Finger macht schon noch zu schaffen
Umso erfreulicher, als die 24-Jährige in der unmittelbaren Vorbereitung durch eine Ringbandverletzung beeinträchtigt gewesen ist. "Ich habe sechs Wochen nur Reha gemacht, gar kein Training. Gerade im Lead-Training habe ich es extrem gemerkt, weil eben das Ausdauertraining abgegangen ist", gibt Pilz an.
Im Speed habe sie am längsten Pause machen müssen, da es für den Finger am aggressivsten sei. "Aber nach zwei, drei Einheiten ist es wieder zurück gewesen, weil die Bewegungen automatisiert sind."
In den anderen Disziplinen merke sie aber, dass noch etwas fehle. Auch sei sie im Wettkampf im Bouldern in einer Situation an die Verletzung erinnert worden. "Beim Bouldern war ich einmal ein bisschen unsicher, weil es im Kopf war, weil es ein Zug war, wie die Verletzung passiert ist. Aber im Endeffekt habe ich den Finger nicht gespürt.
In Kopf habe sie vor dem Bewerb eine lockere Einstellung gehabt. "Es hat sich wie ein jeder anderer Wettkampf angefühlt."
Freilich ging die über fast fünf Stunden gegangene Konkurrenz an die Substanz. "Ich habe dann zum Schluss raus nach der Boulder-Runde gemerkt, dass es extrem zieht. Die Boulder-Runde war am zähesten", meint die Wahl-Innsbruckerin. "Es ist einfach mental und physisch sehr anstrengend für den Körper. Weil normal bist du nach einer Runde fertig mit dem Wettkampf und jetzt musst du alle drei hintereinander machen." Nun habe sie aber für das Finale auch Wettkampfpraxis gesammelt.
Im Finale geht es wieder bei Null los, der Speed-Bewerb wird im K.o.-System ausgetragen. Neben Pilz, Garnbret, Miroslaw und Seo haben sich noch die Französin Anouck Jaubert, die US-Amerikanerin Brooke Raboutou sowie die Japanerinnen Akiyo Noguchi und Miho Nonaka qualifiziert.