Chinas Menstruations-Problem

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Chinas Menstruations-Problem

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Hot or not. Top oder Flop.

Oder im Falle von Rio de Janeiro eben "Zuckerhut und Peitsche".

Die LAOLA1-Rubrik zu den Olympischen Spielen, die erklärt, was richtig olympisch und was zum Vergessen ist.


Zuckerhut: Wunderbare Fu

Zugegeben, die Schwimm-Bewerbe bei den Spielen sind bereits seit ein paar Tagen vorbei, die "Nachwellen" der Auftritte von Fu Yuanhui kommen allerdings erst jetzt so richtig an. Was du zu Fu wissen musst: Die 20-jährige Chinesin holte über 100m Rücken Bronze und wurde mit der 4x100m-Lagenstaffel Vierte.

Was sie so besonders macht: Ihr unkonventionelles Auftreten, mit dem sie nicht nur für Lacher sorgte, sondern auch Tabus in ihrer Heimat bricht. Nach dem Staffelrennen begründete sie etwa ihre leicht gebeugte Haltung beim TV-Interview vor laufenden Kameras mit: "Ich habe gestern meine Periode bekommen und fühlte mich sehr müde - aber das ist keine Entschuldigung, ich bin einfach nicht schnell genug geschwommen." Von vielen Frauen in China und auf der ganzen Welt wird sie für dieses offene Ansprechen gefeiert. Die Menstruation gilt speziell im Reich der Mitte als Tabu-Thema. Werbespots dürfen beispielsweise erst zu fortgeschrittener Uhrzeit ausgestrahlt werden.

Auch abseits davon bricht Fu ständig mit dem klassisch chinesischen Frauenbild. Sie schneidet Grimassen, schnalzt sich am Rande eines Interviews den engen Badeanzug versehentlich auf die linke Brust und zuckt jubelnd aus, als ihr eine Reporterin ihre wahre Rennzeit erklärt. Fu, der schrille Farbtupfer aus Fernost.


Peitsche: Jenseits der Gürtellinie

Das olympische Boxen steckt tief in der Krise. Bereits vor dem Turnier hatten im "Guardian" hochrangige Box-Funktionäre vor Absprachen bei Olympia gewarnt - und dann das: Vassily Levit (KAZ) schenkt im 91-kg-Finale Evgeny Tishchenko nach allen Regeln der Kunst gehörig ein. Trotzdem sehen alle drei Kampfrichter am Ende den Russen als Sieger. Kommentatoren-Legende Sigi Bergmann ging durch die Decke.

Der Weltverband der Amateurboxer (AIBA) steht derweil schon länger unter der Druck. Erst Ende Februar wurde das Profi-Verbot für die Spiele aufgehoben. Viel zu spät, um tatsächlich namhafte Athleten aus WBA, WBC, IBF oder WBO anzulocken. Wenn er auch fehlgeleitet wirkt: Reformwille wird es jedenfalls brauchen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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