Bahn-EM: Stefan Matzner holt Bronze

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Stefan Matzner hat am Sonntag bei den Rad-Bahn-Europameisterschaften in Glasgow bei seinem Debüt überraschend die Bronzemedaille geholt.

Der 25-jährige Niederösterreicher klassierte sich im Punkterennen nach 160 Runden (40 km) an der dritten Stelle, nachdem er am Vortag noch im Omnium im Einsatz gewesen war (15.).

Mit 71 Punkten für Rundengewinn und Sprintwertungen musste Matzner in dem 2020 nicht mehr olympischen Bewerb nur dem polnischen Sieger Wojciech Pszczolarski (102 Punkte) und dem Belgier Kenny de Kettele (83) den Vortritt lassen.

"Mein absolut größter Erfolg"

Der Wiener hatte in dem 18-köpfigen Feld insgesamt drei Rundengewinne gelandet und noch fleißig bei den Zwischensprints Punkte gesammelt. Damit hat er sich schon frühzeitig auf dem Bronzerang festgesetzt. Der war mit 71 Zählern letztlich um zwölf Punkte vor dem viertplatzierten Schweizer Cyrille Thierry abgesichert. Gold ging mit 102 Punkten klar an den Polen Wojciech Pszczolarski, Silber an den Belgier Kenny de Kettele mit 83 Zählern.

"Das ist mein absolut größter Erfolg. Die Bronzemedaille ist unglaublich für mich, das ist die erste Medaille bei so einem Event. Ich war den Tränen nahe bei der Siegerehrung", sagte Debütant Matzner gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. Besonders machte den Erfolg, dass seine Eltern zu den Titelkämpfen angereist waren. Sie sahen in dem Rennen über 160 Runden bzw. 40 Kilometer ihren in der Anfangsphase besonders aktiven Sohn.

"Die Taktik war schon, möglichst früh eine Runde zu fahren und aktiv zu sein", erklärte Matzner. Gleich bei dem ersten Rundengewinn im Rennen war er gemeinsam wie der spätere Sieger und zwei andere dabei. "Dann habe ich schon einmal einen guten und komfortablen Vorsprung gehabt." Es folgte ein Rundengewinn mit einer größeren Gruppe u.a. mit De Kettele. "Dann bin ich noch einmal solo raus, da ist der Pole hinterher. Diese dritte Plus-Runde war super-wichtig."

De Kettele sah seinen zweiten Platz in Gefahr und setzte erfolgreich nach, der Routinier kam schließlich auch auf drei Rundengewinne. Dafür gibt es jeweils 20 Punkte, bei den Sprints alle zehn Runden für die ersten vier hingegen "nur" 5, 3, 2 und 1 Zähler. Nur die letzte Wertung zählt da doppelt. Auf die wollte es Matzner aber nicht ankommen lassen, und der Rennverlauf spielte ihm in die Karten. "Mir ist extrem entgegengekommen, dass so viel taktiert wurde."

Punkterennen nicht mehr olympisch

Matzner hatte zwischenzeitlich den zweiten Platz inne, den ließ sich aber De Kettele dann nicht mehr nehmen. "Kenny ist der erfahrenste Fahrer im Feld. Der hat dann einen kleinen Vorsprung auf mich gehabt und ich habe gewusst, der gibt das nicht mehr her. Er hat dann den zweiten Platz abgesichert, da habe ich mich damit (mit Platz drei, Anm.) abgefunden. Das Punkterennen ist ein 2020 nicht mehr olympischer Bewerb, was Matzners Freude aber überhaupt nicht trübte.

Er wurde wie am Vortag bei Rang 15 im Omnium von Karin Ruso betreut, der Freundin von Teamkollege Andreas Graf. Der tritt am Montag (ab 12.00 Uhr MESZ) mit Andreas Müller im Madison an. "Die haben sich das heute daheim in der Ferienwohnung angeschaut", wusste der "Bronzene", am Dienstag (13.13 Uhr MESZ) noch im EM-Ausscheidungsrennen im Einsatz.

In den vergangenen zehn Jahren hatte es im österreichischen Bahnradsport schon einige Medaillen gegeben. EM-Gold hatten Müller/Graf 2014 im Madison geholt. Müller sicherte sich zudem WM-Silber (2013) und -Bronze (2008) im Scratch. Graf wiederum war vor zwei Jahren WM-Zweiter im Punktefahren. Dass in dieser Disziplin der 25-jährige Matzner zum Einsatz kam, lag nur daran, dass der Bewerb für Müller und Graf zu knapp vor dem Madison angesetzt war.

Textquelle: © APA

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