Dominic Thiem: "Es wird einem der Tod gewünscht"

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"Eigentlich bin ich extrem überrascht, dass ich auch nach dem Turnier in den ersten 10 bleiben werde", sagt Dominic Thiem im Gespräch mit der APA.

Der 23-Jährige wird am Sonntag bei den French Open zum fünften Mal in seiner Karriere ein Achtelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier bestreiten - sein Gegner ist Horacio Zeballos (4. Partie nach 11 Uhr - ca. 17 Uhr im LIVE-Ticker).

Dass die meisten Spieler in seinem Alter schon ausgeschieden sind, juckt ihn wenig: "Ich sehe mich da jetzt nicht als Kämpfer für die neue Generation."

(Unter dem Video folgt das Interview)


Frage: Wenn man sich den French-Open-Raster anschaut: es haben sich viele Leute Ihrer Generation bereits verabschiedet. Was sagen Sie dazu?

Dominic Thiem: Zverev war natürlich überraschend, aber er hat auch ziemlich Pech gehabt mit der Auslosung - Verdasco ist schon ein Los, das man nicht haben will. Pouille hat gegen Ramos-Vinolas verloren, hatte aber auch schon in Monte Carlo gegen ihn verloren. Ramos spielt dieses Jahr richtig gut. Kyrgios hat hier traditionell sein schwächstes Grand-Slam-Turnier. So richtig überrascht bin ich nicht. Chatschanow spielt richtig gut, den mag ich auch sehr.

Frage: Spüren Sie da Extradruck, die "young generation" im Rest des Turniers würdig zu vertreten? Nach dem Motto, jetzt zeigen wir es den Alten?

Thiem: (lacht) Nein, das überhaupt nicht. Das hat eh schon der Sascha (Zverev) in Rom gemacht, und sensationell das Masters gewonnen. Ich sehe mich da jetzt nicht als Kämpfer für die neue Generation.

Frage: Djokovic hat das Match in Runde drei gegen Schwartzman noch umgedreht. Sind Sie da froh drüber, freut man sich mehr, wenn man die Chance hat, im Viertelfinale gegen Djokovic zu spielen?

Thiem: Diego (Schwartzman) ist ein guter Freund von mir. Deshalb habe ich zu ihm geholfen, er ist ein super Kerl. Dass man mit seiner Körpergröße so Tennis spielen kann, ist überhaupt eine Sensation. Eigentlich ist es mir egal. Ich schaue einmal, dass ich morgen meine Partie gewinne. Das ist das Allerwichtigste und für Djokovic ist das gegen Ramos-Vinolas auch keine 'gmahte Wiesn'.

Frage: Wenn Sie ein Ranking machen müssten von den Top 5, wie Sie sich mit Murray, Djokovic, Wawrinka, Nadal und Federer verstehen, wie würde das aussehen?

Thiem: Ich finde, Murray, Nadal und Federer sind extrem nett. Sie sind wirklich sehr sympathisch und mit den anderen zwei habe ich sehr wenig zu tun. Die grüße ich und das war es eigentlich.

Frage: Es gibt ein Foto von Ihnen mit den Häkchen am Spiegel, was Sie alles schon erreicht haben und eine noch nicht abgehakte Box mit dem Ziel Top Five. Ist das schon sehr in Ihrem Kopf?

Thiem: Eigentlich nicht. Ich bin gut im Soll mit den Punkten. Eigentlich bin ich extrem überrascht, dass ich auch nach dem Turnier in den ersten 10 bleiben werde. Das ist einmal ein Hauptziel, das ich erreicht habe und das ist echt super. Natürlich bin ich jetzt ein Jahr in den Top Ten und irgendwann muss ich auch weiter raufschauen statt runter. Aber das ist jetzt alles komplett im Hintergrund und der volle Fokus ist auf das Turnier hier.

Frage: Wie sieht es eigentlich auf Ihrem Handy aus und ihren Social Accounts. Was spielt sich denn da ab?

Thiem: Ich bin schon am Handy, das ist ganz klar. Ich krieg schon viele Nachrichten, vor allem, wenn ich gewinne. Fast alle sind eh nett.

Dominic Thiem setzte im Laufe seiner Karriere schon auf viele verschiedene Looks. LAOLA1 mit der Zeitreise:

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In seiner Jugend setzte Thiem auf den Wuschelkopf-Look.

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Für seine erstmalige Teilnahme am ATP-Turnier in Kitzbühel im Jahr 2011 musste es etwas kürzer sein.

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Auf den "Irokosen" setzte schließlich einst schon David Beckham.

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Danach wurde es wieder länger und geföhnt.

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Es folgte der erste Versuch mit Haarband.

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Doch diese Idee verwarf der Niederösterreicher rasch wieder.

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Die Haare wurden wieder kürzer, Gel durfte 2012 auch nicht fehlen.

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Im Mai 2013 präsentierte sich Thiem mit zwei rasierten Streifen auf der Seite. 

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Bei den Erste Bank Open im Oktober 2013 war es schließlich nur noch ein Steifen.

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Ende 2013 war auch dieser wieder herausgewachsen.

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2014 wollte Thiem nichts mehr vom Gel-Look wissen, die Haare wurden länger.

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In Kitzbühel versuchte es Thiem 2014 erneut mit dem Haarband.

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Die Kappe war ihm dann aber doch deutlich lieber.

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Pünktlich zum Stadthallen-Turnier im Oktober 2014 feierten die rasierten Streifen ihr Comeback.

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Nach einer kurzen Übergangsphase wagte Thiem etwas ganz Neues...

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... nämlich blond gefärbte Haare!

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Im Sommer 2015 war er als "Blondschopf" unterwegs.

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Und das durchaus erfolgreich!

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Mit den gefärbten Haaren feierte Thiem unter anderem seinen ersten ATP-Titel.

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Bei den US Open war die Farbe dann aber nur noch in den Spitzen erkennbar.

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Im Oktober 2015 waren die Haare wieder im ursprünglichen Zustand.

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Für das Davis-Cup-Duell mit Portugal im März 2016 rasierte sich der Lichtenwörther "AUT" in die Haare.

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Im Sommer 2016 waren es weniger die Haare, viel mehr das Outfit, das für Schlagzeilen sorgte.

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Als "Zebra" zog Thiem bei den French Open bis ins Halbfinale ein.

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Danach wurden die Haare etwas länger.

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Einmal griff Thiem noch zum Rasierer, ab Ende 2016 sollte die Mähne aber immer länger werden.

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In dieser Saison setzt Thiem während den meisten Partien auf das Haarband.

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Inzwischen sind die Haare ganz schön gewachsen. Das Vorhaben lautete, sie bis zu den French Open nicht zu kürzen.

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Das ist gelungen.

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In Roland Garros spielte Thiem 2017 übrigens nicht als "Zebra" - in diesem Jahr setzten er und Ausrüster Adidas auf die Farbe grün.

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Klassisches Weiß in Wimbledon...

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In Gelb auf der US-Tour 2017!

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In Flushing Meadows verkörpert er die Retro-Kollektion von Pharell Williams.

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"Definitiv sollten solche Leute aus dem Verkehr gezogen werden"

Frage: Auf Ihrem Instagram-Account gibt es mitunter äußerst negative Nachrichten, wohl von Leuten, die auf sie gewettet und verloren haben. Wie kann man dem Einhalt gebieten?

Thiem: Mir ist das ziemlich egal. Es passiert nach jeder Niederlage und es sind nun einmal 20 bis 25 im Jahr. Man kann eh nichts machen. Man darf das einfach nicht an sich rankommen lassen. Es sind echt extrem tiefe Sachen dabei. Wo man selbst beschimpft wird, die Familie, der Tod gewünscht wird - also es ist echt eine Katastrophe.

Frage: Würden Sie sich da keine gesetzliche Verfolgung dieser Menschen wünschen?

Thiem: Es berührt sicher manche Spieler sehr. Sie verfolgen es eh, aber normal müsste man irgendwie jede einzelne Nachricht melden, aber das geht nicht. Man kriegt Hunderte, manchmal Tausende, wie soll man da jede melden? Vielleicht sollte ein ATP-Computer-Experte sich darum kümmern. Definitiv sollten solche Leute aus dem Verkehr gezogen werden.

Frage: Wenn wir schon bei unangenehmen Themen sind: Haben Sie hier schon eine Dopingkontrolle machen müssen?

Thiem: Noch nicht, aber ich werde oft genug kontrolliert. Sie wird wahrscheinlich noch kommen. Ich habe das sicher 20 bis 25 Mal im Jahr. Es ist auch sicher nicht ideal, wie das alles durchgeführt wird, aber das gehört dazu. Das ist echt bitter teilweise und ein voller Eingriff in die Privatsphäre. Ich habe schon Geschichten erlebt, die jetzt nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind (lacht).

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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