Weißhaidingers Taktik: Alles oder nichts

Weißhaidingers Taktik: Alles oder nichts Foto: © GEPA
 

Lukas Weißhaidinger kämpft am Donnerstag in Zürich im Diskuswurf gegen fünf Konkurrenten um den Sieg in der Diamond League der Leichtathleten.

Der Olympiadritte bekommt es mit Tokio-Triumphator Daniel Stahl (SWE), Silbermedaillengewinner Simon Pettersson (SWE), Fedrick Dacres (JAM), Andrius Gudzius (LTU) und Kristjan Ceh (SLO) zu tun. Zusätzlich zur 30.000 Dollar Siegprämie (25.270 Euro) wird ein fixer Startplatz für die WM 2022 in Eugene vergeben.

Für Weißhaidinger, der am Montag in Wien noch die von der Helvetia-Versicherung ausgelobte 50.000 Euro-Prämie für Tokio-Bronze in Empfang nahm, wird es die Letzigrund-Premiere. Der 29-jährige Oberösterreicher wird auf den Sieg losgehen, sechs Würfe hat er zur Verfügung. "In Tokio haben mir 1,83 m auf Gold gefehlt. Dabei habe ich keinen meiner Würfe ideal erwischt. Unschlagbar ist er jedenfalls nicht", sagte Weißhaidinger über Topfavorit Stahl.

Natürlich wolle er in Zürich gut abschneiden, aber "meine Olympia-Saison ist schon jetzt die beste aller Zeiten. Das Diamond-League-Finale in Zürich ist für mich genau genommen nur noch Draufgabe".

"Einen guten habe ich noch in der Tasche"

Freilich soll für den ÖLV-Rekordler trotzdem etwas rausschauen. "Ich bin sehr motiviert, ich habe noch einmal gut trainiert. Am Ende der Saison ist es ein bisschen eine Überraschungstüte. Einen guten habe ich noch in der Tasche für heuer", sprach er den Wurf an, den er noch auspacken will. Die Taktik lautet daher laut Trainer Gregor Högler: "Alles oder Nichts."

(Text wird darunter fortgesetzt.)

Geworfen wird vor Zuschauern, die mussten bei den Sommerspielen wegen der Corona-Pandemie ja zu Hause bleiben. Eine zehnköpfige Weißhaidinger-Fangruppe aus der Heimat und der Schweiz - Verwandte von seiner Freundin - will "Stimmung für Hundert" machen. Der Letzigrund sei für die Leichtathletik ein historischer Boden. "Ich freue mich, diese besondere Atmosphäre endlich hautnah erleben zu dürfen." Für Weißhaidinger ist es das vierte Diamond-League-Finale, jeweils in Brüssel wurde er 2019 hinter Stahl Zweiter, 2016 Dritter und 2018 Fünfter.

Andere Medaillenfarbe im Blickpunkt

Trainer Högler erklärte, dass Weißhaidinger die Motivation nach Tokio wieder viel rascher gefunden habe als nach der WM in Doha 2019, als er ebenfalls Bronze gewann. "Erfolge muss man auch verkraften, das ist wie mit Niederlagen", sagte der Coach. In der kurzen Trainingszeit jetzt habe man aber "nichts mehr aufbauen, sondern nur noch Reize setzen können". Stahl sei der Topfavorit, aber auch Favoriten würden einmal fallen. "Damit werden wir uns im nächsten Jahr auseinandersetzen. Wir arbeiten daran."

2022 bringt mit den Weltmeisterschaften von 15. bis 24. Juli in Eugene und den Europameisterschaften von 15. bis 21. August in München zwei Großereignisse. "Ich habe auf meiner To-Do-Liste schon einiges abgehakt. Der Fokus für das nächste Jahr ist, die 70 m zu erreichen. Und es gibt ja auch noch zwei weitere Medaillenfarben. Es wäre cool, eine andere Farbe zu gewinnen", sagte Weißhaidinger, der nun der Reihe nach bei EM, WM und Olympia jeweils Bronze gewann und als Einziger neben Stahl immer aufs Stockerl kam.

Nach Zürich plant Weißhaidinger noch am 14. September ein Antreten auf der Continental Tour in Zagreb, ehe es in die mehrwöchige Pause geht.


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