Bresnik präsentiert "Die Dominic-Thiem-Methode"

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Günter Bresnik stellte am Freitag auf dem Center Court der Wr. Stadthalle sein Buch "Die Dominic-Thiem-Methode" vor.

Darin schilderte der 55-jährige Niederösterreicher seinen Werdegang, seine Prinzipien und auch, was er selbst von ehemaligen Schützlingen wie Boris Becker oder Horst Skoff gelernt hat.

"Es ist für mich ein bewegender Moment", meinte Bresnik bei der Präsentation. "Es war für mich ein durchwachsenes Jahr, was mein Privatleben anbelangt, aber ein sportlich durchaus erfolgreiches."

Vater und Neffe sind verstorben

"Ich habe heuer zwei extrem geliebte Menschen verloren und bin mit Dominics Erfolgen mehr als wieder versöhnt worden", berichtete Bresnik, dessen Vater und dessen Neffe 2016 verstorben sind.

"Es ist für mich eine Hommage an Dominics und meine Familie und viele Freunde, die mich über den Zeitraum der letzten 30 Jahre begleitet haben", erklärte Bresnik, der dieses Buch "für sich selbst geschrieben" hat und nicht, um als Lehrer oder Missionar dazustehen.

"Die Dominic Thiem Methode" lässt den oft so stoisch ruhig wirkenden Bresnik tief in die Seele blicken. Unter anderem schildert er seine Gefühlswelt vom 2. Juni 2016, als sein Schützling Dominic Thiem nach 14 Jahren Arbeit einen Meilenstein erreicht hatte.

"Wir hatten das erste, das größte Ziel erreicht, Top Ten, Grand-Slam-Semifinale. An diesem 2. Juni 2016 hatten wir die Pflicht erledigt. Alles, was in Dominics Karriere noch folgen würde: Kür. Selbst wenn er kein einziges Match mehr im Leben gewinnen würde: Das gemeinsame Projekt von Dominic, seiner Familie und mir war ab diesem Moment ein Erfolg."

"Größter Tag meiner beruflichen Laufbahn"

Diesen Tag bezeichnet Bresnik als "größten Tag meiner beruflichen Laufbahn". "Ich hatte einen achtjährigen Buben in die Weltklasse geführt. Keinem anderen Trainer war das vorher im professionellen Herren-Tennis gelungen." Bresnik beschreibt in dem 228-Seiten-Werk auch die bedingungslose Zusammenarbeit der gesamten Familie Thiem, die nie an ihm zweifelte. Auch nicht, als Bresnik die beidhändige Rückhand des Sohnemanns umstellte, und der sieggewöhnte Bub in der Folge reihenweise Matches verlor.

In einem Vorwort schildert Dominic Thiem, der dieser Tage beim Erste Bank Open in Wien antritt, seine Eindrücke zur Zusammenarbeit mit Bresnik. "Günter sprach mit meinen Eltern sogar über meine Erziehung, verbot ihnen fast, mich zu Hause zu verwöhnen. Es war ihm alles wichtig, von den Tischmanieren bis zur Gestaltung meiner Freizeit: Günter wollte, dass ich im Haushalt mithelfe. Dass ich ins Freie gehe, statt mit dem Gameboy auf der Couch herumzuliegen. 'Das gehört alles dazu', sagte er. 'Wir machen das entweder gescheit oder gar nicht.' Meine Eltern? Die zogen mit. Immer. Von Anfang an."

Thiem empfindet große Dankbarkeit

Unmissverständlich lässt Thiem seine Dankbarkeit zu seinem Lebens-Coach durchblicken. "Ich habe keine Ahnung, was ich heute beruflich machen würde, wäre ich Günter nicht begegnet. Ich wäre vielleicht Tennislehrer, vielleicht ein besserer Hobbyspieler, vielleicht wäre ich Profi irgendwo auf Platz 100 oder 200. Ganz sicher weiß ich: Ich wäre nicht so erfolgreich. Und genauso sicher weiß ich: Ich wäre ein anderer Mensch."

Bresnik glaubt den Sport nach Jahrzehnten im Tennis so gut zu kennen, dass er den Weg wie jenen mit Thiem genauso noch einmal gehen könnte. "Den Beweis für diese Behauptung werde ich schuldig bleiben", schreibt er im Nachwort.

"Ich habe meine Familie lange genug vernachlässigt. Dominic wird der letzte große Schützling meiner Laufbahn sein. Präzisierend dazu meinte Bresnik am Freitag, dass er den gesamten Weg von 8 bis 23 mit keinem Spieler mehr durchmachen wird. Noch gibt es auch einige andere Talente, die er noch begleiten wird. "Die Arbeit mit Dominic ist mein Meisterstück. Und wir sind noch nicht fertig."

Textquelle: © LAOLA1/APA Zum Seitenanfang »

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