Mladenovic gleich zum EM-Auftakt auf einen Glanzpunkt aus
100 m ist als aktuell die beste Distanz des Salzburgers: "Kann nicht sagen, dass ich schlecht drauf bin." In Paris greift er OSV-Rekorde an.
Brustschwimmer Luka Mladenovic ist erfolgsverwöhnt.
Vor gut einem Jahr hat sich der Salzburger zum dreifachen U23-Europameister gekrönt, einen Monat danach stand er in seinem ersten Langbahn-WM-Finale und im Dezember heimste er zweimal Kurzbahn-EM-Bronze ein.
Mladenovics Erwartungen bei den Langbahn-Europameisterschaften in Paris sind auch hoch angesetzt, gleich zum Auftakt am Montag rechnet er sich auf der 100-m-Distanz die größten Chancen aus. Und er will ins Staffel-Team.
Kampf um Staffel-Platz
In der rot-weiß-roten Lagen-Equipe stand Mladenovic schon vor einem Jahr bei der Singapur-WM, als es mit Rang zwölf nicht mit dem Finaleinzug geklappt hat. Damals war Valentin Bayer nicht vor Ort, diesmal kommt es zwischen den beiden auf der Einzelstrecke wohl zum Quali-Duell um den Staffelplatz.
Die OSV-Equipe tritt am EM-Schlusstag als Titelverteidiger von Belgrad 2024 an. "Der Schnellere von uns beiden wird die Staffel schwimmen", sieht Mladenovic die Ausgangslage sportlich. Am liebsten wäre ihm eine Entscheidung im 100-m-Finale am Dienstag.
Dort will der 22-Jährige seinen ersten Glanzpunkt bei diesen Titelkämpfen setzen. Zuletzt bei einem Test-Wettkampf Mitte Juli in Austin sei es über die zwei Längen sehr gut gegangen. "Ich war überrascht und bin jetzt zuversichtlich, dass ich da schnell schwimmen kann. Dennoch fühle ich mich auch über 200 und 50 m sehr gut, wobei der 50er immer sehr schwer vorauszusagen ist."
Tatsächlich ist der Sprint unberechenbar, in Singapur war das Mladenovics Finalbewerb. Als Achter fehlten ihm nur 22 Hundertstel auf Bronze. Gestrichen in Paris hat er sein Antreten über 200 m Lagen.
Statt in Michigan nun in Austin
Es ist seine insgesamt dritte Langbahn-EM nach Budapest 2021 und Rom 2022, im Vergleich seines Leistungsvermögens damals und heute stellt sich ein großer Unterschied dar. Seit dem vergangenen Sommer trainiert der EM-Schützling von Coach Plamen Ryaskov in den USA. Doch an der University of Michigan hielt es ihn nur für ein Studienjahr.
"Ich habe schon im November, Dezember gewusst, dass ich wechseln werde", sagte Mladenovic im APA-Gespräch. Die interne Konkurrenz im Becken war zu schwach, die Ernährung einfach zu schlecht. Für Michigan holte er u.a. bei den NCAA-Finals Rang drei über 200 Yards Brust, nach Absolvierung seiner letzten Prüfungen Ende April hielt ihn aber dort nichts mehr.
Die Entscheidung fiel für die University of Texas in Austin und Starcoach Bob Bowman. Nach einem Salzburg-Training im Mai absolvierte Mladenovic an seinem neuen Studien-Standort knapp zwei Monate EM-Vorbereitung. "Da ging es auch ums Wohnung einrichten, das Team kennenlernen - ich bin dort sehr zufrieden, sehr, sehr happy."
Grundsätzlich sei seine erste US-Saison mit den Orts-, Trainings- und Trainerwechseln aber keine leichte gewesen. "Dennoch zeigen die Zeiten im Training etwas anderes. Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich schlecht drauf bin. Ich freue mich auf die EM."
"Wird eine sehr schnelle WM"
Hinsichtlich seiner aeroben Kapazität und seinem Schwimmspeed sei er sogar auf einem Stand wie er es noch nie gewesen sei. "Wir sind sehr gute Serien und Zeiten im Training geschwommen."
Zuletzt vor der am (heutigen) Freitag absolvierten Anreise nach Frankreich war das in der Südstadt der Fall. Mladenovic ist auch zuversichtlich, Bayer (59,54 Sek.) und Christopher Rothbauer (2:09,88 Min.) in der nächsten Woche deren österreichischen Rekorde abluchsen zu können.
Die 50er-Bestleistung hält er bereits. "Es wird eine sehr schnelle EM", ist Mladenovic überzeugt.