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ÖLV-Bilanz: EM ohne Medaille, aber Momente der Inspiration

Auch wenn es keine Medaille in Birmingham gab, blickt man dennoch erfreut zurück.

ÖLV-Bilanz: EM ohne Medaille, aber Momente der Inspiration Foto: © GEPA
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Österreichs Leichtathletik ist bei den Freiluft-Europameisterschaften in Birmingham medaillenlos geblieben.

Als "absolut erfreulich" sah Christian Taylor, dass die Topleistungen von jungen Athleten erbracht wurden. "Sie können mit den Besten in Europa mithalten.

Daran werden sie wachsen und größer werden, wenn sie zur Startlinie gehen", sagte der ehemalige Dreisprung-Star, der im heimischen Verband als stellvertretender Leistungssportkoordinator arbeitet.

Momentum für Peking geschaffen

"Es war ein Auf und Ab, von einigen haben wir mehr erwartet, einige haben die Erwartungen übertroffen", bilanzierte Taylor. Mit fünf Top-Ten-Ergebnissen habe man aber die Stärke gezeigt und ein Momentum auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften nächstes Jahr in Peking geschaffen.

Vor zwei Jahren hatte es in Rom Gold im Speerwurf durch die derzeit schwangere Victoria Hudson sowie Diskus-Silber durch Lukas Weißhaidinger gegeben.

In England errang Hürdensprinter Enzo Diessl (22 Jahre) Platz fünf, Dreispringer Endiorass Kingley (24) sechs, die Frauen-Sprintstaffel neun sowie Marathonläuferin Julia Mayer und Weißhaidinger jeweils zehn.

Christania Williams schrieb als Elfte über 100 m an, über 400 m Hürden landeten die Zukunftshoffnungen Anja Dlauhy (23) und Niklas Strohmayer-Dangl (24) jeweils auf Platz 14.

Auftritte von Mayer und Co. als Inspiration sehen

Diessl bezeichnete Taylor nach dessen Saisonverlauf als große Überraschung. "Er ist natürlich extrem talentiert, aber zu sehen, wie er gekämpft hat, da bin ich extrem stolz auf ihn."

Auch Kingley hatte im Vorfeld mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. "Ich hoffe, ich bekomme die Möglichkeit, mehr mit ihm zu arbeiten. Er hat großes Potenzial, Roland und Georg Werther haben einen phänomenalen Job gemacht. Mit jeder Erfahrung lernt er mehr. Körperlich ist er bereit, aber mental muss er noch einen Schritt machen", sagte der mehrfache Olympiasieger und Weltmeister in dieser Disziplin.

Am Schlusstag ließ Taylor auch noch Marathonläuferin Mayer staunen. "Unglaublich. Als sie zwischendurch Zweite war, konnte ich mich fast nicht mehr darauf konzentrieren, ihr das Wasser an der Verpflegungsstelle zu geben." Mayer habe ihm im Ziel gesagt, dass sie selbst auch an diesem Erlebnis gewachsen sei.

"Für unser Team wird das eine Inspiration für das Kommende sein", ist Taylor überzeugt. Er hat die sportliche Leitung im ÖLV gemeinsam mit seiner Ehefrau Beate Taylor über, die derzeit in Babypause ist.

Größeres Team bringt mehr Chancen

Man habe ein fittes, talentiertes und toughes Team, aber jeder müsse selbst an sich glauben, sagte Christian Taylor. "Sie haben gesehen, was möglich ist, wenn man wirklich pusht."

Wer mit hängendem Kopf heimreise, solle das als Motivation sehen. "24 (Athletinnen und Athleten/Anm.) bei der EM ist ein Tropfen im Wasser von dem, was kommen kann", versicherte er.

Die Mentalität müsse sich jedoch ändern. "Als ich gekommen bin, hieß es immer, 'ja, aber Österreich ist ja klein'." Aber was sei mit der Schweiz und den Niederlanden, die nicht viel größer seien, aber fast dreimal so große Teams zu den Meisterschaften schicken und Medaillen gewinnen, merkte Taylor an.

"Wenn du mehr Teilnehmer hast, hast du auch größere Chancen, in einem Finale zu stehen oder in den Medaillenrängen. Mit der entsprechenden eigenen Überzeugung werden auch die Finali und Medaillen kommen."

Wenn Seitenstechen oder Sturz Topleistung verhindern

Etliche Athletinnen und Athleten waren nach Verletzungen bei der EM an den Start gegangen, wie Weißhaidinger, Hürdensprinterin Karin Strametz, 400-m-Läuferin Susanne Gogl-Walli oder Mehrkämpferin Verena Mayr, die sich am Vortag des Siebenkampfes auch noch eine Oberschenkelblessur zugezogen hatte.

Für Taylor war deren Antreten ein Zeichen von Resilienz und mentaler Stärke. Ihr Potenzial weit nicht abrufen konnte beispielsweise Geherin Emma Mohr, die sich ab Kilometer eins von Seitenstechen geplagt aber durchkämpfte oder Hürdlerin Lena Pressler, die im Semifinale auf dem Weg zu einer Topzeit zu Sturz kam.

Sportler, die am Höhepunkt abtraten

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