Europäische Länder bieten Asyl an
Auch andere Länder baten Timanovskaya Hilfe und Asyl an. Der slowenische Ministerpräsident Janez Janša schrieb am Montag auf Twitter: "Kristina ist in Slowenien willkommen".
Frankreichs Europaminister Clément Beaune hatte sich für politisches Asyl für die 24-Jährige in der EU ausgesprochen. "Das wäre eine Ehre für Europa", sagte er dem Sender RFI. Und die außenpolitische Sprecherin der österreichischen Grünen, Ewa Ernst-Dziedzic, forderte auf Twitter: "Österreich kann und soll helfen, rasch." Sie forderte das österreichische Außenministerium auf, umgehend zu prüfen, wie Österreich in diesem Fall Zuflucht gewähren könnte. "Bürokratische Hürden dürfen dabei nicht im Wege stehen", betonte sie am Montag in einer Aussendung.
Zuvor hatte es Berichte einer Oppositionsgruppe gegeben, wonach Timanovskaya bei der österreichischen Botschaft in Tokio um Asyl anzusuchen versucht. Eine Bestätigung dafür gab es vorerst nicht. "Es hat bisher keine Kontaktaufnahme der Sportlerin mit der österreichischen Botschaft in Tokio gegeben", erklärte ein Sprecher des österreichischen Außenministeriums der APA am Sonntagnachmittag. ÖOC-Präsident Karl Stoss sagte, Timanovskaya sei an das UN-Flüchtlingskommissariat vermittelt worden.
ÖÖC und Unfried nicht eingebunden
Laut dem Chef des Österreichischen Olympischen Komitees werde Timanovskaya"geholfen und sie wird bestmöglich beraten". Von Asylansuchen sei aktuell keine Rede. Stoss bestätigte, "dass ÖLV-Nationaltrainer Philipp Unfried mit ihr im Vorfeld der Spiele zusammengearbeitet hat. Er steht aber aktuell nicht in Kontakt mit Timanovskaya, ist in die diplomatischen Verhandlungen naturgemäß nicht eingebunden. Das gilt auch fürs ÖOC. Wir sind in keiner Weise involviert." Unfried schreibt die Trainingspläne für Timanovskaya.
(Text wird nach dem Video fortgesetzt)
Lukashenko beklagt schlechtes Abschneiden seines Landes
Der belarussische Präsident Alexander Lukashenko hatte sich am Donnerstag über das schlechte Abschneiden seines Landes bei den olympischen Sommerspielen beklagt. Man müsse sich mit den Trainern beschäftigen, die dafür in erster Linie die Verantwortung trügen, sagte er. Eine geleakte Tonaufzeichnung zeugte davon, dass Sportfunktionäre Timanovskaya nach ihrer Kritik an ihnen drohten und sie aufforderten, nach Belarus zurückzukehren sowie zu schweigen.
Lukashenko regiert das Land seit 1994 mit harter Hand. Die Lage hat sich seit der Präsidentschaftswahl vom 9. August 2020 massiv verschärft. Die mutmaßlich gefälschte Wahl wurde international nicht anerkannt. Gegen friedliche Proteste gingen die Behörden blutig vor. Sie reagierten mit Folter und Inhaftierungen. Oppositionelle, Menschenrechtsaktivisten und kritische Journalisten werden verfolgt. Mehr als 600 Namen befinden sich auf der Liste politischer Gefangener in Belarus.