Die aktuellen Wunderkinder des Weltsports

Aufmacherbild Foto: © getty
 

Hand aufs Herz: Was habt ihr mit 13 Jahren gemacht?

Von der Sportlerkarriere geträumt, ganz sicher – wenn die später in den wöchentlichen Hobbykick zusammengeschrumpften Bemühungen überhaupt schon gestartet waren (zur Ehrenverteidigung: dem Autor war übermäßige Bewegung auch noch zuwider).

Tomokazu Harimoto stößt in diesem Alter unter die letzten Acht einer Tischtennis-Weltmeisterschaft vor und lässt sich zurecht als Phänomen feiern.

Aber er ist nicht allein: Auch in anderen Sportarten scheint die überstandene Pubertät keine Bedingung für Erfolge. LAOLA1 gibt einen kleinen Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit, wer jetzt schon aufzeigt – und zu Beginn des Jahrtausends höchstens ein paar Monate alt war:

Tomokazu Harimoto (13 Jahre, Japan, Tischtennis)

Foto: © getty

Dem aktuellsten Fall gehört der Auftakt – allerdings macht Harimoto in der Tischtennis-Community schon seit zwei Jahren von sich reden, als er regelmäßig begann, Top-100-Spieler aus dem Weg zu räumen. Ende 2016 kürte er sich zum jüngsten Junioren-Weltmeister aller Zeiten, 2017 ließ er bei den Indian Open – dass er dort auch Robert Gardos ausschaltete, wurde hierzulande noch belächelt – den Rekord als jüngster World-Tour-Finalist folgen. Nach seinem Viertelfinal-Einzug bei der Einzel-Weltmeisterschaft findet sich Harimoto, übrigens Sohn ehemaliger chinesischer Nationalspieler und als Zhang Zhihe geboren, auf Rang 39 der Weltrangliste wieder.

Mima Ito (16 Jahre, Japan, Tischtennis)

Foto: © getty

Wir bleiben in Japan, wir bleiben beim Tischtennis. Nicht kreativ, aber notwendig. Ito begann ebenfalls mit elf Jahren, Weltklasse-Spielerinnen zu schlagen. Mit 14 gewann sie die German Open, war WM-Viertelfinalistin und darüber hinaus in den Top-10 der Welt zu finden. Bei den Team-Weltmeisterschaften 2016 holte sie Silber, in Rio de Janeiro folgte mit der Mannschaft auch Bronze. Im November folgte bei den Austrian Open in Linz ihr zweiter World-Tour-Titel, im Februar war sie zwischenzeitlich Nummer sieben der Welt.

Kelly Sildaru (15 Jahre, Estland, Freestyle-Ski)

Foto: © getty

Schon seit 2013, als sie gerade noch im Alter von zehn Jahren war, nimmt die Estin an Bewerben der AFP World Tour teil. 20 der 22 Slopestyle-Bewerbe, an denen sie seither teilnahm, konnte sie gewinnen – und auch bei den anderen beiden stand sie am Podium. Wirklich einen Namen gemacht hat sich Sildaru aber als jüngste Siegerin zweier X-Games-Goldmedaillen: 2016 und 2017 im Slopestyle. Im Big Air muss sie noch üben, da reichte es in Aspen und Hafjell "nur" zu Silber… Dass sie regierende Junioren-Weltmeisterin beider Disziplinen ist, ist da fast schon selbsterklärend.

Evgenia Medvedeva (17 Jahre, Russland, Eiskunstlauf)

Foto: © getty

Im Eiskunstlauf sind "Wunderkinder" nicht selten. Aber eine Dominanz, wie sie Medvedeva seit 2015 an den Tag legt, ist beispiellos. Zwischen ihren beiden WM-Titeln blieb sie bei allen Turnieren, bei denen sie antrat, ungeschlagen. 2016/17 übertrumpfte sie ihre eigenen Weltrekorde in gesunder Regelmäßigkeit. Und 2018 darf sie in Pyeongchang gerade erst ihre ersten Olympischen Spiele in Angriff nehmen...

Armand Duplantis (17 Jahre, Schweden, Stabhochsprung)

Foto: © getty

Als Sohn zweier Sportler, der Vater selbst Stabhochspringer, bekam Duplantis beste Sportlergene in die Wiege gelegt. Um nicht durch das harte US-amerikanische System durchwandern zu müssen, nahm er die Nationalität seiner ausgewanderten Mutter an und sprengt nun für Schweden sämtliche Weltrekorde seiner jeweiligen Altersklasse. Seinen ersten offiziellen Titel errang er 2015, als er U18-Weltmeister wurde – mit 15 Jahren. Im April übersprang er die 5,90 Meter, was nicht nur U20-Welt- und schwedischen Rekord bedeutet, sondern in diesem Jahrtausend auch immer zu WM-Gold gereicht hätte – allerdings bei den Erwachsenen. Ein gewisser Sergej Bubka brauchte für diese Höhe vier Jahre länger.

Heather Arneton (14 Jahre, Frankreich, Weitsprung)

Foto: © GEPA

Noch nie zuvor sprang eine 14-Jährige 6,57 Meter weit. Arneton ist das im Jänner dieses Jahres gelungen. Überhaupt gelang eine solche Weite erst zwei Sportlerinnen unter 18, und das ist gute 30 Jahre her. Dass sie mit solch einer Weite Erwachsene mehr als nur ärgern kann, ist klar: So entschied die Französin etwa das Gugl Indoor im Februar für sich. "Ich habe noch nie ein vergleichbares Talent gesehen. Sie wird Olympiasiegerin, und ich bin nicht verrückt, das zu behaupten", sagt ihr Trainer über sie.

Domen Prevc (18 Jahre, Slowenien, Skisprung)

Foto: © GEPA

Zwar ist Prevc am 4. Juni 18 Jahre alt geworden (wir gratulieren), aber da Skispringen gerade nicht angesagt ist, lassen wir das noch gelten. Auch diese Disziplin begünstigt junge Athleten besonders – man denke an die ersten Schritte von Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer. Eine gute Größe bei noch geringem Körpergewicht ist oft naturgegeben. Aktuellster "Ableger" ist Domen Prevc: Er will an die Erfolge seines ältesten Bruders Peter erst anknüpfen. Vier Weltcup-Siege 2016/17 und eine Mitfavoriten-Rolle bei der Vierschanzen-Tournee sind schonmal ein guter Beginn!

Textquelle: © LAOLA1.at

SK Rapid Wien bestreitet Testspiel gegen Celtic Glasgow

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare