer Kindheit
Die Weltranglisten-86. war in der Nähe von New York aufgewachsen und damals auch einmal auf der Anlage in Flushing Meadows. "Meine älteren Schwestern haben da ein Jugend-Turnier gespielt. Es gibt Fotos davon", erzählte die 24-Jährige. "Es ist eine schöne Erinnerung. Es fühlt sich schon ein bisschen wie nach Hause kommen an, weil ich so viel mit New York, mit Amerika, verbinde."
Speziell mit Muchova beschäftigte sie sich erst ab dem ersten Training am Samstag vor Ort. "Sie ist natürlich eine Hausnummer", meinte Kraus über die Weltranglistensiebente. "Gegen solche Spielerinnen will man auch spielen, sich mit den Besten zu messen. Ich versuche, es auf dem Platz zu genießen."
Gespielt wird am Montag auf dem Grandstand. "Als kleines Mädchen habe ich immer davon geträumt, auf den größten Plätzen der Welt zu spielen. Da nimmt man am meisten Erfahrung mit, da kann man super-viel lernen. Ich habe nichts zu verlieren, spiele ohne Druck."
Grabher und Potapova teilen Gegnerin
Die als Ranking-114. Julia Grabher war gerade noch in den Hauptbewerb gerutscht und nutzte die Woche vor ihrem schwierigen Startmatch gegen die als Nummer 16 gesetzte Rumänin Sorana Cirstea für Matchpraxis bei einem 125er-Turnier im nahen Philadelphia.
Ausgeschieden ist die 30-Jährige gegen Tereza Valentova (WTA-57.), die 19-jährige Tschechin hatte vor ihrer Weiterreise zum US-Open-Auftaktduell mit Anastasia Potapova daher noch am Samstag das Endspiel zu bestreiten.
Potapova hat als bestes US-Open-Ergebnis eine dritte Runde von 2024 stehen, als sie Muchova unterlag. "Ich bin gerne in New York. Es ist da so elektrisierend, eine andere Energie", erklärte Potapova, Nr. 24 des Events.
"Ich mag die Bedingungen, es ist sehr warm mit einer hohen Luftfeuchtigkeit." Die Stadt gefalle ihr, darum gehe es aber nicht. "Also ich bin nicht hier, um die Aussicht von meinem Hotelzimmer aus zu genießen." Natürlich sei sie aufgeregt, vor dem Startmatch vielleicht auch ein wenig nervös. Ihre Rückenprobleme von zuletzt dürften passe sein.
Misolic-Comeback: "Zum Glück ohne Schmerzen"
Auch Misolic meldete sich nach halbjähriger Auszeit wieder gesund. "Zurzeit bin ich fit und zum Glück ohne Schmerzen."
Er fiebert seinem Erstauftritt - erstmals im Hauptbewerb der US Open - gegen den Weltranglisten-25. Francisco Cerundolo (ARG) bereits entgegen.
"Für mich ist es eine besondere Stadt, ein besonderes Grand-Slam mit einer ganz besonderen Atmosphäre."