Boris Becker: "Thiem ist für mich der Favorit"

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Drei Tage nach dem historischen Länderspiel-Erfolg in Klagenfurt kommt es am Dienstag zum nächsten Kracher zwischen Österreich und Deutschland.

Dominic Thiem trifft im Viertelfinale der French Open auf den an zwei gesetzten Alexander Zverev.

Und glaubt man der deutschen Tennis-Legende Boris Becker, dann schaut es auch in Roland Garros ganz nach einem rot-weiß-roten Sieg aus.

"Dominic Thiem ist der Favorit", sind für den sechsfachen Grand-Slam-Gewinner, der in Paris für Eurosport als TV-Experte arbeitet, die Rollen klar verteilt.



"Nur Nadal war besser"

"Er ist von den beiden der Veteran und mittlerweile ein Arrivierter", so Becker, der aber nicht nur die größere Erfahrung des drei Jahre älteren Thiems als Vorteil sieht.

"In den letzten beiden Jahren war in Paris immer nur Nadal besser. Er hat hier zwei Mal im Halbfinale gespielt und auch schon mehrmals (Anm.: drei Mal) Nadal auf Sand geschlagen. Das kann man nicht irgendwie schaffen."

Viel Lob für Einstellung und Planung

Becker, der in seiner aktiven Zeit auch selbst einmal von Thiem-Coach Günter Bresnik betreut wurde, ist vor allem von den charakterlichen Eigenschaften des Lichtenwörthers begeistert: "Er hat die richtige Einstellung zum Sport und auch das richtige Timinig, um in Paris sein bestes Tennis zu spielen", lobt der Deutsche zudem den scheinbar perfekten Formaufbau für die French Open.


WAS FEHLT THIEM NOCH ZUM SUPERSTAR?

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"Da klappt die Planung. Das hat er schon mit seinem Turniersieg in Lyon angedeutet. Dominic Thiem ist jetzt in einer Bombenverfassung. Er ist spielerisch sehr gut, hat das nötige Selbstvertrauen und das verkörpert er auch. Das wird ein Bombenmatch gegen Zverev", ist Becker überzeugt.

Thiem setzt auf Erfahrung und Physis

Das glaubt auch Thiem selbst: "Das wird nicht nur für uns ein super Match, sondern für alle Tennis-Fans. Sascha ist ein Riesenspieler. Er hat in den letzten zwölf Monaten drei Masters-Turniere gewonnen, ist die Nummer drei der Welt und eine kommende Nummer eins."

Wie Becker setzt auch der Niederösterreicher auf den Faktor Erfahrung.

Außerdem hofft er, dass Zverev nach seinen Kraftakten in den vergangenen Runden schön langsam etwas müde ist. Drei Mal in Folge musste der deutsche Jungstar einen 1:2-Satz-Rückstand wettmachen, um erstmals in seiner Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier unter die letzten Acht einzuziehen.

"Ich hoffe, dass ich meine ein bisschen größere Erfahrung ausspielen kann und auch einen körperlichen Vorteil habe. Ich erwarte ihn aber nicht müde, er spielt Woche für Woche auf einem ganz hohen Level."

Zverev fühlt sich bereit

Zverev bestätigt Thiems Einschätzung. Er sieht sich weder mental noch körperlich im Nachteil. "Mental sicher nicht. Ich bin in einem Viertelfinale eines Grand Slams. Wenn man da mental müde ist, ist mit dir etwas nicht ganz okay. Körperlich ist es nicht einfach, drei mal fünf Sätze hintereinander zu spielen. Aber ich habe es irgendwie geschafft und ich werde alles tun, um mich zu erholen."

Zverev erwartet "ein weiteres Fünf-Satz-Match, darauf werde ich mich vorbereiten. Dominic ist einer der besten Spieler, vor allem auf diesem Belag und einer der wenigen, der gegen Nadal auf diesem Belag eine Chance hat. Es wird ein interessantes Match, er hat gegen Nishikori sehr, sehr gut gespielt", zeigt sich der 21-Jährige gewarnt.

Thiem peilt den Titel an

"Da habe ich die perfekte Kombination aus aggressivem Spiel und wenig Blödheiten gefunden. Auch die Aufschlagleistung war sehr gut", war Thiem mit seiner Vorstellung gegen den japanischen Superstar durchaus zufrieden. Doch selbst mit einem weiteren Erfolg über Zverev und dem damit verbundenen dritten Halbfinal-Einzug in Folge, wäre sein Ziel in Roland Garros noch lange nicht erfüllt.

"Heuer will ich auf jeden Fall mehr. Mein Ziel ist es, hier zu gewinnen und Nadal zu schlagen. Sonst hätte ich gar nicht herkommen müssen. Ich glaube, dass ich das Spiel habe und ich es schaffen kann."

Textquelle: © LAOLA1.at

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