Er weiß, wie seine Spieler schlafen

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Er weiß, wie seine Spieler geschlafen haben

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Um Spuren zu hinterlassen, musst du eigene Wege gehen.

Österreichs Handball-Nationalteam versucht dies nun und verfolgt dabei einen revolutionären Ansatz. Zumindest im Handball.

Wie lange hast du geschlafen? Was hast du gegessen? Wie fühlst du dich?...

Das und noch mehr will das ÖHB-Trainerteam von seinen Schützlingen wissen – und zwar täglich. Auch, wenn diese nicht gerade bei der Nationalmannschaft weilen.

Was in den Ohren mancher nach „Big Brother“ klingt, wird von den Spielern als weiterer Schritt in Richtung Professionalisierung willkommen geheißen.

Spieler müssen voll mitziehen

Realisiert wird das Ganze über eine Handy-App, in welche die Spieler die fraglichen Daten eingeben. Sportwissenschaftlicher Christian Hackl überwacht deren Entwicklung und gibt im Sinne der Leistungsoptimierung Feedback und Anweisungen.

Auf den Befehl „Trainiere weniger“ warten die Nationalspieler aber vergeblich. „In der Regel geht es darum, etwas mehr zu machen“, schmunzelt ÖHB-Tormann Thomas Bauer, der zuletzt zum französischen Zweitligisten Istres Ouest Provence wechselte. Aber das sei ohnehin der Anspruch eines jeden Nationalspielers.

Die Intention von Teamchef Patrekur Johannesson liegt auf der Hand. „Ich will möglichst viele Infos über jeden meiner Spieler haben. Warum ist einer beispielsweise immer verletzt oder warum läuft es bei einem anderen gerade so gut?“, fordert der Isländer von seinen Spielern vollstes Engagement.

Tobias Wagner

Ohne Posch

Zusätzlich zu den täglichen App-Eintragungen wird der ÖHB-Kader bei den gemeinsamen Trainings-Lehrgängen wie jenem kurz vor Weihnachten auf Herz und Nieren geprüft. „Eine erste Erkenntnis daraus ist, dass die Deutschland-Legionäre nicht zwingend die besten Resultate erzielt haben“, will ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner mit konkreten Ergebnissen aber nicht herausrücken. Nur so viel: „Die ehemaligen Mitglieder des 94er-Teams haben großteils sehr gute Werte.“

Einer von besagten 94ern ist Tobias Wagner. Der Fivers-Kreisläufer kennt das Prozedere bereits aus seiner Junioren-Zeit. „Ich finde die körperliche Komponente extrem wichtig. Sie kommt beim Verein manchmal zu kurz“, so der 20-Jährige. „Ich habe gemerkt, wie viel bei mir im letzten Jahr weitergegangen ist.“

Mit guten Leistungen in den ersten beiden WM-Quali-Matches zu Hause gegen Rumänien (27:24) und in Finnland (32:29) erspielte sich Wagner das Vertrauen des Teamchefs, der auch in den vier Matches im Jänner auf das 128-kg-Bröckerl setzen will. Nur die Gruppen-Ersten ziehen in die WM-Quali-Playoffs im Juni 2016.

Einer, der im ÖHB-Kader diesmal fehlt, ist Fabian Posch. Der Westwiener, der bei der diesjährigen WM noch die Kreis-Position besetzte, sei laut Johannesson „aktuell leider nicht in Top-Form“.

Für Österreichs Nationalteam spielt zur Vorbereitung auf die Quali den Yellow Cup in Winterthur (SUI), wo man am 2. Jänner (16:30 Uhr) auf Tunesien trifft.

Reinhold Pühringer

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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