"Habe momentan nicht mehr drauf"

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"Habe im Moment nicht mehr drauf“

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Für die Linzer Schwimmer sind die Olympischen Spiele in Rio ein herber Dämpfer.

Nach David Brandl (40.) und Jördis Steinegger (29.) sind die Wettkämpfe auch für die beiden 200m-Lagen-Hoffnungen Lisa Zaiser (26.) und Lena Kreundl (30.) bereits nach dem Vorlauf beendet.

Bei letzteren schmerzen vor allem die Zeiten, die mit 2:15,23 bzw. 2:15,71 Minuten weit über den persönlichen Bestleistungen und sogar über dem Rio-Limit liegen. „Die Enttäuschung ist groß, wenn du auf die Anzeigetafel schaust und so etwas siehst. Da fällt dir schon einmal das Gesicht herunter“, bringt es Zaiser auf den Punkt.

Umstellung nicht geschafft

Dabei war die Chance auf einen Halbfinal-Einzug unverhältnismäßig groß. 2:13,01 sollten gerade für Zaiser praktisch ein Muss sein. „Das ist eigentlich ein billiges Semifinale“, bestätigt die 21-Jährige, die sich eingesteht, dass sie mit der Rhythmus-Umstellung letztlich nicht zurechtgekommen ist. Aufgrund der US-Sendezeiten wurden nämlich Vorläufe und Finals unüblich spät angesetzt.

„Ich hätte mir das leichter vorgestellt.“ Doch Zaiser war nicht die einzige mit diesem Problem. „Auch bei den Männern weiß ich teilweise nicht, ob es schon einmal eine leichtere Quali-Zeit für ein Olympia-Semifinale gegeben hat.“ Aber damit müsse man zurechtkommen.

Formsuche geht weiter

Doch die Rhythmus-Umstellung sei ohnehin nicht alleine schuld gewesen. Schließlich habe sie ja nicht einmal das Rio-Limit, welches sie „schon 14 oder 15 Mal“ geschwommen ist, unterbieten können. „Sprich: Das ist eine Zeit, die schwimme ich eigentlich immer. Aber im Moment habe ich einfach nicht mehr drauf“, ist sie schonungslos ehrlich.

Schon das ganze Jahr lang sei sie auf der Suche nach ihrer alten Form. Erfolglos. „Ich habe heuer jedes Rennen akzeptiert, zu mir selbst gesagt: ‚Passt, abgehakt!‘ Ich wollte daraus lernen, damit mir das in Rio nicht passiert. Leider ist das nicht der Fall“, meint sie.

Konkret liegt das Problem in der Gleitphase, von der Zaisers Stil lebt. „Wenn dann meine Wasserlage oder das Gefühl nicht ganz passen, dann nehme ich mir meine eigene Stärke. So ist es dann vom ersten Zug an ein 200 Meter langer Kampf.“ Und ein solcher war es letztlich auch in Rio.

Falscher Anhaltspunkt

Die EM-Dritte von 2014 will nun die richtigen Schlüsse daraus ziehen. „Es bringt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken, ich muss nach vorne schauen“, meint sie unisono mit Trainingskollegin Lena Kreundl.

Die 18-Jährige hatte sich bei ihrem Olympia-Debüt ein wenig verspekuliert. Auf der Außenbahn schwimmend wollte sich Kreundl an ihrer Nebenfrau, Vien Nguyen Thi Anh aus Vietnam, orientieren, deren Meldezeit knapp unter jener der Österreicherin lag. Die Asiatin blieb jedoch weit unter ihren Möglichkeiten. Am Ende lag auch Kreundl drei Sekunden über ihrer persönlichen Bestzeit.

„Aber ich bin das erste Mal bei Olympia, von daher glaube ich, dass ich nicht so viel falsch gemacht habe. Aber es liegt auch noch sehr viel Arbeit vor mir“, so Kreundl.

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