"Wenn der Lockdown vorbei ist, wollen wir mit den Tests ermöglichen, dass wesentlich mehr gesellschaftliches Leben möglich sein wird. Es braucht gewisse Verlässlichkeiten, dass das beim Eintritt kontrolliert wird. Aber dass man Sportveranstaltungen anschauen wird können - das werden wir gleichzeitig mit Zuschauern bei der Kultur einführen", so Kogler.
Wie alt diese Tests sein müssen, werde momentan noch ausdiskutiert. Hier soll es eine Abwägung zwischen Ideal und Machbarem geben. Ein 48 Stunden alter Test sei in diesem Moment nicht mehr aussagekräftig, aber zuvor trotzdem eine Hilfe, um Infektionen aus der Kette zu nehmen.
Keine prozentuelle Zulassung nach Stadion-Größe
Im gleichen Atemzug bremst der Steirer: Eine prozentuelle Zulassung von Besuchern, je nach Größe des Stadions, wird es vorerst weiter nicht geben.
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"Wenn eine ausreichend große Zahl der Bevölkerung geimpft ist, wird noch mehr möglich sein. Ich bin zuversichtlich, dass wir im nächsten halben Jahr zu einem Leben zurückkehren können, wie wir es alle lieber haben."
"Nicht wegen des Stadions, sondern des Drumherums, der Anreise. Da macht es einen Unterschied, ob sich 10.000 oder 20.000 Leute treffen, auch wenn es das Stadion hergeben würde. 2.000 Zuschauer mag mickrig klingen, aber die stellen danach nicht so viel Infektionsgeschehen her", erklärt Kogler - und verweist auf Länder wie Italien, die trotz größerer Stadien noch härtere Maximalgrenzen hatten.
Zu einem späteren Zeitpunkt könnte auch in diesem Bereich ein Umdenken stattfinden, das gegenwärtige Infektionsgeschehen würde absolute Grenzen aber notwendig machen.
Hoffnung für Tennis-Spieler
Aktive Hobbysportler müssen sich weiter in Geduld üben. Vor allem, wenn es sich um Indoor-Sportarten handelt. Kogler hat aber Verständnis für so manche Kritik, etwa aus dem Tennis-Bereich. Und verspricht Nachbesserungen.
"Im Freien geht sowieso alles. Indoor ist meine Überzeugung, dass man etwa beim Tennis schon vorankommen könnte. Wir haben eine riesige Luft-Kubatur in Tennis-Hallen, da sollte schon möglich sein, dass zwei bis vier Leute in diesen großen Räumen drin sein und sich sportlich betätigen können", meint der Sportminister.
"Aber das bleibt eine Ausnahme, viele Sportarten wird es da indoor nicht geben. Dass du eine Verordnung so hinbekommst, dass sich keiner aufregt - diese Fragen sind viel komplizierter, als man es sich vorstellen mag", bedauert der "Die Grünen"-Politiker.
Bei Kontaktsportarten gibt es kein Licht am Ende des Tunnels: "Da werden wir noch die eine oder andere Woche weg sein, schlimmstenfalls auch länger."
Die Entscheidung, das Skifahren im Lockdown zu ermöglichen, verteidigt Kogler: "Joggen und Radfahren darf man auch, im Winter gehört Eislaufen, Langlaufen und Skifahren eben dazu. Das Problem ist nicht die Piste, sondern die Gondeln und das Anstellen. Da haben wir strenge Vorgaben geschaffen."
Impfung statt Test? Eine Möglichkeit, keine Pflicht
Sobald die Möglichkeit zur Impfung auch breitflächig besteht, könne sich Kogler vorstellen, dass Vereine und Veranstalter Regulative einführen, die eine solche zur Eintritts-Bedingung anstelle eines Tests machen. Seitens der Regierung werde es keine Impfpflicht geben.
Welche Zeiträume alle möglichen Öffnungen in Anspruch nehmen, sei bis dahin nicht abzusehen. Nicht einmal das Ende des gegenwärtigen Lockdowns ist in Stein gemeißelt: "Wir sind mit den Zahlen doppelt zu hoch. Was erschwerend hinzukommt, sind die ungenauen Prognosen, weil die Mutationen des Virus hinzukommen. Das wird es schwer machen."
Dennoch übt sich der Vizekanzler im Optimismus: "Wenn wir die Tests in großer Zahl einsetzen können, wird schnell viel mehr möglich sein. Wenn eine ausreichend große Zahl der Bevölkerung geimpft ist, wird noch mehr möglich sein. Ich bin zuversichtlich, dass wir im nächsten halben Jahr zu einem Leben zurückkehren können, wie wir es alle lieber haben."