Thiem vs. Nadal - alle bisherigen Duelle

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Sich mit Rafael Nadal auf einem Sandplatz zu messen, gehört für einen Tennis-Profi wohl zu den eher unvergesslichen Erlebnissen seiner Karriere.

Dominic Thiem darf sich mit dem unumstrittenen König der roten Asche am Freitag im Halbfinale der French Open (nicht vor 15:30 Uhr im LIVE-Ticker) zum bereits siebenten Mal auf dessen absoluten Lieblingsbelag messen.

"Nadal ist definitiv Favorit", sieht sich der 23-jährige Niederösterreicher nicht nur aufgrund der relativ klaren 2:4-Bilanz in der Außenseiter-Position.

Vor allem die bisherigen Auftritte in Frankreich sprechen eine eindeutige Sprache. Bis zum Halbfinale gab der Spanier nur 22 Games ab – ein persönlicher Rekordwert für den neunfachen Paris-Sieger, der am Sonntag "La Decima" komplettieren will.

Thiem: "Wie zu seinen besten Zeiten"

"Er spielt wie zu seinen besten Zeiten bzw. vielleicht ist es sogar seine beste Zeit", zeigt Thiem vor dem Ausnahme-Könner und 14-fachen Grand-Slam-Gewinner Respekt.

Für den Bresnik-Schützling spricht jedenfalls, dass er dank dem glatten Drei-Satz-Sieg gegen Novak Djokovic mit breiter Brust in die Partie gehen kann. "Gegen solche Spieler musst du bis zum Schluss draufbleiben, sonst kann es passieren, dass der noch einmal zurückkommt. Ich war gegen Djokovic bis zum Schluss konzentriert", will er an diese Vorstellung anschließen.

Wie wichtig diese Duelle gegen die absoluten Superstars sind, sieht man auch an der persönlichen Entwicklung Thiems in den bisherigen Matches gegen Nadal. Von Spiel zu Spiel näherte er sich dem absoluten Top-Level, wie ein Blick auf die bisherigen Aufeinandertreffen deutlich machen.

29. Mai 2014: French Open, 2. Runde – 2:6, 2:6, 3:6

Das erste Duell mit Nadal auf dem Court Chatrier in Roland Garros erwies sich vor drei Jahren wie erwartet als Lehrstunde für den damals 20-Jährigen. Doch Thiem zeigte schon damals, dass er das Potenzial für höhere Weihen hat. 27 Winner sprechen eine deutliche Sprache. Auch mit dem Tempo von der Grundlinie hatte der Österreicher keine Probleme. "Er ist ein zukünftiger Star der Szene und hat gezeigt, dass er ein Champion werden kann" , hatte auch Nadal nach diesem Premieren-Duell viel Lob für seinen Kontrahenten über.

13. Februar 2016: Buenos Aires, Halbfinale – 6:4, 4:6, 7:6 (4)

Beinahe zwei Jahre sollte es bis zum nächsten Aufeinandertreffen dauern – und dieses endete mit einer Riesen-Sensation! Nach Abwehr eines Matchballs zwang die damalige Nummer 19 die damalige Nummer 5 der Welt in die Knie. "Gegen so einen Großen zu gewinnen, ist der komplette Wahnsinn, solche Momente vergisst man nicht so schnell", konnte Thiem diesen Erfolg zunächst kaum fassen. Obwohl Nadal, der sich im Jahr 2015 noch mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen herumschlug, damals sicher nicht in Topform agierte, war es für den Niederösterreicher ein extrem wichtiger Schritt nach vorne.

14. April 2016: Monte Carlo, Achtelfinale – 5:7, 3:6

Zwei Monate später revanchierte sich Nadal in Monte Carlo für die überraschende Niederlage in Südamerika. Thiem ging zwar schnell mit 2:0 in Führung, danach wurde ihm aber die Chancen-Verwertung zum Verhängnis. Von 16 Breakbällen im ersten Satz konnte Thiem nur einen einzigen nützen. Eine Schwächephase beim Aufschlag beim Stand von 5:6 nützte Nadal zum Gewinn des ersten Satzes. Danach gelang Thiem zwar auch in Satz zwei ein frühes Break, Nadal schlug aber postwendend zurück und nahm dem Österreicher den Aufschlag zum 5:3 ab."„Das Niveau war von uns beiden sehr hoch", meinte Thiem, der am Ende den vergebenen Möglichkeiten nachtrauerte. "Der erste Satz war schon eine Enttäuschung."

29. April 2017: Barcelona, Finale – 4:6, 1:6

Mental schwierig waren die Voraussetzungen im ersten Duell diesen Jahres im Endspiel des ATP-500-Turniers von Barcelona. Nachdem Thiem am Vortag mit Andy Murray erstmals eine amtierende Nummer eins der Welt schlug, war im Finale gegen Nadal etwas die Luft raus. Bis zum 4:5 hielt der Niederösterreicher die Partie trotz einiger unerzwungener Fehler offen, dann gab er aber zugleich Aufschlag und den ersten Satz ab. Mit dem Break zum 3:1 gelang Nadal im zweiten Satz die Vorentscheidung. "Daran bin ich noch nicht gewöhnt, gegen zwei der Größten in zwei Tagen zu spielen, das war eine tolle Erfahrung", meinte Thiem nach dem Endspiel.

14. Mai 2017: Madrid, Finale – 6:7 (8), 4:6

Nur zwei Wochen später standen sich Thiem und Nadal erneut in einem Finale gegenüber – diesmal auf ATP-1000-Ebene in Madrid. Und der Lichtenwörther zeigte, dass er aus der letzten Begegnung wieder einiges dazu gelernt hatte. Bei 4:5 und 0:40 wehrte Thiem bei eigenem Aufschlag drei Satzbälle in Folge ab und vermied damit einen ähnlichen Spielverlauf wie in Barcelona. In Folge hatte der Österreicher im Tiebreak selbst zwei Satzbälle auf dem Schläger, ehe Nadal gerade noch den Kopf aus der Schlinge zog. Auch den zweiten Durchgang hielt Thiem lange Zeit offen, eher er sich mit dem dritten Matchball geschlagen geben musste. "Ich war viel besser und näher dran als in Barcelona", schöpfte Thiem aus dem Auftritt Mut. Und auch Nadal bestätigte wieder einmal das große Potenzial des jungen Österreichers: "Die Wahrheit ist, dass ich gegen einen Gegner gespielt habe, der in den nächsten fünf bis zehn Jahren um die wichtigsten Titel im Tennis kämpfen wird."

19. Mai 2017: Rom, Viertelfinale – 6:4, 6:3

Schon im Viertelfinale trafen die beiden fünf Tage später in Rom aufeinander – und es sollte der bislang stärkste Auftritt von Thiem gegen Nadal werden. Dank einer extrem konzentrierten Vorstellung fuhr der Lichtenwörther einen glatten Zwei-Satz-Sieg ein. "Das war sicher einer meiner größten Siege und auch vom Spielerischen her eine meiner besten Leistungen", strahlte Thiem. "Ich habe viel mehr riskiert und mir ist auch sehr viel aufgegangen." Den Erfolg in Rom wertete er auch eindeutig höher ein, als den Premieren-Sieg in Buenos Aires. "Der Sieg gegen einen Nadal, der so gut spielt wie in seinen besten Zeiten, ist wohl noch mehr wert."

Nur ein Sieg würde wahrscheinlich noch eine Stufe drüber stehen. Ein Erfolg über Rafael Nadal in dessen Wohnzimmer – im Court Philippe Chatrier in Roland Garros - am heutigen Freitag hat Thiem die Gelegenheit dazu!

Textquelle: © LAOLA1.at

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