news

Australischer Premierensieg beim Giro ist perfekt

Jai Hindley lässt sich den Triumph beim Zeitfahren nicht mehr nehmen.

Australischer Premierensieg beim Giro ist perfekt Foto: © GEPA

Der Sieg beim Giro d'Italia geht 2022 erstmals an einen Australier.

Jai Hindley (Team BORA-hansgrohe) lässt sich im abschließenden 17-km-Zeitfahren in Verona den Triumph bei der 105. Auflage der Italien-Radrundfahrt nicht mehr nehmen.

Mit 1:31 Minuten Rückstand auf den italienischen Tagessieger Matteo Sobrero (Bikeexchance-Jayco) belegt Hindley Rang 15 und verliert auf seinen Verfolger Richard Carapaz (Ineos/10.) nur sieben Sekunden.

In der Gesamtwertung bringt Hindley letztlich 1:18 Minuten Vorsprung auf den Ecuadorianer und Giro-Gewinner von 2019 ins Ziel.

Für das deutsche BORA-Team ist es der erste Gesamtsieg bei einer Grand Tour. Christian Pömer - österreichischer Sportdirektor des Teams - freut sich riesig und meint: "Hindley ist der coolste Typ der Welt!"

Erste Vereinigung mit der Familie seit drei Jahren

Foto: © GEPA

Vor zwei Jahren war Hindley, der erst am Samstag ins Rosa Trikot schlüpfte, im Sunweb-Dress am letzten Tag noch hinter den zuvor zeitgleichen Tao Geoghegan Hart zurückgefallen.

"Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, unglaublich. Ich bin wirklich stolz, dass ich das als erster Australier geschafft habe", betont Hindley und ist froh, dass sich die Ereignisse von 2020 nicht wiederholt haben.

"Ich hatte schon im Hinterkopf, was damals war, ich habe natürlich gehofft, dass das nicht mehr passiert, und alles gegeben", so das nach dem Zieleinlauf erstmals seit drei Jahren mit seiner Familie vereinte Leichtgewicht aus Perth.

Carapaz verschenkt es auf der vorletzten Etappe

Diesmal lässt der 26-Jährige nichts mehr anbrennen. Bis zum Samstag hatte sich Hindley mit Olympiasieger Carapaz, der am Sonntag seinen 29. Geburtstag feiert, ein enges Duell geliefert. Der knapp führende Ineos-Fahrer brach auf der vorletzten Etappe zur Bergankunft am Fedaia-Pass aber ein und fiel deutlich hinter den angreifenden Hindley zurück.

Andere Sieganwärter wie der zweifache Etappengewinner Simon Yates, Romain Bardet und Tom Dumoulin schieden vorzeitig verletzt oder erkrankt aus. Ein Gesamtsieg blieb einmal mehr auch dem drittplatzierten Spanier Mikel Landa (Bahrain) verwehrt.

Als bester Italiener landete mit bereits großem Rückstand der nach dieser Saison abtretende Vincenzo Nibali (Astana) auf Rang vier. Der Sizilianer hatte 2016 für den bis dato letzten Heimerfolg gesorgt.

Gamper hat Anteil am Erfolg

Anteil am Triumph von Bora-Neuzugang Hindley, der die Blockhaus-Etappe gewann, hatte als Helfer sein österreichischer Teamkollege Patrick Gamper. Wichtige Stützen des Siegers in den Bergen waren seine Co-Kapitäne Wilco Kelderman und Emanuel Buchmann sowie Lennard Kämna.

Während Kämna die vierte Etappe zum Ätna gewann, endete bereits dort die Gesamtklassementhoffnungen von Felix Gall. Der Osttiroler hatte sich nach starken Vorleistungen bei seiner ersten Grand Tour Chancen auf einen Top-15-Platz ausgerechnet.

Im weiteren Verlauf zeigte sich Gall auf einzelnen Etappen aber wieder vorne, als bestes Tagesergebnis schaute für den AG2R-Fahrer ein elfter Rang heraus. Das rot-weiß-rote Topresultat lieferte Tobias Bayer (Alpecin) mit Rang sechs am drittletzten Tag ab.

Kommentare