Borg-Sohn Leo versucht sich auf der Profi-Tour

Borg-Sohn Leo versucht sich auf der Profi-Tour Foto: © getty
 

Ein mehr als prominenter Name findet sich in diesen Tagen auf den Nennlisten des dieswöchigen Challenger-Turniers von Marbella als auch im Qualifikationsbewerb für das in der kommenden Woche stattfindende ATP-250-Event am selben Ort.

Ein gewisser Leo Borg wird dort versuchen, sich mit weiteren kleinen Schritten an die Tennis-Weltspitze heranzutasten. Der 17-jährige Schwede ist - die meisten werden es wohl schon erraten haben - der Sohn von Tennis-Legende Björn Borg.

Der ehemalige Weltranglisten-Erste gewann elf Grand-Slam-Titel und gilt gemeinhin als einer der besten Spieler aller Zeiten. Der heute 65-Jährige gewann fünf Mal in Folge Wimbledon und vier Mal hintereinander die French Open, beendete allerdings 1983 mit gerade einmal 26 Jahren seine aktiven Karriere.

Dementsprechend groß sind die Fußstapfen, die er seinem Filius hinterlassen hat. "Als er uns gesagt hat, dass er Tennis-Profi werden will, habe ich zu weinen begonnen", erinnert sich Mutter Patricia zurück. "Wir haben versucht, ihn zu einem anderen Sport zu überreden, damit er nicht mit seinem Vater verglichen wird. Das wäre viel einfacher gewesen."

Borg junior kratzt an den Top 10

Doch der kleine Leo ließ sich nicht mehr von seiner Entscheidung abbringen und blieb dem Tennis-Sport treu. Bislang zumindest mit recht ansehnlichem Erfolg. Vor wenigen Wochen kratzte er im Junioren-Ranking der ITF erstmals an den Top 10. Aktuell liegt er auf Positon 15.

Bereits im Februar feierte Borg sein Profi-Debüt, als er sein Glück beim Challenger-Turnier in Bergamo versuchte, dort aber dem früheren Junioren-Weltranglisten-Ersten Chun-hsin Tseng unterlag. Vor Marbella absolvierte Borg ein dreiwöchiges Trainings-Programm in der Rafa Nadal Academy auf Mallorca. Bei einem ATP-Turnier war der Schwede bislang noch nicht am Start.

Marbella eng verbunden mit Borg-Familie

In Marbella will er nun die ersten Siege auf der großen Tour einfahren. Der Ort scheint dafür wie geschaffen zu sein: Der Tennis-Klub in Marbella ist nämlich eng verbunden mit der Borg-Familie. 1979 wurde der Klub von Björn Borg als Teil des Hotels Puente Romano eröffnet. Vier Jahre später übergab er das Zepter an Wimbledon-Sieger Manolo Santana.

Nun kehrt der Name Borg wieder nach Marbella zurück. Für den jungen Leo, der seinen Vater im Spielfilm Borg/McEnroe in den jungen Jahren spielte, soll dieser Name aber keine Belastung mehr darstellen. "Ich weiß, dass mich das mein Leben lang begleiten wird. Genau deshalb ist es aber keine große Sache, weil es einfach etwas ist, mit dem ich sowieso immer klar kommen muss. Ich habe deshalb auch vor meinem Start ins Profileben nicht soviel darüber nachgedacht."

"Kann es kaum erwarten"

"Für mich sind die Vergleiche mit meinem Vater kein Problem. Aber natürlich würde ich lieber für mein Tennis bewertet werden und nicht, weil ich der Sohn eines Champions bin", so Borg, der die beiden Turniere in Marbella nur dank einer Wild Card bestreiten darf. Ein Umstand, den er mit Sicherheit seinem Familiennamen zu verdanken hat. "Ich fühle mich sehr geehrt, diese für meine Karriere so wichtigen Einladungen erhalten zu haben."

"Ich habe schon davor auf Challenger-Ebene gespielt, der Qualifikationsbewerb für das ATP-250-Turnier ist aber natürlich etwas Großes für mich. Ich kann es kaum erwarten, endlich zu spielen. Ich fühle mich bereit und ich weiß, dass ich auch gegen starke Spieler gerüstet bin. Ich fühle keinen Druck und bin in erster Linie neugierig, auf welchem Level ich derzeit stehe. Ich glaube, dass mein Level - wenn ich gut spiele - ziemlich hoch ist. Ich muss es nur im Turnier umsetzen."

Der Ratschlag von Vater Björn? "Einfach Spaß haben und nicht viel über Sieg oder Niederlage nachdenken!"

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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