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Trotz Medaille bei Schwimm-EM: Maly sieht Optimierungsbedarf

Mladenovic holte über 200 m Brust den dritten Platz, dennoch hätte sich der interimistische OSV-Sportdirektor "die ein oder andere Bestzeit mehr erwartet".

Trotz Medaille bei Schwimm-EM: Maly sieht Optimierungsbedarf Foto: © IMAGO / NurPhoto
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Die Medaillenserie hat gehalten. Zum vierten Mal en suite hat es für Österreichs Schwimm-Team zumindest eine Langbahn-EM-Medaille gegeben.

Die aus Paris glänzt in Bronze und gehört Luka Mladenovic für seine Leistung über 200 m Brust. Mit 22 Jahren ist er einer der Älteren der neuen jungen Garde, sie hat den Arrivierten diesmal die Show gestohlen.

Mladenovic und der 18-jährige Kraul-Vierte Christian Giefing sind auch erste Kandidaten auf Erbringung von Olympia-Limits für 2028.

Bei den 38. kontinentalen Titelkämpfen haben beide für die Teilnahme in Los Angeles geforderte Zeiten mehrmals unterboten, allein es zählt erst ab 1. März 2027.

Da wird die internationale Schwimmwelt die Kurzbahn-WM im Dezember in Peking hinter sich haben und voll auf die Langbahn-WM im nächsten Juli in Budapest hinsteuern.

Maly sieht Optimierungsbedarf

Jakub Maly, zwei Wochen vor Ablauf der Befristung noch immer "nur" interimistischer OSV-Sportdirektor, sieht dafür trotz guter Pariser Signale da und dort Optimierungspotenzial.

"Die EM ist so verlaufen, wie ich es mir erwartet habe", sagte Maly im APA-Bilanzgespräch. "Teilweise muss ich sagen in Hinblick auf die Masse (20 Aktive, Anm.) hätte ich mir die eine oder andere (persönliche) Bestzeit mehr erwartet."

Oft sei man knapp dran, aber nicht darunter gewesen. "Das Ziel muss sein, einen Leistungssprung im Vergleich zum Verlauf der Saison zu schaffen, um konkurrenzfähig zu sein. Das ist schwierig, das schaffen nur wenige. Aber das muss die Zielsetzung sein."

Mehr Leistungssprünge bei Großereignis gefordert

So sollte nach Meinung des 34-Jährigen die nach einer meist dreiwöchigen Pause startende nächste Saison in Angriff genommen werden, bei der WM ein Jahr vor den Spielen sollte es dann mehrere rot-weiß-rote Leistungssprünge geben.

Das sollte auch bessere Platzierungen bringen, die größere internationale Dichte macht dies freilich schwieriger. Der letzte Finalplatz für die Männer-Lagenstaffel etwa ging in 3:33,33 Min. weg, mit 3:33,41 sind Bernhard Reitshammer, Valentin Bayer, Simon Bucher und Heiko Gigler vor zwei Jahren Europameister geworden.

"Das spiegelt das Bild der ganzen EM wider", betonte Maly und nannte als weiteres Beispiel die Entwicklung über 100 m Kraul der Männer: "2018 waren die ersten zwei Österreicher unter 50 Sekunden, dann Heiko unter 49 und jetzt ist seine Bestzeit 48,3. Aber damit reißt du nichts mehr. Auf den Strecken hat sich einiges getan. Wenn wir hier mithalten wollen, müssen wir die Perspektive wechseln - dass eine 49 keine gute Zeit mehr ist."

Und um nicht nur im Vorlauf die Chance auf eine gute Zeit zu haben, müssten schon am Vormittag bessere Zeiten her. Außer den Finalteilnahmen von Mladenovic und Giefing gab es nur vier weitere Aufstiege im Team. "So gut sind wir nicht, dass wir Weltmeister haben, die am Vormittag ein bisschen baden (locker schwimmen, Anm.) können", erklärte Maly.

"Wir müssen in der Lage sein, schon am Vormittag die Leistung abzurufen. Weil wenn wir das nicht machen, schwimmen wir am Nachmittag (Finalsession, Anm.) nicht." Bei WM und Olympia werde es genauso sein.

Gutes Selbstmanagement gefragt

Ein Thema sei laut Maly auch das Management der jungen Sportler und Sportlerinnen der eigenen Wettkampfwoche, insbesondere bei vielen Einsätzen. "Leute, die fünf, sechs, sieben Bewerbe haben, dann Semifinale, Finale und ein bis zwei Staffeln - die müssen sich schon selber um sich kümmern: Wie schnell komme ich durch die Mixed Zone (Interview-Zone), wie schnell komme ich ins Bett, wie sehr lasse ich mich dadurch ablenken, dass meine Eltern da sind." Tatsächlich hat man bei manchen gegen Ende hin einen spürbaren Leistungseinbruch gesehen.

Maly war bis zu Walter Bärs unerwartetem Tod Mitte März für die OSV-Junioren zuständig und habe da "einige Projekte gestartet, die sehr gut ankommen." Eines davon sind Teamtrainingslager. "Wir treffen uns unter dem Jahr einige Male und unterstützen die Sportler."

Es gehe da dann um Bereiche wie Staffelzusammensetzung, -übergaben, Trainingsanalyse, Technikanalyse und Kraftentwicklungsanalyse. Angehörige des A-Kaders seien zu ihm gekommen und hätten sich das auch für sich gewünscht, so Maly.

"Die Frage ist nur, wie können wir sie als Verband unterstützen, gewisse Dinge umsetzen? Das System mit verschiedenen Stützpunkten in Österreich wie die Südstadt, Linz oder Salzburg mit verschiedenen Trainingsansätzen sei freilich unbedingt beizubehalten.

"Deswegen waren wir in den letzten Jahren recht erfolgreich. Da möchte ich als Sportdirektor nicht hineinpfuschen." Bei einem gemeinsamen Lehrgang müsse man einen Kompromiss machen: "Aber einen, von dem alle profitieren. Wir müssen überlegen, in welcher Struktur und was ist finanziell möglich."

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