Federer denkt nicht an Rücktritt

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Baldiger oder leiser Rücktritt? Nicht mit Roger Federer.

Der Schweizer nimmt am Rande der Eröffnung von Rafael Nadals Tennis-Akademie auf Mallorca erstmals gegenüber dem "Tages-Anzeiger" ausführlich Stellung zum Comeback nach seiner Knie-Verletzung.

"Mein letztes Hurra, das könnte Jahre dauern, je nach Sichtweise", meint der 35-Jährige. "Ja: Ich hoffe, es gibt nochmals ein richtiges Hurra. Aber ich erwarte viel mehr, als dass es nur ein Turnier oder ein Match wäre."


Sonst hätte er sich nicht eine so lange Pause genommen. Federer erklärte nach dem Turnier in Wimbledon, wo er das Halbfinale erreichte, den Verzicht auf den Rest der Saison. Sein Comeback ist beim Hopman Cup Anfang Jänner in Perth (mit Belinda Bencic) geplant.

Auf den Mix kommt es an

Das Älterwerden beschäftige ihn nicht groß. "Ich versuche stets, einen Mix zu haben zwischen Erfahrung und Jungbleiben im Kopf, offen zu sein für neue Ideen und sich neu zu erfinden", erzählte Federer. "Ich bin neugierig, wie die ersten sechs Monate verlaufen."

Er werde einige Ränge zurückfallen (etwa auf Position 15). "Da wird es interessante Konstellationen geben durch die Auslosungen. Aber Angst? Wenn ich vor etwas Angst oder Respekt habe, dann vor einer neuen Verletzung."

"Eines meiner denkwürdigsten Wimbledons"

Zuversicht schöpft er aus der Tatsache, dass er nach der Operation am Meniskus sehr schnell auf ein beachtliches Niveau zurückgekehrt ist.

"Die schwierige Phase war zwischen Rom und Wimbledon, weil ich gemerkt habe: Etwas stimmt nicht mit dem Knie, es geht mir nicht gut, ich spüre keinen Fortschritt, ich bin für Wimbledon nicht gut vorbereitet." Dennoch musste er sich dort erst nach unnötiger Niederlage gegen Milos Raonic in der Vorschlussrunde beugen.

"Ich war selber überrascht, wie weit ich gekommen bin. Deshalb ist es eines meiner denkwürdigsten Wimbledon", befand der achtfache Champion.

Die Matches vermisst

Mittlerweile geht es dem Knie wieder ziemlich gut. "Die nächsten sechs bis acht Wochen zeigen, ob das Knie wieder gut ist. Ich glaube, ich muss nicht mehr aufpassen. Ich habe ein normales, stabiles Knie, das Gefühl ist normal", versichert Federer. Man habe sich viel Zeit gelassen, konditionell sei er schon wieder bei fast 100 Prozent.

Die freie Zeit nützte Federer für Dinge, die sonst zu kurz kommen. Natürlich habe er die Matches vermisst, "aber extrem war es nicht". Die Resultate habe er aber schon jeden Tag gecheckt. Er habe es auch genossen, längerfristig planen zu können, mit Freunden Dinge auszumachen und mit der Familie wandern zu gehen.

Seit Wimbledon verbrachte er, abgesehen von kurzen Abstechern nach New York und Paris, die gesamte Zeit in der Schweiz. Erst für die unmittelbare Vorbereitung auf die kommende Saison im November und Dezember wird er an den Zweitwohnsitz in Dubai wechseln.

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