Weißhaidingers will im EM-Finale "Medaille angreifen"
Am Donnerstag hat der Österreicher das Podium im Visier. Hinter seiner EM-Teilnahme stand aufgrund einer Rückenverletzung lange ein Fragezeichen.
Erleichtert ist er immer, aber nicht jede erfolgreiche Qualifikation hat Lukas Weißhaidinger in seiner Karriere derart verzückt wie jene bei der Leichtathletik-EM in Birmingham.
Dass die seit 2016 dauernde Finalserie bei Großereignissen in Birmingham anhält, war alles andere als aufgelegt gewesen.
Der Diskuswerfer haderte heuer viel - und nicht nur wegen der lästigen Rückenprobleme. Am Donnerstag (21.45 Uhr/MESZ) will er im Alexander Stadium um eine Medaille fighten.
Die Qualifikation mit dem im ersten und letztlich einzigen Versuch geworfenen 65,06 m war ein echter Schub für das Selbstvertrauen, schilderte der Oberösterreicher.
"Es ist nicht selbstverständlich, in jedem großen Finale zu sein. Da muss man extrem viel richtig machen. Auch mit Verletzungen, mit denen man kämpft, damit man das hinkriegt. Und heuer ist nun mal die Thematik mit dem Rücken."
Wegen eines Hexenschusses stand hinter der EM-Teilnahme ein Fragezeichen, mit Unterstützung des Teams wurde der 34-Jährige fit.
Gutes Gefühl bei Technik als Extra-Plus
Den Rücken wird Weißhaidinger im Finale noch besser ausblenden können. "Wir haben es im Griff, es wird vom Werfen her nicht schlimmer. Und mit dem Hintergedanken, dass nichts passieren kann, gehe ich am Donnerstag rein. Das ist sehr viel wert."
Nicht nur körperlich, auch technisch fühlte sich Weißhaidinger in der Quali gut, das nimmt er als "Extra-Plus" mit. Auch wenn er weiß, dass er "den hundertprozentigen Wurf", das habe er heuer schon oft genug miterlebt, nicht durchbringen werde.
"Ich muss die nötige Abstimmung oder die Balance finden zwischen gutem sauberen Beginn, auf neunzig Prozent, dass ich hintenraus noch einmal kurz draufdrücken kann. Das voll Durchziehen von Anfang bis zum Schluss bringt mir keine Weite. Da muss ich die Ruhe bewahren."
Die Unbekümmertheit gehe einfach ab. Bei den geliebten kleinen Meetings lief es in dieser Saison nicht, wie er es gewohnt ist. Das setzte ihm zu.
Weißhaidinger erwartet ein "toughes Finale"
Er habe aber genug Finalteilnahmen gehabt, dass er wisse, wie er das angehen müsse, bekräftigte Weißhaidinger. Und sieht Potenzial für mehr. Auch wenn die Konkurrenten wie so oft Mykolas Alekna (LTU), Kristjan Čeh (SLO) und Daniel Ståhl (SWE) heißen und sich u.a. auch der Deutsche Henrik Janssen für einen Podestplatz anmeldete.
"Es wird ein toughes Finale, aber ich will nichts ausschließen, möchte die Medaille angreifen. Doch ich muss es Schritt für Schritt gehen, muss immer eines draufsetzen und darf ja nicht overpacen. Denn ich weiß, wie schnell es geht, und es geht in eine andere Richtung."