Nick Kyrgios: Seine Skandale und Aufreger

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Tennis-Rüpel, Skandal-Boy, bunter Vogel - Nick Kyrgios genießt in der Tennis-Welt einen besonderen Ruf.

Kein anderer Spieler polarisiert aktuell so wie der Australier. Viele Fans feiern ihn für seine lockere Art und sein freches Mundwerk, Kritiker werfen ihm fehlenden Respekt vor seinen Gegnern, den Schiedsrichtern und Fans vor.

Fest steht jedenfalls: Kyrgios ist ein Mix aus Genie und Wahnsinn. Weitaus öfter als mit seiner sportlichen Leistung sorgte er bisher mit zahlreichen Skandalen und Aufregern für Aufsehen. LAOLA1 hat sie zusammengefasst.

Die Skandale und Aufreger des Nick Kyrgios:

US Open 2014

Seinen ersten Negativauftritt auf der großen Bühne hatte Kyrgios in der ersten Runde der US-Open 2014. Im Spiel gegen Mikhail Youzhny wird er drei Mal verwarnt - unter anderem wegen Fluchens und Zertrümmerns eines Schlägers. Knapp könnte er die vierte Verwarnung vermeiden, die die erste Disqualifikation bei einem Grand Slam seit 1995 nach sich gezogen hätte.

Montreal 2015

Beim Rogers Cup 2015 leistete sich Kyrgios im Zweitrunden-Spiel gegen Stan Wawrinka eine verbale Entgleisung. "Kokkinakis (Thanasi Kokkinakis, Anm.) hat deine Freundin gef... Sorry, dass ich dir das sagen muss", provozierte der Australier seinen Gegner während der Partie. Wawrinka, der wegen einer Rückenverletzung aufgeben muss, meinte nach dem Spiel: "Was gesagt wurde, hätte ich nicht einmal zu meinem schlimmsten Feind gesagt. So tief zu fallen, ist nicht nur inakzeptabel, sondern unfassbar. Es ist so enttäuschend, zu sehen, dass ein Athlet und Kollege so respektlos ist, wie ich es mir nie vorstellen hätte können." Kyrgios entschuldigte sich später und fasste von der ATP eine Strafe in Höhe von 35.000 Dollar sowie eine 28-tägige Sperre aus.

Wimbledon 2015

Bei einem seiner Auftritte in Wimbledon knallte Kyrgios seinen Schläger so hart auf den Boden, dass dieser in die Zuschauerränge flog. Verletzt wurde dabei zum Glück niemand.

Australien Open 2016

Das hat es so bis dahin wohl auch noch nie gegeben: Vor dem Spiel im Mixed-Doppel packte Kyrgios am Platz sein Handy aus und nahm einen Anruf entgegen. Einer Strafe ist er entgangen, weil das Match noch nicht begonnen hatte.

Shanghai 2016

Nach seinem Zweitrunden-Aus beim ATP-1000-Turnier in Shanghai 2016 legt sich Kyrgios bei der Pressekonferenz mit den Journalisten an, nachdem diese ihn mit seinem offensichtlich respektlosen Verhalten während und nach der Niederlage gegen Mischa Zverev konfrontierten. "Ich habe euch nicht aufgefordert, zuzuschauen. Wenn es euch nicht gefällt – geht wieder. Wenn ihr so gut seid, warum steht ihr dann nicht auf dem Platz?", fragte Kyrgios daraufhin in Richtung der Medien. "Ich habe ihm eine Menge Respekt gezeigt. Wir verstehen uns super, auch außerhalb des Feldes. Ihr habt keine Ahnung! Sein Bruder (Alexander Zverev/Anm.) ist einer meiner besten Freunde. Was redet ihr?" Im Spiel gegen Zerev lieferte Kyrgios eine derart lustlose Vorstellung ab, dass ihn der Stuhl-Schiedsrichter darauf hinwies, dass er sich doch mehr anstrengen solle. Kyrgios entgegnete lapidar: "Ich will einfach nur nach Hause." Für die unsportliche Vorstellung verhängte die ATP eine 25.000-Dollar-Geldstrafe sowie eine achtwöchige Turniersperre über den Australier.

Indian Wells 2017

In Indian Wells 2017 sorgte Kyrgios mit seinem Achtelfinal-Sieg über Novak Djokovic aus sportlicher Sicht für Furore, im Doppelbewerb lieferte der extrovertierte Australier einmal mehr eine außergewöhnliche Aktion ab: Kyrgios klaute einem in der ersten Reihe sitzenden Zuschauer, der sich gerade einen kleinen Snack gönnte, kurzerhand Pommes frites aus seiner Lunchbox.

Shanghai 2017

Zu einer ungewöhnlichen Situation kam es in Shanghai, nachdem Kyrgios den Tiebreak des ersten Satzes gegen Steve Johnson verloren hatte: Der Australier stürmte vom Platz und kam nicht mehr zurück. Später machte er einen Magen-Darm-Virus dafür verantwortlich, eine Strafe von 30.000 Dollar gab es dennoch.

Queens Club 2018

Einen weiteren Ausfall aus der Kategorie "unter der Gürtellinie" leistete sich Kyrgios beim Turnier im britischen Queens Club. In einer Pause imitierte er mit einer Trinkflasche eine Masturbationsgeste. Die ATP strafte ihn für "unangemessenes Verhalten" mit 15.000 Dollar. Auch der Schiedsrichter bekam einiges ab: "Dein Hut sieht lächerlich aus. Es scheint nicht mal die Sonne", rief er dem Referee zu.

Miami 2019

Bei den Miami Open schlug Kyrgios zwei Mal von unten auf, weshalb er von einem Zuschauer beleidigt wurde. Der Australier reagierte wie gewohnt und legte sich mit dem Mann an. Der Zuschauer forderte Kyrgios sogar zu einer direkten Auseinandersetzung auf, wurde daraufhin aber von der Tribüne entfernt. Auch eine Runde später sorgte Kyrgios für Aufsehen: Im Duell mit Borna Coric brillierte er mit einem No-Look-Volley und einem Tweener. Eine Pause zwischen zwei Punkten nutzte er nicht zur Regeneration, sondern versuchte sich am Bottle Flip.

Rom 2019

Einen Ausraster der ganz besonderen Sorte leistete sich Kyrgios beim ATP-1000-Turnier in Rom im Mai. Im Zweitrunden-Match gegen den Norweger Casper Ruud erhielt der 24-Jährige wegen Fluchens einen Punktabzug zum 3:6, 7:6(5), 1:2. Danach knallte er den Schläger auf den Boden, kickte ihn mit dem Fuß weg und schleuderte schließlich einen Sessel auf den Court. Danach packte Kyrgios seine Tasche und verließ den Platz - nachdem er Ruud und dem Schiedsrichter immerhin noch die Hand gegeben hatte. Kyrgios wurde daraufhin disqualifiziert. Zudem musste er 20.000 Euro Strafe und seine Hotelkosten für das Turnier selber zahlen und verlor auch die 45 ATP-Punkte.

Wimbledon 2019

Einen mehr als fragwürdigen Auftritt lieferte Kyrgios auch in Wimbledon ab. Nach seiner Zweitrunden-Niederlage gegen Rafael Nadal gab er nach einem Körpertreffer gegen den Spanier zu: "Ja, ich habe auf ihn gezielt und wollte ihn treffen." Eine Entschuldigung gab es vom 24-Jährigen dafür nicht: "Warum sollte ich mich entschuldigen? Wie viele Grand Slams hat er gewonnen und wie viel Geld am Konto? Er wird einen Ball auf die Brust wegstecken können!" Auch ein Verbal-Duell mit dem Schiedsrichter gab es im Verlauf der Partie, nachdem Nadal aus Kyrgios' Sicht zu viel Vorbereitungszeit beim Rückschlag brauchte: "Der Schiedsrichter war wirklich furchtbar. Er fühlt sich wohl ziemlich wichtig, wenn er da oben sitzt. Wie er das Match geleitet hat, war einfach schlecht." Auch den Medien gegenüber zeigte sich Kyrgios angriffslustig. Gleich die erste Frage nach der Niederlage gegen Nadal war freilich provokant, nachdem er am Vorabend der Partie in einem Pub gesehen worden war: "Glaubst Du, dass Du besser gespielt hättest, wenn du vergangene Nacht nicht ins Pub gegangen wärst?" - Kyrgios Antwort: "Nein". Und nach einer Nachdenkpause: "Du siehst viel zu aufgeregt aus, dass du diese Frage stellen konntest. Du musst ein wirklich langweiliges Leben haben."

Washington 2019

In Washington ließ Kyrgios erneut seinen Mix aus Genie und Wahnsinn durchblicken. Er täuschte einen Aufschlag von unten an und spielte einen Ball mit dem Kopf zurück. In einer Pause warf er eine Flasche gegen den Schiedsrichterstuhl und erklärte anschließend, sie sei ihm aus der Hand gerutscht. Im Finale begeisterte Kyrgios mit seinem Spiel und bezog sogar das Publikum mit ein. Bei jedem Matchball ließ er sich von einem Zuschauer diktieren, wohin er aufschlagen soll - mit Erfolg: Kyrgios gewann das Turnier.

Cincinnati 2019

Auch beim ATP-1000 in Cincinnati hat Kyrgios sein Temperament nicht wirklich unter Kontrolle. Bei der Zweitrunden-Niederlage gegen Karen Khachanov beleidigte er den Schiedsrichter, der die Shot Clock seiner Ansicht nach zu früh startete. Auf eine nicht genehmigte Toilettenpause reagierte Kyrgios kurzerhand mit Missachtung und zwei zertrümmerten Schlägern auf dem Weg zum WC - einen davon schenkte er einem jungen Fan. Nach dem Spiel verweigerte Kyrgios dem Referee den Handschlag und spuckte stattdessen in dessen Richtung und bewarf Zuschauer mit seinen Schuhen. Für diesen erneuten Wutausbruch wurde Kyrgios von der ATP zu einer Geldstrafe in Höhe von 113.000 US-Dollar (102.000 Euro) verdonnert. Außerdem wurde er verwarnt, nach einer Untersuchung könnte noch eine Suspendierung folgen.

Textquelle: © LAOLA1.at

100.000 Euro Strafe für Nick Kyrgios nach Ausraster in Cincinnati

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