Nach einem Jahr Verletzungspause: Vadlau wieder zurück im Boot
Die Seglerin machte nach ihrer schweren Knieverletzung die ersten vorsichtigen Versuche am Wasser und zeigte sich danach zuversichtlich.
Die Sehnsucht ist zu groß gewesen. Früher als geplant gab Segel-Olympiasiegerin Lara Vadlau ihr Comeback im Boot. "Ich habe es nicht mehr ausgehalten, ich musste es probieren", sagte die Kärntnerin zur APA.
Eine Woche wurde vor Mallorca trainiert. Ein Jahr nach der komplexen Knieverletzung und folgenden Operationen sei es von den Schmerzen her "aushaltbar" gewesen. Vadlau fühlte sich "superwohl im Boot", bei den Manövern merke man aber noch die fehlende Praxis.
Vor Ort vom Physiotherapeuten und ihrem sportwissenschaftlichen Trainer täglich gut betreut, soll eine Untersuchung in der Heimat zeigen, wie es mit der Belastungssteuerung in nächster Zukunft ausschaut.
Heuer kein Training im Olympiarevier
"Der Test war ganz gut. Aber das Knie wurde schon ordentlich belastet und ist geschwollen. Aber es war für mich wichtig, zu schauen, ob es überhaupt geht. Das Gefühl im Boot habe ich nicht verloren. Das hätte mich gewundert, weil ich ja schon einmal wegen meines Medizinstudiums fünf Jahre Pause gemacht habe, und danach ist das Gefühl auch gleich wiedergekommen."
Sicher ist bereits, dass Vadlau heuer nicht mehr für ein Training ins Olympiarevier von Los Angeles 2028 reisen wird, das will sie lieber im kommenden Jahr und bei entsprechender Konkurrenz machen.
"Das waren jetzt erste Humpel-Gehversuche im Boot. Wie es weitergeht, muss ich mit dem ärztlichen Team abstimmen. Ich will einmal im Leben nichts übertreiben, das fällt mir superschwer", sagte die 32-jährige Olympiasiegerin.
"Zwei Baustellen" im Knie
Noch ist Zeit, im Sommer 2027 werden bei der WM in Polen die ersten Quotenplätze für die Sommerspiele vergeben.
Und Zeit ist das, was der Knorpel noch braucht, um vollständig einzuwachsen. "Der Knorpel ist das Um und Auf, aber das ist etwas, das ich nicht spüre. Deshalb ist das so gefährlich. Ich höre ja generell nicht so auf die Grenzen meines Körpers, deshalb sind wir leider in der Verfassung, in der wir gerade sind. Deshalb haben mir die Ärzte eingebläut, dass ich vorsichtig sein muss."
Die "zweite Baustelle" sei der Meniskus, und der verursache die Schmerzen. "Das war beim Training so, als ob ein Messer drinnen steckt. Aber das spüre ich wenigstens."
Neues Boot bei Comeback
Wenn es wieder richtig losgeht, wird Vadlau ein neues 470er-Boot zur Verfügung stehen, das sie mit ihrem Vorschoter Niklas Haberl für die Kampagne vorbereitet.
"Das ist vergleichbar mit dem Skifahren, wo man auch den Ski anders wachseln und die Grade bei Skischuh und der Bindung anders einstellen kann. Die Normen sind vorgegeben, aber man kann kleine Details ausarbeiten. Da hat man einen Spielraum. Man arbeitet am Boot, geht immer wieder aufs Wasser und findet neue Sachen", erklärte Vadlau den Abstimmungsprozess.