Lisa Zaiser tritt mit 23 Jahren zurück

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23 Jahre alt, und doch muss ein Schlussstrich unter die Karriere gezogen werden: OSV-Schwimmerin Lisa Zaiser erklärt ihren Rücktritt.

Der Grund dafür liegt im körperlichen Bereich: Die Kärntnerin laboriert seit längerem an Problemen im Lendenwirbelbereich, wo sie sich vor einem Jahr einen Ermüdungsbruch zuzog, und und ist daher im Jänner aus einem Trainingscamp ausgestiegen. Nach einem Reha-Aufenthalt und Gesprächen mit Ärzten fasst die EM-Dritte 2014 über 200m Lagen nun diesen Entschluss.

"Wenn unzählige Therapien, Stunden bei diversen Ärzten, spezielle Trainingseinheiten und ein Reha Aufenthalt nicht mehr helfen, dann ist es Zeit einen Schlussstrich zu ziehen. Körperlich gesund zu sein ist Grundvoraussetzung um Leistungssport betreiben zu können", erklärt Zaiser in der "Kleinen Zeitung".

Die Ärzte konnten ihr nicht garantieren, dass der Körper den Belastungen wieder standhalten könnte, auch bleibende Beschwerden waren nicht auszuschließen. "Das Herz sagt weiterschwimmen, der Verstand leider aufhören", bedauert die 23-Jährige.

Zaiser kam zu 72 Staatsmeistertiteln, hält vier österreichische Einzel- und sechs Staffel-Rekorde, kam zu elf Weltcup- und einer EM-Medaille und nahm an den Olympischen Spielen 2012 (jüngste österreichische Teilnehmerin) und 2016 teil.

Die Kollegen sind überrascht

Die OSV-Equipe in Glasgow wurde von der Nachricht beim Frühstück überrascht, Zaiser gab sie über soziale Medien bekannt. "Jedes Ende ist ein neuer Beginn", schreibt sie auf Englisch.

Zaiser hat noch Ende Mai in einem Posting gemeint, dass sie sich freue, bald wieder im Team dabei zu sein. In den vergangenen Wochen schwelgte sie in den sozialen Medien in Erinnerungen an vergangene Tage, noch Mittwochabend ließ sie bildlich auf ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro zurückblicken. Es waren ihre zweiten Spiele. 2012 in London war Zaiser noch 17-Jährige die Jüngste im gesamten ÖOC-Aufgebot gewesen.

"Ich habe zu akzeptieren, dass mein Körper offenbar nicht länger bereit ist, den nötigen Trainingsaufwand zu tolerieren, um bei Schwimm-Wettkämpfen erfolgreich zu sein. Mein Herz ist schwer und ich weiß, dass ich als Athletin noch so viel mehr zu geben gehabt hätte. Ich habe einiges unglaubliche Höhen erreicht, aber ich habe sie nicht alle geschafft. Aber zu wissen, dass ich viel erreicht habe, lässt mich mit einem Lächeln und vielen Erinnerungen gehen."

Ihr Dank gehe an ihr Umfeld und ihre Eltern. "Diese Entscheidung ist zu respektieren", meint ihr Trainer Marco Wolf. "Leistungssport und Erfolg darf nicht über die persönliche Gesundheit gestellt werden - auch wenn oft knapp an die Grenzen gegangen werden muss. Lisa war noch nicht am Leistungszenit ihrer Möglichkeiten und hätte von ihren Fähigkeiten noch Potenzial nach oben gehabt. Die Linzer Trainingsgruppe 'Wolfgäng' wünscht ihr alles Gute."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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